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26.03.2018

Rückblick Biolebensmittelcamp 2019 im Havelland

Vom 16. bis 18.03.2018 fand auf dem Landgut Stober im Havelland das BiolebensmittelCamp 2018 statt. Unter dem Motto #BigBangBio trafen sich 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Bio-Branche. (Ein Gastbeitrag von Wolfgang Falkner, Veranstalter des Camps)
BLC / Jasmin Walter
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Tolle Tage im Havelland. Das BiolebensmittelCamp 2018 war für mich nochmal eine Steigerung zum letzten Jahr. So kann es gerne 2019 weiter gehen. Frische Ideen, neue Kooperationen und inspirierende Kontakte prägten die drei pickepackevollen Tage auf dem Landgut Stober. Aber es hat sich gelohnt und einige der Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden mir in Erinnerung bleiben und hoffentlich nicht nur mich zum nach- und weiterdenken anregen: 

  • „Wahre Preise“ von Katharina Reuter (Unternehmensgrün): Es gibt viele Gründe, warum Produktpreise nicht die Wahrheit sagen, aber es gibt auch wirkungsvolle Hebel, um wahre Preis durchzusetzen – wie Allianzen, Transparenz einklagen oder in der Steuerpolitik.
  • „Wertvoll kommunizieren“ von Till Deininger (Bioland): Es gibt universelle Werte, die wir gemeinsam kommunizieren können. Mithilfe von Storytelling kann auf verschiedenen Kanälen Begeisterung gezeigt und (vor)gelebt werden. Damit wird Resonanz erzielt, aber auch Misstrauen beseitigt.
  • „Landleben“ von Matthias Neske (Chez Matze): Stadt vs. Land ist eine sehr subjektive Wahrnehmung. Der eine hat das Gefühl von Engstirnigkeit, der andere empfindet die Gemeinschaft auf dem Land als lebendiger.
  • „Boom Boom Bio für alle“, Jan Niessen (Bioland): Wir dürfen nicht nur den Endverbraucher als Kunden sehen, sondern auch die öffentliche Beschaffung (Großküchen), aber auch die Hotellerie und Gastronomie – viel Potenzial! Wir müssen bewegen und begeistern, erzwingen können wir nichts.
  • „Free Bio“, Hassaan Hakim (Yool) & Claudia Bschor (Sonnentor): Fachhandel muss sich selber helfen und darf nicht auf Markenhilfe warten. Möglichkeiten sind neue Nischen, eigene Produkte und mehr Ereignisse, um eine emotionale Bindung mit den Kunden zu schaffen.

Alle von den Teilnehmern gewählten Sessions findet Ihr hier. Insgesamt wurden diese 28 Themen eingereicht. 

Nicht nur Austausch, auch Bio-Input vom Feinsten

Obwohl wir ja beim Biolebensmittelcamp immer in Sessions diskutieren, hatten wir in diesem Jahr einige wesentliche wunderbare Menschen eingeladen, ihre Erfahrungen und Ansichten mit uns zu teilen. Den Start machte der Filmemacher und Regisseur Bertram Verhaag am Freitagabend. Bertram führte uns in sein Schaffen mit einigen Filmausschnitten aus seinem unglaublich umfangreichen Werk ein (mehr als 120 Produktionen). Dabei ging es um ökologische Landwirtschaft und soziale Verantwortung. Sein ganz persönliches Erweckungserlebnis zum Thema Bio war das sogenannte Terminator-Saatgut, welches, aus rein wirtschaftlichen Interessen, nur einmal keimen kann, um die Bauern zu zwingen, immer wieder zu kaufen. 

Am Samstagmorgen hatten wir Georg Kaiser, Mitgründer sowie Mitinhaber und Geschäftsführer der BIO COMPANY, zu Gast. Offen und ehrlich sprach er über Handeln mit Haltung und wie man, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, ökologische und soziale Verantwortung mit unternehmerischen Erfolg verbindet. Für mich ein positiver Wahnsinn, mit welcher Akribie der Bio-Lebensmittelfachhandel sich eigene Richtlinien setzt, die weit über den gesetzlichen Rahmen hinaus gehen. Zum Abschluss aber auch nachdenkliche Worte unter dem Motto "Quo vadis Bio-Fachhandel". Danke dafür, Georg.

