Handlungsfeld 4

Leistungsfähige Infrastruktur und vernetzte Mobilität

Der Auf- und Ausbau der touristischen Basisinfrastruktur ist weitgehend abgeschlossen, so dass ein umfassendes Angebot an touristischen Rad-, Wasser- und Wanderwegen, Bädern und Thermen sowie Tourist-Informationen vorhanden ist. Ziel ist daher primär, diese Infrastruktur auf einem modernen und qualitativ hochwertigen Stand zu erhalten und weiterzuentwickeln. Auch sollen die verkehrliche Erreichbarkeit von Reisezielen in Brandenburg – insbesondere aus dem Quellmarkt Berlin – sowie die Mobilität der Gäste vor Ort gewährleistet sein. Wichtige Planungsgrundlagen sind politische Rahmenkonzepte (z.B. Wassersportentwicklungsplan (wep4)) und praxisorientierte Leitfäden (z.B. „Die Zukunft der Tourist-Informationen“).

Aufgabe 1: Sicherung und Weiterentwicklung des Wasserstraßennetzes

Das wassertouristische Angebot ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal Brandenburgs im Wettbewerb mit anderen Destinationen. Die Sicherung des im Land Brandenburg verlaufenden Bundes- und Landeswasserstraßennetzes für eine touristische Inanspruchnahme ist daher eine der zentralen infrastrukturellen Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung der Tourismuswirtschaft.

Die Vervollständigung der Wasserwanderinfrastruktur an den Routen und in den Revieren im Land und die Verbesserung der Attraktivität der Gewässer für wassertouristische Zwecke soll auf Basis des Wassersportentwicklungsplanes (wep4) realisiert werden.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Entwicklung eines „Wasserstraßenkonzeptes Brandenburg“ für die infrastrukturelle Sicherung des Wasserstraßennetzes als Fundament für die wirtschaftliche Weiterentwicklung

Verantwortlich: Landesregierung, Bund, insb. BMVI mit WSV, Landkreise, Kommunen, DMOs der Reisegebiete

  • Regionale Entwicklungskonzepte auf Grundlage des o.g. „Wasserstraßenkonzeptes Brandenburg“ und des wep4 als Fundamente für die wirtschaftliche Weiterentwicklung (Landesweite Umsetzung des wassertouristischen Informations- und Leitsystems kann Teil dessen sein)​​​​​​​

Verantwortlich: Landkreise, Kommunen, Wassertourismusinitiativen (WIN, F.U.N., WIR, WISO), DMOs der Reisegebiete, Netzwerk Aktiv in der Natur/LTV und weitere Partner

Was wir wollen!

Mit dem Erhalt des Wasserstraßennetzes ist die Grundlage für das Alleinstellungsmerkmal Brandenburgs im touristischen Wettbewerb bewahrt. Das verschafft der investitions- und innovationsfreudigen Branche Planungssicherheit und eine weitere dynamische Entwicklung.

Was wir nicht wollen!

Zersplitterte Verantwortlichkeiten und Ansprechpartner, Insellösungen bei Betreiberkonzepten und vom größten europäischen Binnenwasserstraßennetz abgekoppelte Reviere.

Aufgabe 2: Modernisierung des Radwegenetzes

Radler an der Glienicker Brücke

Brandenburg zählt zu den beliebten Radreiseregionen in Deutschland. Basis hierfür ist das touristische Radroutennetz, das durch die Einführung der „Knotenpunktwegweisung“ in neun Landkreisen weiter wächst. Die Qualität eines modernisierten Wegenetzes muss regelmäßig geprüft werden.

Daher ist ein flächendeckendes Radwege-Monitoringsystem erforderlich, das den touristischen wie den Alltagsverkehr umfasst. Ein solches digitales System soll die standardisierte und systematische Erfassung des Radwegenetzes ermöglichen.

siehe auch Handlungsfeld 1, Aufgabe 5

Was ist als nächstes zu tun?

