Aktuelle Nachrichten

29.01.2020

Netzvitamine-Vitaminschub 4. Quartal 2019

Deutschland
Erfrischend zum Start in das neue Jahrzehnt schauen wir noch einmal zurück auf das 4. Quartal 2019 – mit welchen relevanten Themen und Änderungen auf dem digitalen Markt, in Tourismus und Nachhaltigkeit das Jahr beendet wurde.

Nachhaltigkeit

Mit den Diskussionen rund um Greta Thunberg hat die Klimadebatte neuen Aufwind bekommen. Auf das Urlaubsverhalten der Deutschen hat dies jedoch kaum einen Einfluss. Das belegt auch eine forsa Umfrage im Auftrag des Deutschen Reiseverbandes (DRV), derer zufolge lediglich 21 % der Befragten sich darüber informierten, wie sie ihre Urlaubsreise möglichst umweltneutral gestalten könnten. Im Kontrast hierzu sieht der von Ursula von der Leyen im Dezember vorgestellte European Green Deal jedoch eine Halbierung der CO2-Emissionen bis 2030 und die CO2-Neutralität bis 2050 vor. Ziele, die nur mit grundlegenden Änderungen in vielen Lebensbereichen erreichbar sein werden. Politik und Wissenschaft ziehen hierfür verstärkt den Verkehr in die Verantwortung. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft begrüßt das Vorhaben und auch die Kreuzfahrtindustrie lässt erste Spuren eines höheren Klimabewusstseins erkennen: In Hamburg sollen Kreuzfahrtschiffe bis 2023 an allen Terminals Landstrom beziehen können.

Deutscher Tourismuspreis

Bereits zum 15. Mal vergab der Deutsche Tourismusverband (DTV) die begehrte Auszeichnung für kreative Produkte und Projekte im Deutschlandtourismus. 72 Bewerber gab es, 5 davon schafften es in die Endrunde. Am 21. November in Rostock war es dann endlich soweit: 3 Jurypreise und 1 Publikumspreis wurden vergeben. Das Rennen auf die Goldmedaille machte das brandenburgische Coworking-Projekt Coconat – workation retreat. Den 2. Platz belegte das Upcycling-Jugendhotel 100Haus Wolgast, gefolgt von der All-In-One Buchungslösung bookingkit auf dem 3. Platz. Den Publikumspreis ergatterte die Imagekampagne One Night Stand – Deine Nacht mit NRW.

W-LAN bei der Deutschen Bahn

Digitale Tickets auf dem Handy und online einchecken ohne Kontrolleur – viele Digitalisierungsmaßnahmen hat die Deutsche Bahn bereits umgesetzt. Immer noch holprig läuft jedoch die WLAN-Verbindung in vielen Zügen und Bahnhöfen. Das Ergebnis sind häufige Unterbrechungen beim Surfen und Telefonieren, sehr zum Leidwesen der Bahnreisenden. Ab 2020 soll sich dies nun ändern: Mithilfe eines einheitlichen Netzwerks in Zügen und an Bahnhöfen soll der kabellose Internet-Zugang zukünftig deutlich verbessert werden. Die Ausstattung der Intercity-Züge mit WLAN soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

e-Commerce

Für Expedia sieht die Zukunft nicht besonders rosig aus. Bereits im November musste Expedia einen Einbruch der Aktie um mehr als ein Viertel verkraften, aber auch die Prognosen für 2020 sind nicht besser. Da Expedia stark von Zugriffen aus Google abhängig ist, könnte es bei immer mehr bezahlten Positionen bald schon eng werden.

Das neue Kassengesetz und die Bonpflicht, welche zum 01.01.2020 eingeführt wurden, zeigten sich bereits in Q4 als eines der Aufreger-Themen. Insbesondere Einzelhandel und Gastronomie stellten hier die negativen Auswirkungen der übermäßigen Papierproduktion in den Vordergrund – es gibt jedoch auch digitale Alternativen, die sicherlich einigen Akteuren die neue Pflicht umweltbewusst erleichtern können.

