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04.12.2018

Campingwirtschaft trifft sich in Potsdam

Deutschland, Land Brandenburg
Camping
Ende November traf sich in Potsdam die deutsche Campingwirtschaft. Im Kongresshotel Potsdam fanden gleichzeitig der 4. Norddeutsche und 2. Deutsche Campingtag statt. Ein Rückblick.

Am 27. und 28. November 2018 fand im Kongresshotel am Templiner See in Potsdam der 4. Norddeutsche und gleichzeitig der 2. Deutsche Campingtag statt. Gastgeber dieses größten Branchentreffens der deutschen Campingwirtschaft war der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland Land Brandenburg e.V. (BVCD-BB e.V.), der in Zusammenarbeit mit den Verbänden Niedersachsen (BVCD-NI e.V.), Schleswig-Holstein (VCSH e.V.), Mecklenburg-Vorpommern (BVCD-MV e.V.), Nordrhein-Westfalen (BVCD-NRW e.V.) und Sachsen-Anhalt (VCS-A e.V.) die Veranstaltung organisiert hat. Begleitet wurde das Tagungsprogramm durch eine große und breitgefächerte Fachausstellung mit über 90 Ausstellern, die die Besucher über Entwicklungen und neue Lösungen aus der Branche informierten. 

Rekordjahr 2018: Campingbranche in Hochform

Die Stimmung für die Tagung konnte nicht besser sein: Campingurlaub in Deutschland ist beliebt wie noch nie: Von Januar bis September 2018 konnte laut Statistischem Bundesamt die deutsche Campingwirtschaft gegenüber dem Rekordjahr 2017 mit mehr als 31.300.000 Übernachtungen ein Plus von 9,6 Prozent verzeichnen. Campingland Nummer eins bleibt weiterhin Bayern mit rund 5,6 Mio. Übernachtungen, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit rund 4,8 Mio. Übernachtungen und Niedersachsen mit rund 4,2 Mio. Übernachtungen. „Camping ist wieder hip“ fasste Dr. Gunter Riechey, Präsident des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland, die positive Entwicklung in seinem Grußwort zusammen. Beeindruckende Zahlen präsentierte Dr. Mathias Feige von der dwif-Consulting GmbH bei seinem Vortrag: Fast 140 Millionen Übernachtungen pro Jahr und ein Umsatz von fünf Milliarden Euro geht auf das Konto der Campingbranche in Deutschland.

Auch in Brandenburg gibt es strahlende Gesichter: Mit einem Zuwachs bei den Übernachtungen von fast 15 Prozent bis Ende September, gehört die Campingwirtschaft zu den Wachstumstreibern im Jahr 2018. Gründe für diesen Boom liegen nicht nur im Rekordsommer 2018, der für ideales Campingwetter sorgte. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind auch gezielte Investitionen in die Infrastruktur und Ausstattung der Plätze. Außerdem engagiert sich die Campingwirtschaft in Brandenburg seit vielen Jahren stark für die konsequente Weiterentwicklung der Qualität ihrer Urlaubsangebote. Mehr als fünf Prozent aller Unternehmen aus Brandenburg, die derzeit mit dem Qualitätssiegel „Servicequalität Deutschland“ ausgezeichnet sind, sind Campingplätze. 

So lobte Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke die Branche in seinem Grußwort zum Auftakt des Campingtages: „Das Land Brandenburg bietet Urlauberinnen und Urlaubern ideale Bedingungen. Wer erholsam und naturnah Campingurlaub machen will, ist bei uns an der richtigen Adresse. Die Campingwirtschaft erweist sich als Motor für die gesamte Branche. Die guten Ergebnisse sind Resultat hoher Qualität auf den Campingplätzen, zum Beispiel in Bezug auf Umweltfreundlichkeit und Barrierefreiheit. Dafür wurde gezielt investiert und ausgebaut.“ Auch TMB-Geschäftsführer Dieter Hütte, der als Moderator durch die beiden Tagungstage führte, attestierte der Campingwirtschaft „ein hohes Qualitätsbewusstsein und einen wachen Blick für Trends und neue Zielgruppen.“

Fachkräftemangel als Herausforderung

Wenn auch die guten Zahlen froh stimmen, so steht die Branche laut Dr. Gunter Riechey dennoch vor großen Herausforderungen: Auch der Campingwirtschaft macht der Fachkräftemangel zunehmend große Sorgen. „Bilden Sie selber mehr aus“, forderte er daher die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer auf. Doch auch an die Politik richtete er klare Forderungen: Der starken Saisonabhängigkeit der Branche – 50 Prozent der Übernachtungen entfallen auf die Monate Juli und August – müsse mit einer Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes begegnet werden. Um den Einsatz der dringend benötigten Arbeitskräfte aus dem Ausland zu vereinfachen, bedürfe es eines entsprechenden Einwanderungsgesetztes, so sein dringender Appell.

