AKTUELLES: OSV-Sparkassen-Tourismusbarometer

Hier gibt es aktuelle Ergebnisse aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), z.B. Marktkennzahlen, aktuelle Entwicklungen/ Trends, Praxisbeispiele, Handlungsbedarfe, Ergebnisse aus Kurz-/Blitzumfragen usw.

erste Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers Ostdeutschland (Mrz. 2021)

OSV/dwif:

  • die ersten Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers Ostdeutschland wurden am 4. März 2021 unter dem Titel "Tourismus in Ostdeutschland mit & nach Corona: Alles neu, Alles anders? Fakten & Perspektiven und wie Betriebe und Destinationen ihre Entwicklung aktiv steuern können“ präsentiert
  • INHALTE: Folgen der Coronapandemie in Zahlen; Tagesreisen; Übernachtungstourismus; Das Reiseverhalten - eher temporäre Veränderungen; Krisenbewältigung in den Betrieben und in Tourismusorganisationen - Herausforderungen und Erfolgsfaktoren
  • Ende Juni 2021 erscheint der Jahresbericht und am 06.10.21 gibt es die Länderveranstaltung für Brandenburg.
  • HIER Kurzbericht. HIER Infografik. Zum Video und zu Fotos HIER.

Kurzbericht für das 1. Halbjahr 2020 für den Ostdeutschland-Tourismus

Sept. 2020: Im Auftrag des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) liegt im September 2020 das Update des dwif für das 1. Halbjahr 2020 für den Ostdeutschland-Tourismus vor. Der Bericht basiert auf einer Kurzbefragung der lokalen und regionalen Tourismusorganisationen sowie der Freizeitwirtschaft zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Anfang August 2020 stattfand.

  • Hier geht es zum Kurzbericht für das 1. Halbjahr 2020 für den Ostdeutschland-Tourismus 

Die wichtigsten Erkenntnisse – unter anderem in Bezug auf Ergebnisse / Einschätzungen für Brandenburg – sind als Auszüge (Quelle: dwif-Kurzbericht Sept. 2020) nachstehend gelistet sowie hervorgehoben: TEIL A) Kurzbefragungen Corona-Pandemie und TEIL B) Halbjahresbilanz 2020 Ostdeutschland-Tourismus 

TEIL A) Kurzbefragungen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie

TEIL A) Kurzbefragungen lokaler/regionaler Tourismusorganisationen und der Freizeitwirtschaft zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie

Möglichst wenig Kontakte, Selbstversorgung, To-Go-Angebote..., das gilt auch in Ostdeutschland nach wie vor. Reisemobilisten, Camping, der Ferienwohnungsmarkt und der Außer-Haus-Verkauf in der Gastronomie stehen derzeit ganz oben in der Beliebtheitsskala – so auch die Bewertung als steigend/ stark steigend durch die brandenburgischen Orte/Regionen. Aber auch die weiteren Segmente kommen mit Ausnahme der Gruppenunterkünfte langsam wieder in Schwung (in BB vor allem für Pensionen/Gasthöfe sowie Privatzimmer), wenngleich sich auch viele Hotels nach wie vor eher in der Warteposition befinden.

Trotz der langsamen Recovery in vielen Segmenten der Freizeit- und Kulturwirtschaft gehen die Insolvenzbefürchtungen langsam zurück. Auch zeigen die aktuellen Besucherzahlen, dass viele Kategorien weiterhin mit hohen Rückgängen und damit Einbußen bei den Einnahmen zu kämpfen haben. Nach eigenen Aussagen stehen eher privatwirtschaftliche Akteure als solche in kommunaler Trägerschaft kurzfristig vor existenziellen Fragen.

In Ostdeutschland ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten für den Monat Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um - 5,8 Prozent rückläufig (Sachsen: -4,2 Prozent, Thüringen: -5,4 Prozent, Mecklenburg- Vorpommern: -6,0 Prozent, Sachsen-Anhalt: 6,3 Prozent, Brandenburg: -8,1 Prozent, Deutschland: -7,1 Prozent).

78 Prozent der Befragten in Ostdeutschland (BB = 63%) spüren die Auswirkungen der Akutfolgen aus der Corona- Pandemie sehr stark oder stark. Diese sind sofort sichtbar, gleichzeitig tritt aber eine „relativ“ rasche Erholung in vielen Segmenten ein. Hierzu zählen z. B. Umsatzverluste, (temporäre) Betriebsschließungen, Kurzarbeit, Freistellungen etc. Weitere 67 Prozent erwarten Langfristfolgen (BB = 61%). Hierzu zählen z. B. Auswirkungen auf die MICE-Branche, den Incoming-Tourismus, Gruppenunterkünfte/-reisen oder den Wellness-/Gesundheitstourismus.

TEIL B) Halbjahresbilanz 2020 Ostdeutschland-Tourismus

TEIL B) Halbjahresbilanz – Ostdeutschland-Tourismus im Recovery-Modus

Der Nachfragerückgang in Ostdeutschland lag für alle BL auf einem ähnlichen Niveau. Die gewerblichen Übernachtungen (Betriebe ≥ 10 Schlafgelegenheiten) im Januar-Juni 2020 (1. Halbjahr 2020) zeigen einen Rückgang in Brandenburg von -3,6 Mio. bzw. -42,5% im Vgl. zum Vorjahreszeitraum auf (Deutschland -117,3 Mio. bzw. -47,2%). Die stärksten Rückgänge traten für alle Bundesländer im März, April und Mai auf.

