Handlungsfeld 3

Abgestimmte Digitalisierung und Kommunikation auf allen Ebenen

Die Digitalisierung wird in den kommenden Jahren das Gesicht der Tourismusbranche ändern, indem neue Geschäftsmodelle und innovative Betriebs- und Kommunikationsprozesse entstehen. Daher muss die digitale Kompetenz aller Tourismusakteure gestärkt, die inhaltliche und technologische Qualität der digitalen Kommunikation weiterentwickelt und relevante Gästeinformationen über digitale Zugangspunkte und Medien verfügbar gemacht werden.

Aufgabe 1: Gemeinsame Contentstrategie entwickeln und umsetzen

Jeger / pixelio.de

Marke, das ist das Bild im Kopf, das durch positive Erlebnisse, aber auch durch klare Botschaften fest in den Köpfen unserer Gäste verankert wird. Dafür bedarf es sowohl analoger und digitaler Botschaften, kurz Content, der zur richtigen Zeit, der richtigen Zielgruppe, am richtigen Ort zur Verfügung stehen muss.

Um mit begrenzten Ressourcen eine noch höhere Reichweite zu erzielen, ist eine gemeinsame Contentstrategie des brandenburgischen Tourismus erforderlich. Diese legt fest, für welche Zielgruppen, welche Inhalte über welche Kanäle vermittelt werden und wer diese „bespielt“ und untergeordnete Instrumente für deren Umsetzung benennt. Die Umsetzung der Strategie ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Tourismuswirtschaft.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Entwicklung einer gemeinsamen Contentstrategie

Verantwortlich: TMB, Handlungsfeld-AG 3 + ggf. weitere TeilnehmerDMOs der Reisegebiete, lokale Tourismusvereine / Tourist-Informationen, Unternehmen, Fachverbände, weitere Partner

  • Unterstützung bei der Nutzung zentraler Hilfsmittel und Informationen wie TMB-Fotoarchiv, Leitprodukt-Datenbank mit Textarchiv, Redaktionsplan und produzierter Content genutzt

Verantwortlich: DMOs der Reisegebiete (insb. Markenmanager*innen), TMB (insb. Markenmanager*innen), lokale Tourismusvereine/Touristinformationen, Orte, Unternehmen

siehe auch Aufgabe 2 in diesem Handlungsfeld

  • (Weiter)entwicklung weiterer nützlicher Hilfsmittel und  Werkzeuge wie Bildsprache, Corporate Wording, Stile etc. ​​​​​​​

Verantwortlich: TMB, DMOs der Reisegebiete (insb. Markenmanager*innen)

  • Technische Entwicklung und landesweite Zurverfügungstellung und zahlreicher Einsatz der Software „MeinBrandenburg“ als gemeinsamer digitaler Reisebegleiter

Verantwortlich: Clustermanagement Tourismus bei der TMB, DMOs der Reisegebiete, Lokale Tourismusvereine / Touristinformationen, Unternehmen, Kultureinrichtungen, weitere regionale und lokale Partner, TMB etc.

Was wir wollen!

Klarheit und Orientierung für alle Akteure, die sich an der Kommunikation touristischer Botschaften beteiligen. Konzentration auf die Erstellung und Verteilung markenrelevanten Contents.

Was wir nicht wollen!

Die "Gelben Seiten" des Tourismus sein.

Aufgabe 2: Weiterentwicklung der zentralen Datenbanken

Die von der TMB zentral bereitgestellten Datenbanken DAMAS, Veranstaltungsdatenbank und TOMAS sind wichtige Grundsteine, um eine landesweit einheitliche Datenhaltung und -nutzung zu gewährleisten. Die konsequente Mitwirkung im Contentpartnernetzwerk sichert ab, dass Daten systematisch gepflegt, zentral vorgehalten, aber an verschiedenen Punkten ausgespielt werden können.

Hierbei haben die DMOs der Reisegebiete eine Koordinationsfunktion. Damit verfügt das Land Brandenburg über ein Erfolgsmodell. Diesen Vorsprung gilt es zu nutzen.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Qualitative Optimierung der strukturierten Daten aller landesweiten touristischen Datenbanken auf Basis der gemeinsamen Contentstrategie (POIs etc.)

Verantwortlich: TMB, Clustermanagement Tourismus bei der TMB, Contentpartnernetzwerk

siehe auch Aufgabe 1 in diesem Handlungsfeld

  • Erfassung der Bedarfe/Wünsche zur Optimierung der Datenbanken und Umsetzung im Rahmen der technischen Möglichkeiten

Verantwortlich: TMB, DMOs der Reisegebiete, Clustermanagement Tourismus bei der TMB, Contentpartnernetzwerk

  • Definieren der rechtlichen Rahmenbedingungen (Eigentum Daten, Bildrechte, Nutzung, Urheber etc.)