Für den eCommerce in 2020 hat ChannelAdvisor 5 Trends herauskristallisiert, die ein hohes Potenzial haben, um durchzustarten.

Eine Entwicklung zeichnet sich heute schon deutlich ab: Der Umsatz der im Internet bestellten Waren steigt weiterhin an. Das Erschreckende dabei ist, dass mittlerweile jedes 6. Paket wieder zurückgeschickt wird. Der Umweltbelastung, die dadurch entsteht, soll zukünftig mit einer vorgeschriebenen Rücksendegebühr entgegengewirkt werden.

Zahlen, Daten, Fakten

Wie digital sind deutsche Destinationen? Erfreuliche und weniger erfreuliche Zahlen deckt die Studie Lagebild zur Digitalisierung in deutschen Destinationen auf, die Dr. Alexander Schuler auf dem Deutschen Tourismustag 2019 in Rostock vorstellte: 84 % der DMO verfügen über einen Webauftritt mit responsive Design, in über 80 % aller Destinationen ist öffentliches WLAN zumindest teilweise verfügbar. Rund 75 % der DMO nutzen Social Media aber in nur 41 % der DMO sind mindestens 50 % der Betriebe online buchbar. Da heißt es auch im neuen Jahr weiter kräftig anpacken!

Viele neue Ideen und spannende Projekte für das neue Jahr, aber noch Herausforderungen mit der Finanzierung? Bislang gestaltet sich die Suche nach öffentlichen Fördermöglichkeiten für touristische Projekte oft zäh und langwierig. Eine deutliche Erleichterung soll nun der neue Förderwegweiser Tourismus des Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes bringen. Es handelt sich dabei um eine Datenbank mit aktuell weit mehr als 500 tourismusspezifischen Förderoptionen. Schöne Aussichten und viel Erfolg beim Realisieren der Projekte!

Bleiben wir beim Thema Finanzen: Neuen Anschub für die breite Akzeptanz von Krypto-Währungen und die Ausweitung ihrer Einsatzmöglichkeiten verspricht die neue Partnerschaft von Booking. Bereits seit Ende November können User über die englische Hotelbuchungsplattform "Travala" Booking-Unterkünfte in 230 Ländern buchen und diese mit einer von insgesamt 20 verschiedenen Kryptowährungen bezahlen, darunter u.a. Bitcoin, Ethereum, Dash und Token.

Open Data im Tourismus? Für alle, die das Thema noch mit Fragezeichen betrachten, hat die Deutsche Zentrale für Tourismus (DTZ) neben einer umfangreichen Infoplattform auch ein leicht verständliches Kurzvideo zur Begriffsklärung und den thematischen Zusammenhängen veröffentlicht.

Digitalisierung – Nachhaltigkeit – Umwelt? Antworten und Fakten über die Zusammenhänge liefert die im Dezember veröffentlichte Studie des Umweltbundesamtes mit dem Titel "Die Auswirkungen der Digitalisierung und Big Data-Analyse auf eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus und dessen Umweltwirkung". Die Autoren der Studie (Prof. Dr. Dirk Schmücker, Prof. Dr. Eric Horster & Prof. Dr. Edgar Kreilkamp) untersuchen dabei maßgeblich die ökologische und soziale Dimension.

Social Web

Ständige Veränderungen und Neuerungen im Social Web sind nichts Ungewöhnliches – aber wie und wann hat das Ganze nochmal angefangen? Welche Plattform war zuerst da? Was war in welchem Jahr angesagt? Nach all der Zeit lohnt sich ein Rückblick auf die Timeline von Social Media.