Emotionaler und digitaler werden

Mit den Herausforderungen für die Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigte sich auch Dr. Mathias Feige von der dwif Consulting GmbH in seinem Vortrag. Die zunehmende Digitalisierung, die „Big-Player“ der großen Online-Plattformen, der Profilierungsdruck sowie die zunehmende Tendenz zur stärkeren Individualisierung machten auch vor der Campingbranche nicht halt. Er sieht die Branche durchaus als innovativ, konstatiert aber noch Handlungsbedarf bei der Schärfung der Profile der Plätze und der Zielgruppenansprache. Auch müssten starke Megathemen wie Outdoor-Aktivitäten stärker in die Kommunikation einbezogen werden. Dabei spielen gute Fotos eine herausragende Rolle.   Social Media Kanäle, so Feige, würden noch zu wenig genutzt.

Den digitalen Möglichkeiten und den Aufgaben, die daraus resultieren, widmeten sich die Vorträge von Jan Hoffmann, Marcel Tischer (beide TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH) und Uwe Frers (ADAC Camping GmbH). Hier ging es um Tipps zum Online-Marketing und den digitalen Vertrieb von Campingplätzen. Gabriele Schulze von marketing4results beschäftige sich unter dem Titel „Wenn Gäste zu Autoren werden“ mit Bewertungsportalen. Rechtsanwalt Cornelius Matutis beantwortete Fragen rund um das Thema Datenschutz. Tjark Ture Dierks von ttp AG berichtete über Maßnahmen zur geordneten Unternehmensnachfolge. Zwei Impulsreferate begeisterten die Kongressteilnehmer am zweiten Tag: Marina Diané von business health® Integrale Gesundheitsförderung referierte über das Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ und Björn Grimm von Grimm Consulting sprach über „Gäste heimlich verführen – Höhere wirtschaftliche Erfolge dank Servicequalität“.

Die Präsentationen zu diesen sowie den weiteren Fachbeiträgen des 1. und 2. Tagungstages stellen die Referenten den Teilnehmern der Tagung teilweise zum Nachlesen zu Verfügung. Bitte dazu einfach eine E-Mail an kontakt@norddeutscher-campingtag.de senden.

Verleihung des BVCD-Camping Stars 2018

Am zweiten Tag der Tagung wurde zum fünften Mal der "BVCD-Camping-Star" verliehen. Der "BVCD-Camping-Star 2018" in der Kategorie "Persönlichkeit" ging an Anton Harms, der im Jahr 1999 die Präsidentschaft des VCN, jetzt BVCD-Niedersachsen, angetreten und bis heute inne hat. Im Jahr 2003 übernahm er auch die Präsidentschaft des neugegründeten Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD) und füllte das Amt bis 2009 erfolgreich aus. "Durch sein ausgleichendes Wesen gelang es ihm die unterschiedlichen Interessen innerhalb des jungen Verbandes zusammenzuführen, bei strittigen Themen zu schlichten und Lösungen zu finden, die für alle akzeptabel waren.", hob Dr. Gunter Riechey, Präsident des BVCD e.V. in seiner Laudatio hervor. In seiner Amtszeit wurden u. a. die Marketingaktivitäten des Verbandes auf- und ausgebaut, so wurde zum Beispiel der BVCD-Campingführer und ein Internetportal zur Vermarktung des Campingland Deutschlands auf dem Weg gebracht. Weiterhin trieb er die Ausgründung geschäftlicher Aktivitäten in eine Service GmbH und die Durchführung von EU-Projekten voran, dies sicherte den wirtschaftlichen Fortbestand des BVCD nachhaltig.

In der Kategorie "Organisation" verlieh der BVCD e.V. den "BVCD-Camping-Star 2018" an den Deutschen Camping-Club e.V. in Anerkennung seiner langjährigen Förderung der Campingbewegung in Deutschland. Bereits 1948 wurde mit dem Ziel eine Infrastruktur für das Campingwesen aufzubauen, der Deutsche Camping-Club in München gegründet. "Der Deutsche Camping Club hat sich für die Campingwirtschaft verdient gemacht. Der Club fördert durch seine zahlreichen Aktivitäten, Publikationen, Campingführer und die online Präsentationen auch die Weiterentwicklung der modernen Urlaubsform Camping.", betonte Günter Ziegler, Vizepräsident vom BVCD e.V. in seiner Rede. Aus dem Verein entwickelte sich 1971 auch die selbstständige Interessengemeinschaft der Campingplatzhalter in Deutschland e.V., über einige Zwischenstationen entwickelte sich langfristig daraus der BVCD. Den Preis nahm Andreas Jörn, Präsident des Vereins dankend entgegen.
 

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