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12.12.2019

Positive Abschluss-Bilanz des Fontanejahres »fontane.200«

Land Brandenburg
Bei einem Pressegespräch am heutigen Donnerstag im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam blickten die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH als Träger des Jubiläumsjahres gemeinsam mit Förderern sowie Programm- und Tourismuspartnern zurück auf ein gelungenes Fontanejahr 2019.

Das Fontane-Denkmal in Neuruppin (TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann)

Das Erfolgsrezept des Fontanejahres beschreibt Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, in klaren Worten:
»Durch die enge, konstruktive Kooperation verschiedenster Partner und das abgestimmte Marketing auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene konnten wir in diesem Jahr eine breite Resonanz erzeugen, sowohl in den Medien als auch in der breiten Öffentlichkeit. Die Vielfalt der Projekte in den verschiedenen Regionen des Landes und die gelungene Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen ließen das Jahr zu einem großen Erfolg werden. Auch im Hinblick auf den Tourismus und konkrete Wertschöpfung war das Themenjahr fontane.200 ein dynamischer Impulsgeber für das gesamte Land Brandenburg, insbesondere für die Fontanestadt Neuruppin und das Ruppiner Land.«

Die Idee des Fontanejahres, eher die Tätigkeit des Autors als seine Biographie in den Vordergrund zu stellen, ist insbesondere mit der Leitausstellung »fontane.200/Autor« im Museum Neuruppin und der Sonderausstellung im HBPG in Potsdam aufgegangen. Beide Ausstellungen haben dem Publikum gezeigt, »dass Fontane eben kein ‚verstaubter Klassiker‘ ist«, so Dr. Kurt Winkler, Geschäftsführer der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte. »Die Ausstellungen in Neuruppin und in Potsdam zeigen gerade in ihrer Unterschiedlichkeit, dass Fontane immer wieder neu entdeckt werden kann. Die vielen Besucher der Ausstellungen erlebten den Autor als äußerst kreativen Schreiber und als Trendsetter der Brandenburg-Begeisterung, alles Aspekte, die uns Fontane auch aus heutiger Perspektive nahebringen. Vor allem aber hat das Jubiläumsjahr eines bewirkt: Fontane lesen, wieder lesen, neu lesen …«

Der Erfolg des Fontanejahres drückt sich messbar in Zahlen, aber auch in der Nachhaltigkeit der Projekte, die über das Fontanejahr hinaus in Brandenburg Bestand haben.
Die von Prof. Dr. Heike Gfrereis kuratierte Leitausstellung »fontane.200/Autor« im Museum Neuruppin konnte seit Ihrer Eröffnung am 30. März 2019 mehr als 30.000 Besucher*innen verzeichnen und zieht ein mehr als positives Resümee. Die angestrebte Besucherzahl von 15.000 wurde somit verdoppelt. Besonders gut angenommen wurden Gruppenbuchungen und Gruppenführungen.

Die korrespondierende Sonderausstellung »fontane.200/Brandenburg – Bilder und Geschichten« im Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte erfreute sich seit Ihrer Eröffnung am 6. Juni 2019 über 7.000 Gäste. Das hochkarätig besetzte Begleitprogramm lockte rund 800 Besucher*innen. Insbesondere wird auch in den kommenden Jahren das Veranstaltungsformat des »Literarischen Herbst« u.a. in Kooperation mit der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf sowie der Havel-Slam in Kooperation mit dem Waschhaus Potsdam fortgeführt, um neue und jüngere Zielgruppen zu gewinnen. Die Ausstellung kann verlängert bis zum 31. Dezember besichtigt werden.

Die verbindende digitale Ausstellung »fontane.200/Online« wird nach 2019 für weitere 5 Jahre zu sehen sein und beide zentrale Ausstellungen mit ihren unterschiedlichen Themen im digitalen Raum bewahren.

Die zentrale Website des Fontanejahres www.fontane-200.de verbuchte seit dem Launch bereits am 31. Januar 2018 über 100.000 Besucher*innen.

In der Fontanestadt Neuruppin zeigt sich die Wirkung des Jubiläumsjahres intensiv am gesamten touristischen Gästeaufkommen. Das Reisegebiet Ruppiner Seenland geht bis zum Ende des Fontanejahres von mehr als 560.000 Gästen in der Region aus, im Jahr 2018 kamen knapp 500.000. Großer Beliebtheit erfreuten sich die Stadtführungen in der Fontanestadt Neuruppin – 10.562 Führungen vermerkte die Tourist-Information, im Vorjahr wurden 5.818 Führungen durchgeführt. Mit rund 1,6 Mio. Übernachtungen bis zum Ende des Jubiläums wird die Anzahl erneut steigen.

Die Fontane-Festspiele verbuchten einen großen Erfolg im Fontanejahr und sollen ab 2020 jährlich weitergeführt. Knapp 7.000 Gäste besuchten 83 Veranstaltungen und weitere 4.000 neue Formate wie das Kinder- und Jugendliteraturfestival »querfelddrei«, »Hereinspaziert« sowie »Pop und Petersilie«. Auch der Fontane-Literaturpreis, der diesjährig an Peggy Mädler verliehen wurde und der dritthöchst dotierte Literaturpreis Deutschlands ist, wird zukünftig fortgeführt.

