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20.08.2021

5 Augmented Reality Anwendungen für Kultur und Tourismus

Land Brandenburg
Film & Foto Industriekultur Kreativtourismus Kulturtourismus Kunst & Ausstellungen Museen & Freizeit Theater & Konzerte
Von Bildungsangeboten zum Mauerbau bis zur Tanzperformance im eigenen Wohnzimmer – wir stellen euch kurz 5 aktuelle AR-Angebote aus Berlin und Brandenburg vor. Sie alle zeigen vor allem eines: Die Möglichkeit, neue Erlebnisräume für den Gast zu entwickeln, ihn zu überraschen und mit ihm in eine andere Form der Interaktion zu treten.
Zaubere Blumen in deine Umgebung (c) pimento formate UG/ FUTURELEAF.space

Die AR-Anwendungen wurden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Digital Dip XR“ vorgestellt, zu der das Cluster IKT, Medien und Kreativwirtschaft (IMK), der Virtual Reality Berlin Brandenburg e.V. (VRBB) und das Cluster Tourismus Brandenburg am 17. August 2021 eingeladen haben.

Augmented Reality - das war jetzt noch mal was genau?
Augmented Reality, kurz AR, beschreibt eine computergestützte Verknüpfung der realen mit der virtuellen Welt. Dabei wird die gerade betrachtete Umgebung über digitale Anwendungen in Echtzeit mit Textinformationen und Grafiken unterlegt. Die Technologie ermöglicht so beispielsweise auch eine ins Sichtfeld eingeblendete Navigation oder die Aufnahme von Bildern und Videos.

Folgende AR-Applikationen wurden vorgestellt: 

1. AR-App „Cold War Berlin“ von Shoutr Labs

Die AR-App „Cold War Berlin“ macht die Geschichte der Panzerkonfrontation 1961 am Checkpoint Charlie Tag für Tag dreidimensional erfahrbar. Mit dem Smartphone oder Tablet kann ein maßstabsgetreues 3D-Modell des Grenzübergangs überall hin visualisiert werden. Vom Mauerbau im August bis zur Konfrontation im Oktober 1961 kann die Kreuzung Friedrich-/Zimmerstraße aus verschiedenen Blickwinkeln angezeigt werden.

Diese Anwendung ist ein klassischer Fall von Edutainment, denn sie bietet neben Unterhaltung (entertainment) auch reichlich Stoff für Bildung (education). So empfiehlt die Stiftung Berliner Mauer  den Einsatz an Schulen. Nicht nur, weil die 3D-modellierten Szenen der Panzerkonfrontation anhand historischer Quellen aus Ost und West detailliert recherchiert wurden. Sondern auch, weil die eingebundenen historischen Fotos, Film- und Rundfunkbeiträge deutlich zeigen, wie die Ereignisse in Ost und West gedeutet bzw. dargestellt wurden. Die AR schafft hier eine innovative Lernumgebung, in der die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln nachvollzogen werden können und eine kritische Auseinandersetzung mit einer der Bildikonen des Kalten Kriegs erfolgen kann. Sie lässt nicht nur die Rolle der Medien bei politischen Ereignissen erkennen, sondern auch die Konstruktion von Geschichtsbildern.

So oder so, spannend – und in diesem Jahr eine doppelte Empfehlung zum Ausprobieren.

Mehr Infos: https://www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/de/cold-war-berlin-2069.html

Oder gleich herunterladen und ausprobieren:
Apple: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.shoutrlabs.stiftungberlinermauer
Android: https://apps.apple.com/de/app/cold-war-berlin/id1558826477

2. DanceAR-App von VR4content

Mit der DanceAR App könnt ihr Tanz-Choreographien vom Tanzkollektiv „Gauthier Dance“ auf eurem Küchentisch, im Wohnzimmer oder wo ihr euch gerade aufhaltet, erleben.

Es ist schon faszinierend, wie sich die Tänzerinnen und Tänzer in die Umgebung einfügen. Von allen 5 Apps, ist hier das Tracking am einfachsten gewesen. Das heißt, die App erfasst sehr schnell und zuverlässig den Raum und projiziert dann die virtuellen Tänzer*innen, du kannst sie selbst groß oder klein skalieren. Die Bedienung ist sehr intuitiv und auf wesentliche Funktionen reduziert. Fotos und Filme mit den Tanzenden sind schnell gemacht und geteilt. Für mich eine sehr neue – und irgendwie sehr nahe Erfahrung - Tanzperformances zu rezipieren. Wer einen Schreibtisch für einen „unbetanzbaren Raum“ hält, wird damit eines besseren belehrt. Es macht in jedem Fall Lust, mehr von der Company – unbedingt auch live – zu erleben. Und damit ist AR hier eine Möglichkeit, auch Menschen, die wenig Erfahrung mit Tanz und Theater haben, für den zeitgenössischen Tanz zu interessieren und in diese Welt einzuführen.

