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02.09.2019

Charité Summerschool trifft Gesundheitstourismus - Ein Erfahrungsbericht

Gesundheitstourismus, Naturtourismus, Wellness
Ayurveda, Fastenmedizin, traditionelle Chinesische Medizin, Akupunktur: Viele Menschen setzen auf Heilverfahren, die sie als Alternative zur klassischen ärztlichen Behandlung sehen. Was ist dran an der Wirksamkeit alternativer Verfahren? Wo und bei wem lohnt sich ein Einsatz dieser Methoden? Und bieten sich Schnittstellen zum Gesundheitstourismus?

Bereits zum zweiten Mal widmete sich die Charité im Rahmen der Summerschool der integrativen Medizin und stellt den aktuellen Stand zur Wirksamkeit komplementärmedizinischer Verfahren heraus. Grund genug, um einen Blick nach Berlin zu werfen, um mögliche Adaptionsmöglichkeiten für den Gesundheitstourismus auszuloten.

Fasten für die Gesundheit

Die Ära des Snacking ist laut Fastenexperte Prof. Dr. Michalsen passé und wird gar als gesundheitsschädigend hervorgehoben, v.a. für Diabetiker. Stattdessen werden die Potenziale des Intervallfasten betont. Insbesondere im Hinblick auf die Förderung der Schlafqualität zeigen sich positive Effekte beim Fasten in Intervallen. Sollten Sie also künftig gesundheitsaffine Gäste locken wollen, lohnt sich eine Verschmelzung von Schlafen und Fasten. Besonders erfolgreich zeigt sich der Fastentrend abseits des Klinikgeländes in den USA: Kostenintensive Fasting-Mimicking-Diet Pakete mit dem wohlklingenden Namen ProLon – Ultimate Lifespan und einer ansprechenden haptischen Gestaltung erreichen experimentierfreudige Gesundheitsaktivsten mit einem Wunsch nach einem langen, gesunden Leben.

Long Story short: Gestalten Sie Fasten attraktiv und designaffin und heben Sie Vorteile der gesunden Lebensverlängerung hervor. Health sells!

Eine Nadel für die Gesundheit

Neben der Wirksamkeit von Akupunktur bei Menschen mit Spannungskopfschmerzen, atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und Heuschnupfen stellte sich in Placebo-Studien heraus, dass Empathie als Schlüsselfaktor für die Wirksamkeit gilt. Zugewandtheit ist basaler und wirksamer Faktor für Wohlbefinden zugleich. Gerade im Kontext einer verstärkten Sehnsucht nach Resonanzerfahrungen im Tourismus, legen sie durch empathisches Personal die Basis. Bei vorhandenen medizinischen Personal lohnt sich die Herausstellung alternativer Verfahren, denn allein 50 Prozent der Heuschnupfen-Geplagten äußern einen Wunsch nach komplementärmedizinischen Therapien.

Long Story short: Machen Sie es wie es bereits eine Indianische Weisheit besagt und gehen Sie stets in den Mokkasins des anderen und machen Sie sich so die Bedürfnisse Ihres Gegenüber zugänglich. 

Good Vibrations für die Kleinsten

Einen Einblick in die Kindergesundheit zeigt, dass chronischer Stress der Eltern den Reifungsprozess innerhalb der frühkindlichen Entwicklung beeinträchtigt, sodass sich das Kind auf eine frühzeitige Geburt einstellt. Insbesondere im weiteren Entwicklungsprozess des Kindes nach der Geburt fällt eine gesundheitsstabilisierende Anpassung bei anhaltenden elterlichen Spannungen schwer. Schützend wirkt hingegend weiterhin die Bewegung und dies insbesondere in der Natur. Eine frühzeitige, komplexe und vielfältige Bewegung von Kindern ist Basis für ein gesundes Aufwachsen und dies insbesondere in Kombination mit Naturerfahrungen.

Long Story short: Entwickeln Sie ganzheitliche Gesundheitsangebote, die die Begegnungen zwischen Kind und Eltern stärken und gleichzeitig spielerisch Bewegungselemente für Kinder in der Natur aufgreifen.

Natürlicher Luxus für Erdung

In Zeiten wachsender Urbanisierung entwickelt sich ein Nährboden für Sehnsüchte nach Natur und Wald. Umso passender, dass sich die Charité der Wirksamkeit von Naturtherapien widmet. Die Atmosphäre in Wald- und Naturräumen wirkt sich beruhigend auf das Nervensystem aus. Insbesondere für die Bereiche Stress, Depressionen, Hypertonie und Lebensqualität konnten evidenzbasierte Wirksamkeit nachgewiesen werden. In Praxisräumen der Charité werden bereits ätherische Öle, Naturgeräusche als Hintergrundmusik (wussten Sie, dass Klassikmusik Aggressionen lindern kann?) sowie eine naturnahe Raumgestaltung genutzt, um eine gesunde Atmosphäre zu erzeugen.

Long Story short: Die Sehnsucht nach Begegnungen in und mit der Natur hält weiterhin an. Nutzen Sie die natürlichen Besonderheiten sowohl in Form einer sinnlichen Raumgestaltung inkl. Akustik und kreieren Sie erlebbare Angebote im Naturraum, die Erdung und Geborgenheit unterstützen.

Kreative Wege zur Gesundheit

Neben den Keynotes wurde in Workshops u.a. Einblicke in die Musiktherapie, Mind-Body-Therapie, Eurythmie und Äußere Anwendungen gegeben. Bereits diese Einsatzgebiete zeigen, dass sich Gesundheit nicht rein auf Schulmedizin stützt. Vielmehr benötigen unterschiedliche Bedürfnisgruppen unterschiedliche Zugänge und Angebote zur Unterstützung und Stärkung der Gesundheit. So darf bei der Konzipierung von Angeboten durchaus kreativ herangegangen werden. Jenseits eines der Norm entsprechenden Bodymassindexes können so Berührungspunkte mit dem eigenen Wohlbefinden generiert werden, sei es durch kreatives Malen (Stressreduktion), Musizieren und Rhythmustraining beim Tanzen oder bei philosophischen Abende zum Entdecken persönlicher Lebensziele (Was ist mir wichtig im Leben.) Allesamt verlassen dabei die klassischen schulmedizinischen Pfade und erzeugen Neugier sich und seine Gesundheit spielerisch näher kennenzulernen. Die Wege im Gesundheitstourismus sind so vielfältig wie die Menschen selbst und das Gehen neuer Wege ist bekanntlich der Gesundheit dienlich. 

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Janina Fella

Projektmanagerin Cluster Tourismus

Clustermanagement Tourismus

033129873578 janina.fella@reiseland-brandenburg.de