Verantwortlich: TMB, Contentpartnernetzwerk

  • (Controlled-)Open Data: Öffnung und Weiterentwicklung von strukturierten Daten und Aufbereitung für relevante Plattformen zur Erhöhung der Reichweite innerhalb der Marken-Zielgruppen; Identifikation von Partnern i.s.d. Marke Brandenburg

​​​​​​​Verantwortlich: TMB, Contentpartnernetzwerk, DMOs der Reisegebiete (insb. Markenmanager*innen)

siehe auch Handlungsfeld 6, Aufgabe 1​​​​​​​

  • Prüfung der Möglichkeit und ggf. pilothafte Konzeption/ Umsetzung semantischer Technologien  ​​​​​​​

​​​​​​​Verantwortlich: TMB, Clustermanagement Tourismus bei der TMB, Contentpartnernetzwerk

Was wir wollen!

Ressourcen schonen und Reichweite erzielen: Die touristischen Daten Brandenburgs sind in einer Datenquelle, die von ausgewählten Partnern „angezapft” werden. An der Marke ausgerichtete POIs tragen dann auch in weiteren Kommunikationskanälen zur Schaffung eines konsistenten Bildes von Brandenburg bei den (potentiellen) Gästen bei. Markenbotschaften werden auf allen Ebenen ausgespielt.

Was wir nicht wollen!

Unstrukturierte Daten, Web- und digitale Projekte, die „das Rad neu erfinden“ und zu kostenintensiven Parallelstrukturen führen.

Aufgabe 3: Aufbau einer gemeinsamen Marketing-Beteiligungsplattform

Karin Jung / pixelio.de

Viele Institutionen und Organisationen bieten diverse Beteiligungsmöglichkeiten an Marketing- und anderen Aktivitäten an. Um eine möglichst hohe Effizienz der eingesetzten Mittel zu erreichen, ist es notwendig die Maßnahmen noch besser aufeinander abzustimmen, sich gegenseitig zu informieren und Synergien auszuschöpfen.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Konzeption und Einrichtung einer Marketing-Beteiligungsplattform für alle Partner im Tourismusnetzwerk Brandenburg, auch als „White-Label“ zur Einbindung des Systems auf eigener Website

Verantwortlich: Clustermanagement Tourismus bei der TMB,  TMB, DMOs der Reisegebiete, pro agro, BKBV, DEHOGA, BGKG, VBB, DB Regio, IHK u.a.

  • Evaluierung bestehender Marketingaktivitäten auf allen Ebenen, Identifikation von Schnittstellen und Synergieeffekten​​​​​​​

Verantwortlich: TMB, DMOs der Reisegebiete, pro agro, BKBV, DEHOGA, BVCD, BGKG, VBB, DB Regio, AG Hist. Stadtkerne, IHK u.a.

Was wir wollen!

Effektiver Ressourceneinsatzes, Transparenz und eine bessere Abstimmung der Beteiligungsmöglichkeiten über alle Ebenen hinweg.

Was wir nicht wollen!

Doppelstrukturen und Kannibalisierung bei der Vermarktung des touristischen Angebotes.

Aufgabe 4: Diskussion zur Zukunft des Vertriebs von touristischen Leistungen

Rainer Sturm / pixelio.de

Digitale Buchungsplattformen für Unterkünfte, Freizeitangebote etc. eröffnen Unternehmern neue Vertriebswege und damit Kunden. Ihnen gegenüber stehen EU-Regelungen, die die Rolle von DMOs in diesem Wettbewerb neu ordnen. Der Status quo muss festgestellt und die Zukunft des Vertriebs unter Berücksichtigung von alternativen Vertriebsplattformen ergebnisoffen diskutiert werden. Ziel ist es, die Rolle der DMOs dabei zu definieren.

siehe auch Handlungsfeld 2, Aufgabe 1

Was ist als nächstes zu tun?

  • Vertriebsanalyse: Wie findet der Vertrieb der Brandenburger Tourismuswirtschaft derzeit statt? Stärken-Schwächen/ Chancen-Risiken-Analyse

Verantwortlich: TMB, Partner des Informations- und Reservierungsservice, DMOs der Reisegebiete, lokale Tourismusvereine, Orte, Unternehmen, weitere Partner

  • Offene Diskussion über die Aufgabe “Vertrieb von touristischen Leistungen über DMOs” (Hotelvertrieb, Bausteine wie Aktivitäten, Touren, Freizeiterlebnisse, geführte Touren etc.) und anschließende Umsetzung unter Berücksichtigung  alternativer Vertriebswege im Tourismus z.B. Gutscheine, B2B-Plattformen etc. und weiteren Marktaspekten​​​​​​​

Verantwortlich: AG Handlungsfeld 3 / EGFK, TMB (mit Partnern des Informations- und Reservierungsservice), DMOs der Reisegebiete, lokale Tourismusvereine, Orte, Unternehmen, weitere Partner​​​​​​​

Was wir wollen!

Klares Verständnis entwickeln und gerade kleineren Tourismus-Unternehmen, die durch Vertriebsleistungen noch dichter an den Gast rücken, Orientierung geben

Was wir nicht wollen!

Dynamische Marktentwicklungen und damit Chancen für Brandenburgs Tourismuswirtschaft verpassen.