Von der Vergangenheit in die Zukunft – das Jahr 2020 hält diese Neuerungen für uns bereit:

  • Ausbau Social Commerce: sich inspirieren lassen und über Produkte informieren wird bald durch die Möglichkeit ergänzt, den Kauf ebenfalls über die jeweilige Social-Plattform abzuschließen. Instagram testet zudem die Funktion, beim Shoppen eine virtuelle Anprobe zu ermöglichen.
  • Wachstum TikTok: eine kleine Bremse der Nutzerzahlen musste die Video-App zwar verzeichnen, aber das Unternehmen investiert stark in die geografische Ausbreitung, setzt auf auffällige Marketingkampagnen und wirbt Mitarbeiter direkt von Konkurrenten wie Facebook ab, um den Erfolg der App noch zu vergrößern.
  • Veränderung Influencer-Marketing: zwar prüft Instagram gerade, die Likes auszublenden, was sicherlich eine Umstellung für die Influencer bedeuten würde, jedoch nicht das Ende. Die Ausgaben für Marketing-Aktivitäten mit Influencern sind weiterhin steigend und es ergeben sich neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Auch zukünftig wird also im Social Web die Veränderung die einzige Konstante sein. Für die Content-Produktion im frisch angebrochenen Jahr kann deswegen ein Check der verschiedenen Bildgrößen auf den jeweiligen Plattformen hilfreich sein, um weiterhin hochwertigen und passenden Content zur Verfügung zu haben.

Tech-Trends

Die Bedeutung von Mobile Payment nimmt zu. Jeder 5. Deutsche nutzt bereits mobile und/ oder kontaktlose Bezahlmethoden. Neben ApplePay und GooglePay startet nun auch Facebook Pay. Der neue Dienst soll über alle Apps des Konzern nutzbar sein (Facebook, Messenger, Instagram und Whatsapp), Geld kann an Chat-Partner verschickt werden, In-App-Käufe können getätigt oder auch Tickets erworben werden. Vorerst wird der Dienst ausschließlich in den USA verfügbar sein. Wann der Bezahldienst nach Europa kommt steht noch nicht fest.

Airbus startet Testflüge mit neuem Lufttaxi. 2020 soll der CityAirbus auf die Probe gestellt werden, ohne Piloten bis zu 4 Passagiere auf festen Routen transportieren und beispielsweise den Transport von Stadtzentren zu Flughäfen ermöglichen.

Fahrdienstleiter Uber auf Marktforschungskurs: Nachdem Uber inzwischen wieder Fahrten in 6 deutschen Großstädten anbietet, wagt der Fahrdienstvermittler nun den Schritt in ländliche Regionen. Ein Pilotprojekt in Oberbayern soll Erkenntnisse liefern, ob ein On-Demand-Service auch in weniger dicht besiedelten Regionen funktionieren kann.

Happy Birthday Internet! Mit der Übertragung einer Nachricht zwischen zwei Rechnern wurde am 29. Oktober 1969 der Grundstein für das Internet gelegt. 50 Jahre später haben über 4 Milliarden Menschen Zugang zum Internet und eine Welt ohne ist nicht mehr vorstellbar. Spannend sind dabei auf jeden Fall die Meilensteine der Geschichte des Internets.

Google und die SEO-Welt

Wichtig, noch wichtiger, Website-Ladezeit! Google will künftig im eigenen Browser Chrome-Nutzer regelrecht vor langsamen Websites warnen. Bisher ist die Funktion nur angekündigt, aber lange warten werden wir darauf wohl nicht mehr müssen, denn es ist lediglich ein weiterer konsequenter Schritt, die Ladezeit als wichtigsten Rankingfaktor zu etablieren. Für alle Websitebetreiber heißt das: Speed optimieren, was das Zeug hält, denn der Warnhinweis wird kommen und darauf sollte man vorbereitet sein. → Tipp: Tools wie PageSpeed Insights helfen bei der Optimierung der Seitengeschwindigkeit.