Einen ebenfalls großen Zuspruch erfuhren die Jugendprojekte der Fontanestadt Neuruppin. Beide #GameCamps zu WORD&PLAY! waren mit je 50 Jugendlichen aus 12 Bundesändern komplett ausgebucht. Insgesamt 25 Games wurden während der Camps erstellt und können teilweise auf der Projekt-Website www.word-and-play.de heruntergeladen werden. Das Kontingent von 5.000 Plätzen wurde beim Bildungs- und Vermittlungsprogramm »Dem Wort auf der Spur« von Schüler*innen aus 16 Landkreisen und kreisfeien Städten vollständig wahrgenommen. Der Wunsch nach der Weiterführung des Schüler- und Vermittlungsprogramms wird inzwischen von vielen Schulen geäußert. Eine Beibehaltung des Escape-Rooms als Teil des Programms ist in Planung sowie eine mögliche Integration des Game-Projekts ins Museum und eine Neuauflage des #GameCamp.

Auf große Resonanz stieß der vom Theodor-Fontane-Archiv veranstaltete wissenschaftliche Kongress »Fontanes Medien (1819-2019)« mit mehr als 300 Teilnehmer*innen bei über 50 Kongress-Veranstaltungen. Durch das Angebot einer speziellen Fontanejahr-Führung konnte die Zahl der Besucher*innen der Potsdamer Villa Quandt gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht werden: Rund 1.500 Besucher*innen nutzten das Angebot einer speziellen Führung. Eine neue mobile Tafelausstellung »Dem Nachlass Fontanes auf der Spur« erlaubt es nun, das Archiv ‒ seine Geschichte, Bestände und Tätigkeiten ‒ für Besucher*innen im Rahmen dieser Führungen auch anschaulich erfahrbar zu machen ‒ über das Jubiläumsjahr hinaus. Die digitalen Angebote auf der neuen Portal-Website nutzten seit dem Launch mehr als 25.000 Besucher*innen. Die digitale Transformation des Archivs voranzutreiben und die kulturellen Bildungsangebote weiter zu entwickeln, wird im Mittelpunkt der Arbeit des Theodor-Fontane-Archivs nach dem Fontanejahr stehen.

Hervorragende Besucherzahlen konnte ebenfalls das Themenjahr »fontane.200/Spuren – Kulturland Brandenburg 2019« registrieren. Seit Beginn des Jahres haben rund 350.000 Besucher*innen die Veranstaltungen von Kulturland Brandenburg im gesamten Bundesland erlebt. Im Vergleich zu vorherigen Themenjahren erfuhr im Fontanejahr die Altersgruppe der 15 bis 18-jährigen sowie der 30 bis 50-jährigen stärkeren Zuwachs. Die Besucher*innen kamen aus der direkten Umgebung einer Veranstaltung, aus Berlin und aus weiteren Regionen Brandenburgs. Zu den Höhepunkten gehörten die Ausstellung »Fontanes Pflanzen« im Tempelgarten Neuruppin, die 13.000 Besucher*innen anzog, teils auch aus der benachbarten Leitausstellung im Museum Neuruppin. Reinhard Repkes »Club der toten Dichter« vertonte im Jubiläumsjahr Fontanes Texte und tourte deutschlandweit. 12.350 Gäste kamen zu den Konzerten. An drei Standorten, u.a. in Neuruppin und im HBPG Potsdam, sahen 11.653 Besucher*innen die Werkschau »Warum eigentlich Fontane« der FH Potsdam. Ungewöhnlich hohe Gästezahlen in Fontane untypischen Regionen und an kleineren Orten weisen die Doppelausstellung im Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde sowie auf Schloss Doberlug auf. 5.600 Besucher*innen sahen die Ausstellung zu Fontanes Illustrator, Alexander Duncker. Auch die Ausstellung zu Fontanes Apothekerberuf im Brandenburgischen Apothekenmuseum in Cottbus zählte knapp 7.000 Besucher*innen.

Die Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) schuf durch das Jubiläumsjahr neue touristische Ansätze sowie Reiseanlässe in Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern für Brandenburg. Zur Bewerbung des Fontanejahres haben erweiterte Kooperationen sowie neue Vertriebswege, vor allem im Online-Bereich wie mit der Kampagnenwebsite zu fontane.200, Partner-Microsites, Online-Werbung und Social Media die Reichweite für das Thema Fontane erhöht. Neue Formate wie Kino-Promotions und der Vertrieb von Fontane-Wanderungen über Partner wie outdooractive, komoot und den Deutschen Wanderverband sorgten ebenso für eine hohe Wahrnehmung des Themas. Viele neue touristische Ansätze haben eine langfristige Perspektive und werden auch weiterhin das Thema Fontane für die Gäste Brandenburgs anbieten können. Dazu zählen der Radweg fontane.rad, die sieben Fontane-Touren, thematische Führungen oder der Wander-Marathon.

Das Fontanejahr fand über die gesamte Dauer eine sehr große Medienresonanz vor. Allen voran berichteten der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) sowie regionale und lokale Tageszeitungen (z.B. MAZ, MOZ, Lausitzer Rundschau, PNN, Tagesspiegel, Berliner Zeitung) über die Veranstaltungen und relevante Fontane-Themen. Überregional bergleiteten die Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine sowie DIE ZEIT und der WDR das Jubiläum.

Am 30. März 2019 eröffneten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke feierlich das Fontanejahr in Neuruppin. Bei dem Festakt in der Kulturkirche waren rund 800 Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien sowie viele Bürgerinnen und Bürger dabei.

Am 30. Dezember 2019 endet das Fontanejahr mit einer Abschluss- und Geburtstagsfeier in Neuruppin. Um 15 Uhr sprechen Jens-Peter Golde, Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin, und Prof. Dr. Roland Berbig, Vorsitzender der Theodor Fontane Gesellschaft, Geburtstagsgrüße am Fontane-Denkmal. Um 16 Uhr lädt die Leitausstellung fontane.200/Autor zur Finissage bevor ab 18 Uhr die Geburtstagsfeier in der Kulturkirche mit anschließender Verleihung der Fontane-Kulturpreise beginnt.

https://fontane-200.de/de/

 

 

 

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