Mehr Infos: https://vr4content.com/us/

Oder gleich herunterladen und ausprobieren:
Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.xailabs.ardance.demo
Apple: https://apps.apple.com/de/app/dancear/id157300114

3. Geschichten mit Web-AR erzählen – von Pimento Formate

Bei dieser Vorstellung ging es weniger um eine fertige „Anwendung“, als darum, den Spielraum für das Geschichten erzählen über AR deutlich zu machen. Das Unternehmen Pimento Formate hat sich ganz und gar dem Story Telling über AR gewidmet. Sie entwickeln emotionale Geschichten und unterhaltende Wissensformate für Augmented Reality. Dem gesprochenen Wort kommt hier eine besondere Bedeutung zu.

Im Gegensatz zu den anderen Anwendungen wird hier auf Web-AR gesetzt. Man braucht also nichts herunterladen und sich nirgendwo anmelden. Damit ist hier der Zugang zur AR am einfachsten – und inzwischen mehr als gelernt – über einen QR-Code möglich.

Probiert es gerne einmal aus! Hier seht ihr, wie interaktive Kunst- und Kulturevents durch 3D-Objekt- oder Rauminstallation im öffentlichen Raum umgesetzt werden können. Dafür bietet sich jede Straße, jeder Park, jede Wiese an – um ein neues Erlebnis für den Gast zu schaffen.

Bei dem Beispiel handelt es um einen Ausschnitt aus der Social AR-Plattform „FutureLeaf“. Die wird gerade vom Unternehmen selbst aufgebaut. Ziel ist, Jugendliche und junge Erwachsene zu motivieren, ganz einfach für den Klimaschutz aktiv zu werden. Dafür sollen perspektivisch täglich wichtige Informationen aus dem Internet gefischt und diese in einfache Inhalte und in Edutainment Formate für Augmented Reality übersetzt werden.

Für mehr Infos: https://www.pimento-formate.de/

Und zum Ausprobieren mit dem Smartphone bitte diesen Link nutzen: https://futureleaf.pimento-formate.de/AR_Story_Schmetterlinge/episode01/
Hinweis: Mit Android den Chrome-Browser benutzen, mit IOS funktioniert Safari am besten.

4. Oster-AR-App für Kinder von Breakpoint One

Wer glaubt an den Osterhasen? Breakpoint One auf jeden Fall. Mit ihrer App werden sie sicher einigen Kindern eine große Freude in diesem Jahr gemacht haben. Sie zaubert den Osterhasen in den heimischen Vorgarten – oder auf den Balkon, wobei diese Anwendung tatsächlich viel Platz benötigt und am besten draußen auf der Wiese funktioniert. Ein kurzes Erinnerungsfoto mit dem Osterhasen und dann ab ins Osterdorf – das eigentliche Highlight der Anwendung, denn das ist riesig und will erkundet werden.  

Ganz unabhängig von Ostern ist ein Besuch der Berliner Agentur Breakpoint One spannend, denn sie zeigen buchstäblich, wie man mit AR Wissen auf die Straße bekommt. Eine Anwendung dort vor Ort soll Flora und Fauna auf dem Asphalt visualisieren – mit viel Informationen drum herum. So sagt man. Wir waren noch nicht da. Aber ein Blick auf die Website verrät, dass hier viel Wissen dazu vorhanden ist.

Mehr Infos: https://www.breakpoint.one/projects/ar-vr-experiences/

Oder gleich herunterladen und ausprobieren:
Apple: https://apps.apple.com/us/app/easter-rabbit-ar/id1560976440
Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=one.breakpoint.easterAR

5. Filmfestival-App „Doktopus“ von Studio Deussen

Das Münchener Dokumentarfilmfestival Dok-Fest fand in diesem Jahr, wie auch im letzten, vorrangig als Digital-Edition statt. Zu diesem Anlass wurde die Programm App Doktopus entwickelt, eine AR App zum einfachen Anzeigen von Bildern, Videos, Audio, Texten, Webseiten oder 3D-Modellen während des Festivals. Dafür musste lediglich ein QR-Code auf dem Programmflyer gescannt werden. Über das Festival hinweg tauchte auch immer wieder der Doktopus als Icon auf – digital auf der Website, aber auch ganz analog auf Flyern etc. Das war dann der Hinweis für tiefergehende Infos, AR-Anwendungen, Videos etc.

Zugegeben, die App ist nicht ganz so intuitiv zu bedienen wie andere. Aber auch hier zeigt AR, wie Ausstellungen und Events um weitere Erlebnisräume mit Informationen und Unterhaltung erweitert werden können. Und klar, ich musste mir auch kurz einmal Doktopus an den heimischen Schreibtisch holen. Die einfache Möglichkeit, diesen Kurzbesuch auf den gängigen sozialen Kanälen zu teilen, hat gleich den Effekt, auf die App und das Festival aufmerksam zu machen. Eine kleine, aber wichtige Funktion – denn, so auch die Schlussworte der Veranstaltung: von alleine werden die Apps nicht einfach gefunden. Sie müssen in Kommunikations- und Marketingmaßnahmen eingebunden werden.

Mehr Infos zur Festival-App unter: https://www.dokfest-muenchen.de/DOKforum_DoktopusApp

Oder gleich herunterladen und ausprobieren:
Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.pixentinteractive.doktopus
Apple: https://apps.apple.com/us/app/doktopus/id1561463668

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Julia Thoms

TMB Tourismus Marketing Brandenburg GmbH, Projektmanagerin Cluster Tourismus

Clustermanagement Tourismus

0331-298 73-577 julia.thoms@reiseland-brandenburg.de

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