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01.09.2020

Machbarkeitsstudie „Gästekarte für das Land Brandenburg“ gestartet

Land Brandenburg
Die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH führt mit ihren Partnerinnen und Partnern eine Studie zur Einführung einer Gästekarte für das Land Brandenburg und seine Regionen durch. In diese neue Serviceleistung im brandenburgischen Tourismus sollen neben einem ÖPNV-Ticket als Basisangebot weitere regionale Leistungen, wie Rabatte in Kultur- und Freizeiteinrichtungen oder sogar kostenfreie Eintritte enthalten sein.

Mit der Bahn aufs Land, zu Fuß zum See und dann mit dem Packraft-Kanu aufs Wasser - die BrandenburgCard soll die Intermodalität unterstützen. Die Machbarkeitsstudie wurde nun gestartet (TMB-Fotoarchiv/Steven Ritzer)

Ziel der Studie ist es, zu evaluieren, ob ein solchen System landesweit finanziell und organisatorisch tragfähig ist. Der Steuerungskreis des Projektes hat sich nun zum ersten Mal getroffen.

Der Tourismus in Brandenburg erfreut sich großer Beliebtheit. Um diese Potenziale weiter nutzen und ausschöpfen zu können, spielt die Erreichbarkeit des Landes Brandenburg eine zentrale Rolle. Gekennzeichnet ist sie von zunehmender Intermodalität, digitaler und intelligenter Vernetzung sowie der Entwicklung neuer Fahrzeugkonzepte und Dienstleistungen. Für das Reiseland Brandenburg ergeben sich daraus etliche Chancen, gerade auch vor dem Hintergrund zukünftiger Entwicklungen.

Andere Regionen in Deutschland machen das teilweise vor. So werden in vielen Tourismusorten beispielsweise Gästetickets angeboten, mit denen die Gäste für die Dauer des Aufenthalts den örtlichen oder regionalen Nahverkehr ohne weitere Kosten nutzen können.

Bereits seit vielen Jahren existieren auch im Land Brandenburg auf kommunaler und regionaler Ebene verschiedene Ansätze, einen fahrpreislosen ÖPNV für die Gäste einzuführen. Fahrpreislos heißt in diesem Zusammenhang nicht kostenfrei, d.h. durch kommunale Haushalte finanziert, sondern oftmals durch eine Umlage, die z.B. von Touristen über den Übernachtungspreis (Kurtaxe, Tourismusabgabe o.ä.) automatisch entrichtet wird. Beispiele finden sich im Spreewald, in Bad Saarow, in der Gemeinde Schwielowsee oder auch in Templin. Auf dem Weg dorthin sind auch die brandenburgischen Fahrtziel Natur-Gebiete Biosphärenreservate Schorfheide-Chorin und Flusslandschaft Elbe, die bis Mitte des Jahrzehnts fahrpreislose Angebot für ihre Gäste schaffen wollen.

Auch auf der Landesebene wird dieses Thema immer wieder diskutiert, zuletzt auf dem brandenburgischen Tourismustag 2019, bei dem auch der Auftrag an die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH erfolgte, eine Entscheidungsgrundlage zu erstellen, die die gemeinsame Planung, Einführung und den dauerhaften Betrieb einer Gästekarte inkl. der dafür notwendigen technischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen aufzeigt.

Die öffentliche Ausschreibung für die Erstellung der Studie gewann ein Konsortium der Unternehmen IGES Insitut GmbH sowie Kohl & Partner GmbH, die bereits in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg sowie in vielen weiteren Destinationen im DACH-Raum eine Vielzahl von Projekten an der Schnittstelle zwischen Mobilität und Tourismus realisiert haben.

Am 25. August 2020 tagte in Potsdam erstmalig der Steuerungskreis, der den Prozess der Studienerstellung mit seiner Expertise begleitet. In ihm sind Expertinnen und Experten aus dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg, des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, der IHK Ostbrandenburg als Vertreterin der Brandenburger IHKn, des DEHOGA Brandenburg e.V., des Landestourismusverband Brandenburg e.V. sowie der tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH vertreten.

Nach der ersten Sitzung äußerten sich einige Vertreter wie folgt:

Dr. Andreas Zimmer, Leiter Clustermanagement Tourismus bei der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH: „Die Förderung einer nachhaltigen Mobilität im Land Brandenburg ist für uns eine Herzensangelegenheit. Mit einer Gästekarte hätten wir nicht nur ein starkes Instrument in der Hand, den Umweltverbund zu stärken, sondern könnten gleichzeitig die Wertschöpfung in der Unternehmenslandschaft und in den Kommunen erhöhen.“

Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin – Brandenburg: „Eine landesweite Gästekarte in Brandenburg wäre ein guter Türöffner für die einfache Nutzung der vielfältigen ÖPNV-Angebote, gerade auch für Touristinnen und Touristen.“

Olaf Lücke, Geschäftsführer des DEHOGA Brandenburg e.V.: „Wir würden uns wünschen, dass sich mit einer „Brandenburg Card“ ein zusätzlicher Marketingimpuls  für die gastronomischen Unternehmen sowie die Reiseregionen geschaffen wird. Die Vorteile sollten neben den Gästen auch für die Unternehmer und die Mitarbeiter nutzbar sein. Wir würden diese gern mit eigenen Angeboten über eine DEHOGA-Mitgliedskarte koppeln.“

Markus Aspetzberger, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes Brandenburg e.V.: „Wir sehen in einer modularen Gästekarte ein vielversprechendes Projekt. So könnten Brandenburgs Regionen ihre Besonderheiten erlebbar machen und wir stärken gleichzeitig die nachhaltige Mobilität im ganzen Land. Welche Voraussetzungen wir für eine erfolgreiche Einführung brauchen, werden wir dank der Machbarkeitsstudie bis Ende des Jahres wissen.“

Manuela Neumann, Tourismusreferentin der IHK Ostbrandenburg für die IHKs des Landes: „Mit der Gästekarte können wir Besucherströme und Verkehrsmittel optimieren, den Tourismus umweltverträglich und nachhaltig weiterentwickeln und so einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wir schaffen aber auch neue Handlungsspielräume für Touristen und Unternehmer. Eine solche Karte kann zur Fachkräftesicherung beitragen indem sie die die Mobilitätssituation gerade im ländlichen Raum langfristig sichert und dadurch die Mobilität der Mitarbeitenden unterstützt.“

Weitere Informationen zur Machbarkeitsstudie unter:
https://bb.reisen/NDHBc

 

 

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