Für den Inlandstourismus bilanzierten die ostdeutschen Bundesländer insgesamt einen weniger starken Nachfrageeinbruch (-42,0 Prozent) als auf Bundesebene (-44,3 Prozent). Der ostdeutsche Incoming-Tourismus war im ersten Halbjahr 2020 deutlich von der Pandemie gezeichnet. Damit brach die Übernachtungsnachfrage aus dem Ausland im ersten Halbjahr erwartungsgemäß stärker ein als die Nachfrage aus dem Inland. Mit der schrittweisen Schließung der Grenzen fehlten den Destinationen ab Mitte März die Urlaubsgäste aus dem Ausland, ebenso wie internationale Geschäftsreisende. Die Rückgänge aus den erdgebundenen Nahmärkten waren dabei weniger stark ausgeprägt. (eigene Anmerkung: die Zuwächse aus dem Polnischen Markt hängen mit den "Zwangsquarantänen" im Monat April - Thema: Tagegeld für Grenzpendler - zusammen)

Bereits in den letzten Jahren haben Unterkunftsarten, die für Flexibilität und Unabhängigkeit stehen, großen Zulauf erhalten. Durch die Corona-Pandemie hat sich dieser Trend weiter verstärkt. Die Nachfrageverluste fielen im ersten Halbjahr 2020 im ostdeutschen Campingsektor und im Segment Ferienhäuser/-wohnungen im Vergleich zu anderen Unterkunftsformen moderater aus und sind eher mit Kapazitätsgrenzen aufgrund von Restriktionen zu begründen als mit mangelnder Nachfrage.

Ein anderes Bild zeichnet sich in der Hotellerie ab, wobei sich für diese Betriebe ein erster Lichtblick ab Juni abzeichnet (mit Beginn der Sommerferien verstärkt private Gäste). In der Hotellerie spielen die Lage und die Abhängigkeit von Veranstaltungen, Wellnessangeboten und dem MICE-Segment die entscheidende Rolle.

Besonders hart trifft es deutschlandweit die Gruppenunterkünfte. Die Situation ist besorgniserregend, denn hier fallen große potenzielle Nachfrageblöcke auf absehbare Zeit weg. Wie sehr das Segment rund um Jugendherbergen/Hütten zu kämpfen hat, zeigt das Beispiel Brandenburg mit einem Minus von 77,9 Prozent bei den Übernachtungen im ersten Halbjahr. Selbst im Juni fehlten den Brandenburger Jugendherbergen rund 83 Prozent gegenüber Juni 2019. Dies liegt maßgeblich daran, dass jede sechste Jugendherberge im Juni 2020 noch nicht wieder geöffnet hatte.

Die Auslastung der Kapazitäten im 1. Halbjahr zeigt, dass alle Bundesländer mit dem Übernachtungseinbruch natürlich auch mehrere Prozentpunkte ihres Auslastungsniveaus verloren haben: Während dies in Sachsen (von 37,0 auf 25,0 Prozent), Sachsen-Anhalt (von 31,0 auf 19,8 Prozent) und Thüringen (von 34,2 auf 23,0 Prozent) am stärksten spürbar war, sank die Auslastung der Schlafgelegenheiten in Brandenburg (von 32,7 auf 23,8 Prozent) sowie Mecklenburg-Vorpommern (von 27,6 auf 23,7 Prozent) weniger stark.

Am stärksten verloren im ersten Halbjahr auch in Ostdeutschland die Städte an Nachfrage. Urlaubsregionen am Wasser, wie auch die Destinationen in den Alpen wurden von Tages- und Übernachtungsgästen wieder gut frequentiert. In den Mittelgebirgsregionen hingegen lief der Tourismus eher schleppend an. Anders bei den Seenregionen: Nach zwei guten Monaten war der Jahresauftakt (Januar +6,2 Prozent, Februar +10,9 Prozent) bei den ostdeutschen Vertretern vielversprechend. Die Halbjahreszahlen weisen zwar für das Dahme-Seenland (-52,1 Prozent) im Berliner Umland und mit Standort des BER (eigene Anmerkung: höchster Anteil Incoming in BB | einige Gruppenunterkünfte) die stärksten Einbrüche aus. Und auch das Ruppiner Seenland (-46,8 Prozent) sowie der Spreewald (-42,2 Prozent) – beides Regionen mit einer in einem Normaljahr gut ausgeprägten Vorsaison (eigene Anmerkung: … auch großes Angebot an Gruppenunterkünften) – hatten große Einbußen zu verkraften. Aber im Vergleich zu Wettbewerberregionen in anderen Bundesländern haben die ostdeutschen Seengebiete in der Recovery-Phase vom Inlandstourismus deutlich besser profitiert. Allen voran die Mecklenburgische Schweiz und Seenplatte (-2,5 Prozent) sowie das Lausitzer Seenland (-5,9 Prozent), das in den vergangenen Monaten von neuen Gästegruppen und neuen Quellmärkten innerhalb Deutschlands, darunter vermehrt aus dem süddeutschen Raum, entdeckt wurde.

Die Freizeiteinrichtungen in Ostdeutschland haben stark mit den Besucherausfällen durch die Corona- Pandemie zu kämpfen. Sie konnten im ersten Halbjahr 2020 nur etwa die Hälfte der Besucher des Vorjahres begrüßen. So gab es erste Schließungen ab Anfang/Mitte März, im April hatte der Großteil der Einrichtungen komplett zu und im Juni war zumindest etwas Erholung in Sicht. Die Landschaftsattraktionen und Zoos/Tierparks sind bislang am besten durch die Krise gekommen. Diese Einrichtungen wurden vielerorts als erste wieder geöffnet. Die Anbieter von Stadtführungen, Ausflugsschifffahrt, Besucherführungen oder Museen/Ausstellungen haben weiterhin am stärksten zu kämpfen. Gleichzeitig haben digitale Angebote in den letzten Monaten an Bedeutung gewonnen.

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