Handlungsfeld 5

Umsetzung der Marke Brandenburg in wertschöpfenden Produkten

Produkte im Sinne der Tourismusmarke Brandenburg sind mehr als die bloße Kombination verschiedener Leistungen. Sie spiegeln ein klares Profil der Reiseregion wider, (über)erfüllen das Versprechen der Marke und machen Gäste zu begeisterten Botschaftern.

Die Tourismusmarke Brandenburg ist als gemeinsamer Rahmen für alle touristischen Akteure in Brandenburg gesetzt.

Aufgabe 1: Spitzenleistungen im Sinne der Marke Brandenburg erlebbar machen

Der Wert der Marke Brandenburg misst sich nicht an dem abgegebenen Versprechen, sondern an deren Einlösung. Gäste machen das nicht an einem einzelnen Erlebnis fest. Ob vor, während oder nach dem Urlaub bzw. dem Ausflug: in allen Phasen müssen Kontakte zum Gast überzeugen.

Das vernetzte Denken und Handeln in diesen sog. „Reiseketten“ muss gefördert werden. Ausgangspunkt dabei sind die regionalen Markenprofile, die mit Akteuren vor Ort erarbeitet wurden.

siehe auch Handlungsfeld 6, Aufgabe 1

Was ist als nächstes zu tun?

  • Weiterentwicklung von Reiseketten: Netzwerke nutzen bzw. etablieren um wertschöpfungsstarke Produkte zu kreieren und zu profilieren.

Verantwortlich: DMO des Reisegebietes (insb. Markenmanager*innen)Unternehmen, Touristinformationen der Orte, Kommunen, weitere regionale Partner, TMB (insb. Markenmanager*innen)

  • Profilgebende Leitprodukte werden in das Schaufenster der Kommunikation gestellt

Verantwortlich: TMB und Unternehmen und DMOs der Reisegebiete und Kommunen mit ihren Touristinformationen, weitere Partner auf allen Ebenen

siehe auch Handlungsfeld 3, Aufgaben 1 und 2

Was wir wollen!

Das Gästeversprechen der Region und der Marke Brandenburg wird vor Ort eingelöst und „Nachahmer“ motiviert.

Was wir nicht wollen!

"Produkt-Einheitsbrei“, Kirchturmdenken und den Feind der Marke: Beliebigkeit.

Aufgabe 2: Entwicklung von Qualitätsleitlinien

Touristischen Leistungsträgern und Organisationen soll es künftig leichter gemacht werden, Servicequalität zu definieren, in Reiseketten zu denken und für ihre Gäste Marke spürbar und erlebbar zu machen. Unter Berücksichtigung der Markengrundsätze ist gemeinsam zu klären, wie mit dem Thema „Qualität“ künftig umgegangen wird.

Qualität darf sich nicht nur in der Anwendung von Zertifizierungen und Klassifizierungen zeigen. Leitlinien zur touristischen Qualitätsentwicklung sollen die Aufgabenverteilung im Rahmen eines Qualitätsentwicklungsprozesses definieren.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Entwicklung der „Leitplanken“ für eine landesweite Qualitätsentwicklung (Definition einer „Brandenburg-Qualität“)

Verantwortlich: Tourismusakademie Brandenburg, TMB/ Clustermanagement Tourismus bei der TMB, MWE, DMOs der Reisegebiete

  • Entwicklung eines praxisnahen Leitfadens zur Qualitätsentwicklung für alle Touristiker

Verantwortlich: TMB/Clustermanagement Tourismus bei der TMB, MWE, DMOs der Reisegebiete, Verbände, weitere Partner auf allen Ebenen

  • Entwicklung von Kriterien für die Produktgestaltung und die Vermarktung von Touren ​​​​​​​ ​​​​​​​

Verantwortlich: Netzwerk Aktiv in der Natur (LTV), TMB, Tourenanbieter

Was wir wollen!

Es den Akteuren einfacher machen, sich auf Gäste einzustellen und eine Orientierung im Qualitätslabel-Dschungel geben.

Was wir nicht wollen!

Qualitätsentwicklung nur als übergeordnete Aufgabe verstehen.

Aufgabe 3: Konzepte zur verstärkten Einbindung der Gastronomie bei der Produktentwicklung

Essen und Trinken ist ein wichtiger Bestandteil der Reisekette eines Urlaubs oder Tagesausflugs. Regionen erschließt sich der Gast über den Gaumen und die Mitarbeiter eines Restaurants sind oft die einzigen Menschen aus der Region, mit denen Gäste in Kontakt kommen. Gastronomie muss daher stärker in die touristische Entwicklung eingebunden und Initiativen  für Gastronomen besser dargestellt werden.

