E-Fahrzeuge, Ladestation & Co: Antworten rund um die E-Mobilität im Tourismus

Warum es sich lohnt Ladeinfrastruktur bereitzustellen

Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass die Anzahl von Elektrofahrzeugen in Deutschland und Brandenburg derzeit stark wächst. Auch zukünftig sind zweistellige Wachstumsraten pro Jahr wahrscheinlich.

Als Hotelier oder Gastronom ist die Bereitstellung von Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge in erster Linie ein zusätzlicher Service für den Gast. Im Gegensatz zum klassischen Tanken wie bei konventionellen Fahrzeugen erfolgt die Ladung der Batterie überwiegend zu den Zeiten, wenn das Auto sowieso steht bzw. parkt. Also zum Beispiel auch bei Hotelübernachtungen oder Restaurantbesuchen.

Das derzeit wahrscheinlich nur wenige Kunden nach einer Lademöglichkeit fragen, hat zwei Hauptgründe. Die Anzahl von Elektrofahrzeugen ist trotz des Wachstums noch relativ gering. Außerdem kann es sein, dass ein Teil der Elektroautobesitzer bewusst andere Hotels oder Restaurants besucht, die bereits eine Ladestation vorhalten. Somit fällt der Bedarf bei Ihnen selbst gar nicht auf.

Das Thema hat bereits Bedeutung bei der Nutzung von Buchungsportalen gewinnen. Kunden können als Ausstattungsmerkmal neben „Parkplatz“ und „WLAN“ auch „Ladesäule“ auswählen. Zusätzlich sind heutzutage Elektroautofahrer tendenziell eine eher kaufkräftige Zielgruppe und somit für den Tourismus als Kunden attraktiv.

Weiterhin eignet sich das Thema Elektromobilität auch gut für die Öffentlichkeitsarbeit. Solange Ladepunkte im Tourismus-Umfeld noch nicht zum Standard gehören, ist die lokale Presse meistens für das Thema empfänglich und es gibt somit eine gute Möglichkeit der positiven Außendarstellung.

Top Gründe:

  • noch ein Alleinstellungmerkmal
  • Service für Gäste
  • Erschließung neuer kaufkräftiger Zielgruppe

 

Was kostet ein Ladepunkt?

Die Kosten fallen je nach Anforderung sehr unterschiedlich aus. Besonders der Umfang der Technik und der Aufwand der Installationsarbeiten (z.B. neue Leitungen verlegen, Sicherungskasten anpassen, Durchbrüche herstellen) bestimmt über den Preis. Je nach Situation können auch noch weitere Kosten für die Erweiterung des Netzanschlusses anfallen. Nachfolgend werden die die Kosten für einen Ladepunkt betrachtet (Ladestationen haben üblicherweise zwei Ladepunkte).

1) Die einfachste Variante besteht in dem Anbieten und Freihalten einer bestehenden Campingsteckdose oder Drehstromdose für den Gast. Handelt es sich dabei um eine ordnungsmäßige und regelmäßig geprüfte Elektroinstallation spricht aus technischen Gründen nichts gegen die Nutzung zum Laden eines Fahrzeuges.

Da aber viele Elektroautofahrer die dafür benötigten Ladekabel/Adapter nicht mitführen, die Steckdosen unkomfortabel zu bedienen sind und die Nutzung nicht kontrollierbar ist, wird diese Art nur als Notlösung empfohlen. (Kosten: ca. 0 € bis 500 €, je nachdem ob die Elektroinstallation noch angepasst werden muss.)

2) Nicht öffentliche Ladestationen ohne Intelligenz besitzen entweder eine Typ 2 Steckdose oder ein fest montiertes Ladekabel. Außerdem ist ein Ladecontroller enthalten, welcher den Ladepunkt steuert. Außerdem ist häufig eine Freischaltmöglichkeit durch eine RFID-Karte oder Schlüssel vorhanden, damit nicht unkontrolliert geladen werden kann. Zusätzlich ist die Ladeleistung teilweise einstellbar. (Kosten ca. 500 €  bis 2000 €)

3) Eine Öffentliche Ladestation mit Intelligenz ist die teuerste aber auch vielfältigste Variante. Öffentlich zugänglich heißt, dass die Ladestation: „von einem unbestimmten oder nach allgemeinen Kriterien bestimmbaren Personenkreis tatsächlich betreten und genutzt werden kann.“

Neben den unter Punkt 2) genannten Aspekten ist hier besonders ein Abrechnungssystem inklusive Roaming, eine korrekte Beschilderung und eine punktuelle Aufladung zu erwähnen. Deshalb müssen beispielsweise auch eine IT-Anbindung sowie eine eichrechtskonforme Technik vorhanden sein. Auf Grund der höheren Anforderungen sind die Kosten auch größer als bei den anderen Varianten.  (Kosten ca. 2000 € bis 6.000 €)

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