  • Konzeptionelle Entwicklung des Radwege-Monitoringsystems aus touristischer Sicht, Implementierung des Systems (Betreibermodell, Finanzierung)

Verantwortlich: Landestourismusverband Brandenburg, MWE, MIL/Landesbetrieb Straßenwesen, IMAG Radverkehr, MIK/Maerker, AG fahrrad-freundliche Kommunen im Land Brandenburg, Landkreise, Kommunen, DMOs der Reisegebiete

  • Modernisierung von Radwegen: Schaffung konzeptioneller Grundlagen und regionaler Netzwerke, Nutzung des GRW-Förderprogramms​​​​​​​

Verantwortlich: Landkreise, MWE, Kommunen, DMOs der Reisegebiete, LTV/Netzwerk Aktiv in der Natur, ILB

  • Entwicklung landesweiter Kriterien für Wegeführung und -zustand innerhalb von Knotenpunktwegweisungssystemen ​​​​​​​

Verantwortlich: Netzwerk Aktiv in der Natur (LTV), DMOs der Reisegebiete, TMB, Landkreise, Kommunen, MWE, MLUL, MIL

Was wir wollen!

Die Qualität des modernisierten Radwegenetzes ist sichergestellt, wird regelmäßig überprüft und Ressourcen werden eingespart, weil Daten transparent fließen und Doppelarbeit vermieden wird.

Was wir nicht wollen!

Weitere Zersplitterung von Aktivitäten und Verantwortlichkeiten.

Aufgabe 3: Wissenstransfer zu intermodalen und nachhaltigen Mobilitätskonzepten

Gäste erwarten, dass sie sich mittels verschiedener Transportlösungen in einer Destination ihren Bedürfnissen entsprechend bewegen können. Die Bedeutung eines qualitativ hochwertigen Mobilitätsangebotes, bei dem verschiedene Verkehrsmittel gut miteinander verknüpft sind, steigt daher.

Bei den touristischen Akteuren im Land ist das Wissen über solche intermodalen und nachhaltigen Mobilitätskonzepte zu erhöhen. Um Know-how aus neuen Mobilitäts-, Partnerschafts- und Finanzierungskonzepten zu erzeugen und zu vermitteln, sollten wir spezielle Veranstaltungsformate nutzen.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Erhöhung des Wissenstransfers über nachhaltige Mobilitäts-, Partnerschafts- und Finanzierungskonzepte und Verkehr. Dazu dienen Plattformen wie die Veranstaltungsreihe “Nahverkehr und Tourismus”, www.tourismusnetzwerk-brandenburg.de, Tourismustage etc.

Verantwortlich: MIL, VBB, IHKn, Clustermanagement Tourismus bei der TMB, MWE, DMOs der Reisegebiete, Kommunen

Was wir wollen!

Die Akteure aus Tourismus und Verkehr sind enger vernetzt, Wissen über Rahmenbedingungen von Mobilität sowie intermodale und nachhaltige Mobilitätskonzepte hat sich bei den Tourismusakteuren verstärkt.

Was wir nicht wollen!

Sehr gute touristische Angebote, die der Gast nicht erreichen kann, weil entsprechende Mobilitätsleistungen fehlen.

Aufgabe 4: Bündelung touristisch relevanter Daten

Die Tourismusstrukturen in Brandenburg sind wie in jedem anderen Bundesland unterschiedlich stark ausgeprägt. Eine Big-Data-Lösung, die touristisch relevante Struktur- und Wirtschaftsdaten bündelt, vorhält und schneller digital visualisiert ist Voraussetzung für einen Gesamt- und regionalen Überblick. Sie vermag u.a. Anhaltspunkte für räumliche Verdichtungen, Grundlagen für Produktentwicklung, für die Verbesserung und Entwicklung von Infrastrukturprojekten, für Mobilitätskonzepte, für zukünftige Investitionen oder für politische Diskussion zu liefern.

siehe auch Handlungsfeld 6, Aufgabe 2

Was ist als nächstes zu tun?

  • Konzipierung: Nutzeranalyse, Analyse vorhandener Daten etc.

Verantwortlich: Handlungsfeld-AG 4 + weitere Teilnehmer, MWE, MIL, MLUL, TMB, Clustermanagement Tourismus bei der TMB, DMOs der Reisegebiete, Landkreise, weitere Partner

Was wir wollen!

Ressourcen werden genutzt, um Stärken zu stärken und Potentiale so zu entfalten, dass mehr Gäste von Spitzenleistungen im Sinne der Marke angezogen werden.

Was wir nicht wollen!

Tourismusentwicklung als „Strohhalm“ oder „Notnagel“ verstanden wissen.