Hier kommt Bert: Das neueste Update von Google gilt als die größte Algorithmus-Änderung seit 5 Jahren. Bert steht für "Bidirectional Encoder Representations from Transformers" und meint die Kontexterfassung von Suchanfragen. Mit dem neuen Algorithmus soll es Google künftig möglich sein, das vorangehende und nachfolgende Wort mit einzubeziehen – und dadurch den Kontext der Anfrage sinngemäß noch besser zu erfassen.

Symbiose: Durch die Verknüpfung von Google Maps mit Google Translate kann nun die Adresse eines Ortes in der Landessprache über ein Lautsprecher-Icon ausgesprochen werden. Wer bisher die Sprachbarriere als Hürde für eine Reise in andere Ländern vorgeschoben hat, muss sich nun eine neue Ausrede einfallen lassen.

Checklisten und Tipps

  • Bilder-SEO
    Auch die richtigen Bilder sind ein wichtiger Rankingfaktor für Suchmaschinen. Relevante Eigenschaften sind dabei u.a. der Dateiname, die Dateigröße, der Kontext und Markups. Unter Berücksichtigung dieser Schlüsselfaktoren können Bilder weit oben ranken.
  • Facebook Ads
    Mittlerweile werden im Facebook-Feed enorm viele Anzeigen ausgespielt. Um in der Masse aufzufallen, sollte während der Anzeigengestaltung ein besonderes Augenmerk auf die Formulierung der Texte gelegt werden. Wie Anzeigentexte optimiert und dadurch die Conversion Rate gesteigert werden kann, wird von onlinemarketing.de in 6 Schritten beschrieben.
  • E-Mail-Marketing
    Welche Grundlagen für den Erfolg in einem der wichtigsten Kommunikationskanäle im Online Marketing benötigt werden, welche Argumente für diesen Kanal sprechen und wie E-Mail-Marketing insbesondere in der Hotellerie erfolgreich eingesetzt werden kann, beschreibt Trivago im aktuellen Blogpost.

Subjektiv herausragend

Insgesamt 4.500 Tonnen Feinstaub werden jedes Jahr allein in Deutschland in der Silvesternacht durch Raketen und Böller in die Luft geblasen, das sind ca. 15 % des Feinstaubs, der in einem Jahr von allen deutschen PKW ausgestoßen wird. Darüber hinaus werden allein in den 5 größten Städten Berlin, Hamburg, Köln, München und Frankfurt insgesamt fast 200 Tonnen Müll produziert. Und schließlich darf auch die zusätzliche Belastung der Umwelt durch Lärm und Chemikalien sowie die zahlreichen Unfälle in der Silvesternacht nicht vergessen werden.

Dass sich daran langfristig etwas ändern muss ist vielen bereits bewusst, doch in der Praxis ist die wirtschaftliche Bedeutung von ca. 150 Mio. Umsatz durch Feuerwerksartikel allein in Deutschland wohl immer noch zu groß. Außerdem fehlt es derzeit noch an Alternativen, um ohne Umweltbelastungen den Jahreswechsel gebührend zu feiern.

→ Nicht so in Shanghai, wo nun eine neue, vielleicht zukunftsweisende Form der Silvesterraketen präsentiert wurde: 2.000 Drohnen simulieren mit Lichteffekten Silvesterraketen und schreiben sogar Glückwünsche an den Himmel. Auch wenn das Video bereits 3 Tage vor dem Jahreswechsel gedreht wurde und hauptsächlich eine Vision darstellt, Eindruck hinterlassen hat es allemal und vielleicht sogar den Anstoß gegeben, auf politischer Ebene über Alternativen zu Raketen und Böllern nachzudenken.

Und das Wichtigste zum Schluss: Wir wünschen ein mutiges, hochprozentiges, erfrischendes und vitaminreiches Jahr 2020!

Der Vitaminschub ist ein Service der Netzvitamine GmbH. Wir danken für die freundliche Überlassung. Hier den Vitaminschub im Original lesen.

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