Eine weitere Herausforderung ist, dass herkömmliche Gastronomie in vielen ländlichen Räumen nur eingeschränkt oder nicht mehr verfügbar ist. Hier müssen neue, pragmatische Ansätze und Konzepte entwickelt werden.

siehe auch Handlungsfeld 1, Aufgabe 2 und dieses Handlungsfeld, Aufgabe 1

Was ist als nächstes zu tun?

  • Verknüpfung touristischer Schwerpunktrouten und touristischer Leuchttürme mit gastronomischen Angeboten, bspw. durch gezielten Einsatz von Leaderprojekten

Verantwortlich: DMOs der Reisegebiete, Kommunen, LAGn, regionale Planungsgemeinschaften

  • Verknüpfung der regionalen Gastronomie mit regionalen Erzeugern

Verantwortlich: pro agro, Unternehmen

Was wir wollen!

Touristische Produkte, die unsere Gäste mit allen Sinnen genießen können.

Was wir nicht wollen!

Ein Nebeneinander von regionalen Erzeugern, gastronomischen Angeboten und touristischen Produkten.

Aufgabe 4: Barrierefreiheit in touristische Angebote und Wertschöpfungsketten integrieren

Brandenburg verfügt mit Informationen zur Barrierefreiheit von über 850 Angeboten im Tourismus über die mit Abstand größte Informationsbasis in Deutschland („Brandenburg für Alle“). Angesichts des demographischen Wandels sowie steigender Komfortansprüche mobilitäts- und aktivitätseingeschränkter Gäste ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen barrierefreien Angeboten im Tourismus zukünftig weiter wachsen wird.

Bei der Entwicklung solcher Angebote müssen Betriebe, Kommunen und Regionen intensiv unterstützt werden. Das Thema „Barrierefreiheit“ ist in Brandenburg ein Querschnittsthema, dessen Integration in touristische Angebote und Wertschöpfungsketten befördert werden soll.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Entwicklung eines Leitfadens zur Entwicklung barrierefreier Tourismusangebote und zugehöriger Checklisten für Tourismusbetriebe und Kommunen, Einstellung der Dokumente in das Tourismusnetzwerk Brandenburg

Verantwortlich: MWE, TMB, MASGF/Beauftragter der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen, MIK, MIL, LTV, Modellregionen Lausitzer Seenland und Ruppiner Seenland, DMOs der Reisegebiete, Verbände, u.a.

  • Pilothafte Workshops zur Entwicklung barrierefreier Tourismusprodukte in Regionen und Kommunen

​​​​​​​Verantwortlich: MWE, DMOs der Reisegebiete, Kommunen, TMB

Was wir wollen!

Miteinander vernetzte barrierefreie Tourismusangebote, von denen nicht nur Gäste mit körperlichen, geistigen oder Sinnes-Beeinträchtigungen profitieren, sondern die mit Komfort und Service zusätzliche Qualitätsmerkmale darstellen, von denen alle Gäste profitieren. 

Was wir nicht wollen!

Isolierte barrierefreie Angebote ohne Einbindung in Reise-/Leistungsketten.

Aufgabe 5: Stärkung unternehmerischer Initiativen zur Saisonverlängerung

TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Nach wie vor ist das Land Brandenburg ein Reise- und Urlaubsziel, das von einer starken Saisonalität geprägt ist, d.h. die Lieblingszeit unserer Gäste reicht von Frühjahr bis zum Herbst. Doch auch in der Winterzeit hat Brandenburg attraktive Angebote, die noch besser entwickelt und kommuniziert werden müssen.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Analyse der bereits bestehenden Angebote und Potentiale der Reiseregionen sowie Entwicklung neuer Konzepte und Partnerschaften zur Schaffung neuer Produkte und zur Vermarktung der Saison

Verantwortlich: DMOs der Reisegebiete, Kommunen, lokale Tourismusvereine/Tourist-Informationen, TMB, weitere Partner in der Region/im Ort

siehe auch Handlungsfeld 6, Aufgabe 1

  • Weiterentwicklung des Themas „Winterliches Brandenburg“ zur Kommunikation und Positionierung des Reiselandes Brandenburg​​​​​​​

​​​​​​​Verantwortlich: TMB, DMOs der Reisegebiete, weitere Partner

Was wir wollen!

Weitgehend ganzjährige Verfügbarkeit touristischer Angebote und Verbesserung der Auslastung und Wirtschaftlichkeit von Betrieben.

Was wir nicht wollen!

Schnäppchen und Preisreduktion im Wettbewerb, um die „schwache Jahreszeit“ zu überbrücken.