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14.05.2020

Digitaler Branchendialog für Thermen und Bäder in Kur- und Erholungsorten

Land Brandenburg
Gesundheitstourismus, Wellness
Für den 12. Mai hatte die TMB Thermen und Bäder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kur- und Erholungsorte zu einem zweistündigen digitalen Dialog eingeladen.

Thermen und Bäder gehören mit zu den ganzjährigen touristischen Kern-Angeboten, für die die Landesregierung in Brandenburg noch keine Wiedereröffnungsperspektive aufgezeigt hat. Thermen, Schwimm- und Freizeitbäder müssen von jeher hohe Hygienestandards aufweisen, die engmaschig kontrolliert werden. Somit zeigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Branchendialogs nur wenig Verständnis dafür, dass ausgerechnet für Ihre Angebote keine Perspektive da ist.

Zwei-Stufen-Plan für Öffnung

Als externer Experte nahm Dr. Klaus Batz von der European Waterpark Association (EWA) an dem Dialog teil. Die EWA hat einen Zwei-Stufen-Plan zur Wiederinbetriebnahme aufgestellt und diesen mit umfangreichen Checklisten versehen. Dieser Plan ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit der EWA und wurde in den letzten Wochen auf allen Ebenen der Bundes- und Landespolitik weitergeleitet. „Die Branche muss Vertrauen aufbauen und zeigen, dass ein Betrieb funktionieren kann“, lautete der Apell von Batz, der mit Blick auf seine Mitglieder in ganz Europa von „einer großen Verzweiflung“ sprach.

Die wirtschaftliche Situation vieler Thermen und Bäder ist aufgrund der temporären Schließungen äußerst schwierig. Dies bestätigten auch die teilnehmenden Betriebe aus Brandenburg. Die Stillstandskosten z.B. für Energie, Personalkosten und notwendige Tilgungen von Krediten stehen einem totalen Ausfall der Einnahmen gegenüber. Rückstellungen für notwendige Investitionen oder Instandhaltungsmaßnahmen können somit nicht getätigt werden. Hinzu kommt, dass auch nach der Wiedereröffnung aufgrund der Hygiene- und Abstandsmaßnahmen nur mit einer deutlich geringeren Gästezahl kalkuliert werden kann, die Einnahmen also noch eine längere Zeit unter dem normalen Niveau bleiben werden.

Neben der zentralen Forderung, die Bäder möglichst schnell wieder zu öffnen hat sich die EWA daher mit drei weiteren zentralen Forderungen an die Politik gewendet:

  1. Ein Hilfspaket für die Bäder, mit dem die Betriebe die Zeit der Schließung überbrücken können
  2. Ein Investitionsprogramm für die Bäder, von dem auch weitere Branchen profitieren
  3. Die befristete Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes.

Wenn die Therme zu ist, leidet der ganze Standort

Für Thermen mit angeschlossenem Hotelbetrieb führt die temporäre Schließung dazu, dass Gäste, die eigentlich ab dem 25. Mai anreisen könnten, stornieren oder gar nicht erst buchen. Dies zeigt, welche Folgen die Schließungen für den gesamten Standort haben. Für viele Orte sind die Thermen ganz zentraler Bestandteil ihres touristischen Angebotes. Sie können ihren touristischen Betrieb nicht wirtschaftlich aufrecht erhalten wenn dieses Angebot fehlt.

Das Vertrauen der Kunden wieder zu gewinnen wird daher auch nach der Wiedereröffnung eine ganz zentrale Aufgabe sein. Dazu könnten auch gezielte Gesundheitsprogramme für die Zeit nach der Pandemie gehören, die die Partner mit ihrer Kompetenz z.B. für besonders beanspruchte Berufsgruppen auflegen. Die Thermen und Bäder pflegen daher auch jetzt in der Krise eine intensive Kommunikation mit ihren Stammkunden, zum Beispiel über ihre Social Media Kanäle und freuen sich über viel Zuspruch und Aufmunterung ihrer Gäste.

Gemeinsam weitere Schritte gehen

In den kommunalen Gesundheitsämtern finden die Betriebe kompetenten Ansprechpartner. Dies bestätigten die Teilnehmer des Dialogs. Doch diese können erst tätig werden, wenn die Politik eine zeitliche Perspektive mit möglichst einheitlichen Hygienestandards vorgibt. Die weitere Sensibilisierung der politischen Entscheider, auch mit Hilfe wissenschaftlicher Expertise, gehört daher zu den nächsten Schritten. Zwei konkrete Vorhaben wurden daher formuliert:

  1. Der Landesfachbeirat für Kurorte und Erholungsorte sollte zu diesem Thema zusammenkommen.
  2. Der Dialog soll in Form einer Koordinierungskonferenz mit allen beteiligten Ministerien (Wirtschaft, Gesundheit, Sport) fortgeführt werden, an der die Branchenverbände teilnehmen.
  3. Hierauf aufbauend soll in Anlehnung an den 1. Online-Branchendialog-Tourismus ein Online-Branchendialog-Gesundheitstourismus unter Beteiligung der Branchenverbände, betroffenen Orte und Leistungsträger sowie weiteren Interessierten zeitnah durchgeführt werden.

Wer die Forderungen der European Waterpark Association (EWA) für eine schnelle Wiederinbetriebnahme der Thermen und Bäder unterstützen möchte, muss schnell sein und kann noch bis zum 14. Mai die Online Petition der EWA unterzeichnen.

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