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27.11.2019

12 Tage?! – Rückblick auf die Innovationsakademie Brandenburg

Land Brandenburg
12 Tage investierten Touristiker und Wirtschaftsförderer und ihre Firmen von April bis November 2019 in die Ausbildung zum „Innovations-Coach*in“ in diesem Jahr. Dirk Wetzel, Teamleiter Marken- und Themenmanagement bei der TMB stellt das Programm vor und zieht ein persönliches Fazit.

„12 Tage – wie soll das gehen?!“ habe ich mich im Vorfeld der Veranstaltungsreihe gefragt. Dazu kam ein leichtes Zusammenzucken, das mich immer bei Buzzwörtern wie „Innovation“, die leicht zur Worthülse verkommen, befällt. Deshalb zunächst das kurze Resümeé: es war gut angelegte Zeit. Regionale und die Landes-Destinationsmanagementorganisation (DMOs) haben u.a. im Rahmen des sog. Markenmanagements unzählige Workshops und Termine in den letzten Jahren moderiert. Um Netzwerke zu bilden, touristische Angebote weiterzuentwickeln und Serviceideen gemeinsam mit Unternehmen zu kreieren. Dabei stand auch der Erfahrungsaustausch und das Lernen innerhalb des Teams der 18 Markenmanager*innen in Brandenburg im Vordergrund. Und ich bin einer von ihnen. Deswegen war es mein Ziel, mit den Workshops der Innovationsakademie den vorhandenen „Werkzeug- und Methodenkoffer“ weiter zu füllen und auszuprobieren. Frei nach dem Motto von David Stark, einem New Yorker Soziologen der Innovationprozesse so beschrieb: „Wenn du nicht weißt, nach was du suchst, aber es erkennst, wenn du es findest.“ 

Hier meine 3 kurzen Fazits:

1. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Wie man gerade deutschlandweit feststellen kann, befinden sich DMOs in einer Art Identitätskrise. Es gibt es etliche Gremien, Steuerungsgruppen etc. um auszufechten, ob man nun Management- oder Marketingorganisation ist (für mich nur zwei Seiten derselben Medaille). Vermutlich ist diese Diskussion und Kompetenzrangelei dabei einem touristischen Unternehmen völlig egal. Wir DMOs bekommen vorrangig öffentliche Gelder, um Unternehmungen voranzubringen, ihnen Orientierung zu geben und eine Region bzw. das Land gemeinsam begehrter zu machen. Das ist der tiefere Sinn der Markenentwicklung in Brandenburg: es zu schaffen, dass ein rein geografischer Begriff eine Bedeutung bekommt.

Und genau dafür haben wir Markenmanager*innen bzw. Innovationcoaches die Instrumente! Nun müssen wir sie weiter anwenden, es offensiv anbieten, Interessierte und Willige einladen mit uns mutig an Ideen und Projekten zu arbeiten. Denn unsere Gäste machen ihre Urlaubserfahrungen nicht in unseren Büros, sondern vor Ort: Bei ihrer Radtour, auf dem Campingplatz, im Hotel oder Restaurant.

2. Bitte keinen alten Wein in neuen Schläuchen!

Noch so ein Buzzwort: Digitalisierung! Es werden Angebote online buchbar, von denen man nie glaubte, dass das so einfach ginge. Geschäftsprozesse können vereinfacht werden, Content wird über Kanäle und Geräte ausgegeben, von denen man sich vor Jahren noch keine Vorstellung gemacht hat. Auch darum ging es während der 12 Tage. Aber: Das sind alles Werkzeuge. Meines Wissens nach ist noch niemand verreist, weil es tolle Screens in einer Touristinformation gibt oder weil eine App der perfekte Reisebegleiter war. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Digitalisierung stellt so manches auf den Kopf und eröffnet fantastische Möglichkeiten.

Mich haben die Vorträge der Referent*innen und Erfahrungen in der Produktarbeit in dieser Erkenntnis gestärkt: Brandenburger Gastgeber, die Menschen und ihre Ideen, machen die Seele eines touristischen Produktes aus. Wir haben uns an den verschiedenen Veranstaltungsorten der Akademie davon überzeugen können. Und wir können sie dabei nun noch besser unterstützen. Die Angebote und Produkte müssen sich jedoch entwickeln. Es reicht nicht, diese Angebote nur digital aufzubereiten. Gerade deswegen brauchen wir mehr wirkliche Produkt-Innovation, die sich um wirkliche Reiseerlebnisse drehen.

3. Zutaten für Erneuerung: Kooperation, Vertrauen, Spaß

Neben der fachlichen Ebene gibt es noch eine andere, meist sogar wichtigere: die Beziehungsebene. Die 12 Tage haben mir gezeigt wieviel „Macher*innen“ mit grandiosen Ideen im Brandenburg-Tourismus unterwegs sind. Wir hatten etliche Aufgaben, die wir in Kleingruppen bearbeitet haben (davon hätten es auch ruhig mehr sein können während der Akademie). Und immer war die Atmosphäre dabei entspannt, humor- und sehr vertrauensvoll – jeder hatte etwas aus seinen Erfahrungen, seinem Kontext beizutragen. So hat das gemeinsame Arbeiten unheimlich Spaß gemacht! Meine Hoffnung ist, dass diese Atmosphäre auch bei weiteren gemeinsamen Projekten vorhanden ist, sich auf andere (Hierarchie-)Ebenen ausdehnt und nicht nur im geschützten Raum der Innovationsakademie vorhanden ist. Auch davon brauchen wir mehr! Erst das ist der Nährboden für eine gedeihende touristische Marke Brandenburg und grundlegende Voraussetzung für ein Gelingen der Umsetzung vorhandener Tourismuskonzeptionen.

Ich will mich ausdrücklich bei den Organisatoren des Clustermanagements Tourismus bei der TMB, den Referent*innen um Prof. Mario Joos von der FH Salzburg und allen Teilnehmer*innen für die lehr- und ideenreichen 12 Tage bedanken.

Wie geht es weiter? Mehr dazu hier bald im Tourismusnetzwerk.

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Dirk Wetzel

Teamleiter Marken- und Themenmanagement/ Markenmanagement für Prignitz & Ruppiner Seenland

TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

0331-29873-789 dirk.wetzel@reiseland-brandenburg.de