Schließlich Sonntag. Zwei brandenburger Überzeugungstäter. Einmal Joachim Weckmann, Geschäftsführer, Demeter Bäckerei Märkisches Landbrot, der zeigte, dass Bio heißt, nicht immer einer Meinung zu sein – aber immer im Gespräch miteinander zu bleiben. Joachim sieht sich selbst heute als „Szene-Opa“, der gerne seine Werte an die Jungen weitergibt, dabei hilft nur eines: Vorbild sein! Und dann noch Jörg Thiele, Gastgeber und Koch im Bio-Hotel Kolonieschänke. Er hatte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich für sich eingenommen, schließlich hatte er kleine Tastings vorbereitet. Jörg gab Einblicke, was es bedeutet, ein Biohotel in Brandenburg zu leiten. 

Es war ja doch nicht nur Ernst...

Freilich, auf dem Biolebensmittelcamp wurde wieder viel diskutiert, Meinungen prallten aufeinander, aber, und das schätze ich an der Bioszene sehr, immer mit Respekt, Leidenschaft und Lust am Argument des und der anderen. Dazu gehört aber auch unbedingt, über sich selbst lachen zu können, was der Gedankenkopfstand in der Session von Henrike Rieken, HNE Eberswalde, Christian Eichert, Bioland, & Manuel Pick, Bohlsener Mühle, mit der Aufforderung zum „Bio-Bashing“ beweist. Die Gewinnerheadline: „Staub im Mund, aber g’sund“. Und das Improtheater Theatersport Berlin, das die Bio-Branche auf eine lustige und ironische Reise durch die Bio-Welt mitnahm, schlug in eine ähnliche Kerbe. Hier ein kleiner Film zum Thema „Fachhandels(un)treue“ (Danke fürs Mitfilmen Karin Heinze).

Nicht zu vergessen: die Big-Bang-Bio-Party am Samstagabend. Liebe Leute: Ihr habt bis nach drei Uhr durchgehalten und gefeiert. Respekt, dass Ihr am nächsten Tag wieder pünktlich in den Sessions wart und weiter gearbeitet habt. 

Meine persönliche Camp-Bilanz

Es ist nicht einfach, die vielen Eindrücke des BiolebensmittelCamp 2018 zu fassen. Aber ich werde es versuchen:

  • Fast 40 Prozent mehr Teilnehmer als beim ersten Mal in einer extrem genialen Location.
  • Super Stimmung, viele tolle, leidenschaftliche Menschen, die für eine gute Sache eintreten.
  • Hohe Qualität in den Sessions und sehr offene Diskussion, große Bereitschaft, auch herausfordernde Themen anzugehen.
  • Tolles, sehr engagiertes Team – vom Mindmapper bis zum Kernteam!
  • Manchmal würde ich mir noch etwas mehr Offenheit wünschen. Nicht jeder ist gleich weit vorne beim Bio-Weg. Manche brauchen noch etwas Zeit, sich ganz zu finden (Unterstützung statt erhobenem Zeigefinger).
  • Ich wünsche mir, dass im nächsten Jahr nicht nur mehr Landwirte dabei sind, sondern auch der Fachhandel. Denn, wie wir beim Camp gesehen haben, wird der Wind rauer. Ein Event wie das BiolebensmittelCamp bietet viele Möglichkeiten, engagierte Marken kennenzulernen und den direkten Austausch zu suchen. Außerdem bekommt man jede Menge konkrete Ideen serviert.
  • Danke auch für die vielen wertvollen Gespräche, die sich nicht „nur“ um Bio-Lebensmittel, sondern auch um Philosophie, Spiritualität und alltägliche Werte-Entscheidungen gedreht haben.
  • Danke auch an unsere Partner, die an diese Idee des offenen, grenzüberschreitenden Gedankenaustauschs glauben!

Autor: Wolfgang Falkner

Wolfgang Falkner, Dipl.-Ing. (FH) ist Inhaber von „The CampCompany“ und veranstaltet mit seinem Team das jährliche SpaCamp (seit 2010), NaturkosmetikCamp (seit 2014) sowie das BiolebensmittelCamp (seit 2017). Darüber hinaus ist er Herausgeber der gleichnamigen Fachblogs. Ziel dieser Bühnen für Impulse ist es, Innovation, Vielfalt, Engagement zu fördern und Menschen auf Augenhöhe zusammenzubringen - online und im Real-Life. Dabei werden Themen behandelt, die Sinn stiften, ein gutes Leben bereichern und nachhaltig sind.

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Anja Krüger

Projektmanagerin Cluster Tourismus

TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

0331-29873-572 Anja.Krueger@reiseland-brandenburg.de