Handlungsfeld 6

Fokussierung der Zielgruppen und Märkte

Eine konsequente Zielgruppenfokussierung und die Durchdringung bzw. Entwicklung relevanter Märkte im Einklang mit der Tourismusmarke Brandenburg ist entscheidend für den Erfolg Brandenburgs im Wettbewerb mit anderen Destinationen. Mittels kontinuierlicher und abgestimmter Marktforschung lassen sich wichtige Daten zu Zielgruppen und Märkten generieren, auf deren Basis die touristische Produktentwicklung stattfindet und ein einheitliches Kommunikationskonzept für alle touristischen Akteure steht.

Der Leitfaden „Check in Brandenburg – fit für den internationalen Gast“ unterstützt touristische Anbieter bei der Gestaltung und Vermarktung von Produkten für Gäste aus Polen, Tschechien, Dänemark oder anderen Ländern. Besonderer Entwicklungsbedarf besteht insbesondere in der Erlebniswelt „Horizonte erweitern“ (MICE).

Aufgabe 1: Marke managen - Identität in den Regionen festigen und Impulse geben

Die Tourismusmarke Brandenburg ist als Familienmarke entwickelt worden. Das bedeutet: eine starke, fokussierte Region oder ein perfektes Angebot passen zur Marke Brandenburg. Das gilt aber auch umgekehrt: die Marke Brandenburg macht das regionale Profil und deren Angebote in der Wahrnehmung besser und veredelt diese. Während die TMB für die Führung der Familienmarke auf Landesebene zuständig ist, betreiben die regionalen DMOs zusammen mit den Akteuren des jeweiligen Reisegebietes die Markenführung auf regionaler Ebene.

Die von Mitarbeitern der regionalen DMOs und der TMB gebildeten „Markentandems“ sorgen für die Verzahnung. Klare Profile geben den touristischen Unternehmen und Dienstleistern eine klare Orientierung für die eigene inhaltliche Ausrichtung. Deshalb müssen wir den Wissenstransfer über die Vorteile der Markenbildung in die touristischen Unternehmen und Dienstleister weiter verstärken.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Verstärkung der persönlichen Beratungen und des Coachings von touristischen Unternehmen und Dienstleistern

Verantwortlich: Markenmanager*innen der DMOs der Reisegebiete und der TMB, Unternehmen/Dienstleister, lokale Tourismusvereine/ Tourist-Informationen und weitere Partner auf Regions- und Ortsebene

  • Weiterentwicklung der Werkzeuge und Formate für die Umsetzung der Marke im Tourismusnetzwerk Brandenburg (Überarbeitung Checklisten, Workshopformate, Weiterbildungsveranstaltungen etc.)​​​​​​​

Verantwortlich: Markenmanager*innen der DMOs der Reisegebiete und der TMB, Unternehmen/Dienstleister, lokale Tourismusvereine/ Tourist-Informationen und weitere Partner auf Regions- und Ortsebene

Was wir wollen!

Klarheit für touristische Akteure, wie sie sich entlang der Marke besser entwickeln und positionieren können.

Was wir nicht wollen!

Nur das touristische „Brandenburg-Logo“ platzieren, Vielfalt und möglichst viel „in die Marke pressen“.

Aufgabe 2: Gemeinsame Marktforschung

Zu Marktforschungszwecken, aber auch zur Evaluierung der Landestourismuskonzeption, hat die TMB im Rahmen des touristischen Fachinformationssystems T-Fis ein sogenanntes „Leistungskennzahlset“ (sog. KPIs = „Key-Performance-Indicators“) für die Landesebene entwickelt.

Auf dieser Basis haben fast alle Reisegebiete gemeinsam mit der TMB ein strategisches Kennzahlenset festgelegt, das Daten für die strategische Planung in den einzelnen Reisegebieten liefern soll. Diese sollen regelmäßig erhoben, analysiert und interpretiert werden.

siehe auch Handlungsfeld 2, Aufgabe 1 und Handlungsfeld 4, Aufgabe 3

Was ist als nächstes zu tun?

  • Anlegen und kontinuierliches Fortschreiben des regionalen Kennzahlensystems im „touristischen Fachinformationssystem“ (T-Fis) und „Nullmessung“. Auseinandersetzung mit und Einbezug von innovativen Ansätzen (z. B. Korrelation von GfK-Daten mit Bewegungsmustermessung)

Verantwortlich: TMB/Clustermanagement Tourismus bei der TMB, DMOs der Reisegebiete

  • Austausch der Ergebnisse, gemeinsame Interpretation und Erarbeitung von Produkt- und Kommunikationsansätzen in der Handlungsfeld-AG Marktforschung

Verantwortlich: TMB, DMOs der Reisegebiete

  • Wissenstransfer sichern: Das Wissen über die Zielgruppen und das Gästeverhalten wird zugänglich aufbereitet und geteilt, um die Marktbearbeitung erfolgreich zu gestalten​​​​​​​

Verantwortlich: Markenmanager*innen der TMB und der DMOs der Reisegebiet, Unternehmen, Kommunen, Touristinformationen der Orte, weitere Partner

siehe auch Aufgabe 1 in diesem Handlungsfeld ​​​​​​​

Was wir wollen!

Generierung relevanter Marktforschungsdaten zur Entwicklung und Optimierung touristischer Produkte in den Regionen und auf Landesebene und zur zielgruppenfokussierten und marktorientierten Kommunikation.

Was wir nicht wollen!

Unmengen an Kennzahlen, die den Blick auf das Wesentliche verstellen.

Aufgabe 3: Entwicklung der Erlebniswelt „Horizonte Erweitern“ (MICE)

MICE („Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions“) ist eine Bezeichnung für das Segment des geschäftlich motivierten Tourismus und stellt als „Horizonte erweitern“ eine von fünf definierten Erlebniswelten der Tourismusmarke Brandenburg dar.

Das MICE-Segment weist einige Entwicklungspotenziale auf. Insbesondere wird der neue Flughafen BER dieser Tourismusform neue Perspektiven ermöglichen, so dass es hier entsprechender strategischer Produktentwicklungs- und Marketingkonzepte bedarf. 

Was ist als nächstes zu tun?

  • Bestandsaufnahme bzw. Potenzialstudie für ein MICE-Konzept: Identifizierung von Zielgruppen, Nachfrageanalyse, Möglichkeiten der Marktbearbeitung

Verantwortlich: TMB, DMOs der Reisegebiete, touristische Unternehmen, MWE

  • Koordinierung der Anbieterstruktur zur Zusammenarbeit und Produktentwicklung innerhalb des Profilthemas MICE​​​​​​​

Verantwortlich: N.N., N.N.

siehe auch Handlungsfeld 5

Was wir wollen!

Brandenburg hat eine klares MICE-Profil und eine Potenzialstudie zur weiteren Ausgestaltung dieser Erlebniswelt.

Was wir nicht wollen!

Ein unerwünschtes MICE-Konzept ohne Rückhalt entwickeln.

Aufgabe 4: Internationalisierung vorantreiben – Gästepotentiale aus dem Ausland nutzen

Brandenburg erfreute sich in den letzten Jahren meist steigender Gästezahlen aus dem Ausland. Allerdings liegt das Wachstum aus diesen Märkten unter dem von anderen Bundesländern. Vielerorts sind die Akteure noch nicht auf Gäste aus Polen, Tschechien oder Dänemark eingestellt. Hier gilt es vorhandene Potentiale besser auszuschöpfen.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Umsetzung des Leitfadens „Check in Brandenburg – fit für den internationalen Gast“: Unterstützung von Anbietern und Akteuren auf Produktebene, um Angebote und Marktbearbeitung zu verbessern

Verantwortlich: DMOs der Reisegebiete, TMB, Clustermanagement Tourismus bei der TMB, Unternehmen, Touristinformationen der Orte, Kommunen, weitere Partner

  • Entwicklung von Werkzeugen und Formaten zur Rezeption und Verstetigung der Internationalisierungskampagne bei den regionalen Tourismusakteuren und Dienstleistern

Verantwortlich: Clustermanagement Tourismus bei der TMB und DMOs der Reisegebiete, Tourismusunternehmen, Touristinformationen der Orte, Gastronomie

Was wir wollen!

Brandenburgs Tourismuswirtschaft ist besser eingestellt auf ausländische Gäste, bearbeitet Märkte konzentrierter und kann vom Boom des BER  profitieren

Was wir nicht wollen!

Alle Auslandsmärkte mit wenig Mitteln bearbeiten.

Aufgabe 5: Synergieeffekte aus der BER-Eröffnung und MICE eruieren

© magann / pixelio.de

Im Hinblick auf die BER-Eröffnung und die Erlebniswelt MICE ist mit einer Internationalisierung des Segments sowie mit Umland-Effekten zu rechnen. Eine Analyse der touristischen Potenziale, die sich hieraus ergeben, kann nur im Zusammenwirken aller Beteiligten erfolgen.

Was ist als nächstes zu tun?

  • Analyse der touristischen Potentiale aus der Flughafeneröffnung BER

Verantwortlich: N.N., Beteiligte (und benachbarte) DMOs der Reisegebiete, MWE, Kommunen, visit Berlin