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18.05.2019

re:publica

Berlin, Europa, Land Brandenburg, Welt
tl;dr Ein persönlicher Rückblick auf die re:publica 2019 in der STATION Berlin von Julia Egloff
Die Maus und #meinbb
#Europawahl2019
ein typisches Bild der re:publica
re:aders corner: Fehlerlesen Moby Dick
#re:publica analog

Als ich mich einige Tage nach Ende der re:publica, der Konferenz für Digitalisierung vom 06.05. - 08.05.2019, an den Laptop setzte, um ein Resümee zu verfassen, war mein Kopf gerade erst zur Ruhe gekommen. So viele Eindrücke und neues Wissen, die es zu verarbeiten galt. So schrieb ich zunächst die ersten Worte, die mir in den Sinn kamen:

  • Bohemian Rhapsody
  • Moby Dick XXL
  • Messe
  • Bällebad
  • Hippies und Querdenker
  • Astro Alex
  • Virtuelle Realität und reale Realität
  • Ein Wunsch: „Schreibt die re:publica richtig“
  • STATION Berlin
  • Digitalisiert euch!


Re:publica, klingt ja lateinisch "res publica " - "öffentliche Sache", Basis für das Wort Republik. Und die Organisatoren schafften es tatsächlich eine kleine Republik herzustellen. Über 25.000 Gäste besuchten die diesjährige re:publica in der STATION Berlin. Ich war zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal dabei. Bundespräsident Steinmeier eröffnete die re:publica mit dem Aufruf „Digitalisiert die Demokratie, demokratisiert die Digitalisierung!“

Das Festival stand unter dem Motto tl;dr, also „too long, didnt´t read“. Die drei Tage (im Vorfeld gab es noch das Netzfest und die Pre:publica) waren aber alles andere als oberflächlich und kurzweilig. Debattiert wurde wieder viel auf Europas größter Digitalmesse. Das Themenspektrum reichte in diesem Jahr von Netzpolitik und -aktivismus, über digitale Nachhaltigkeit, Fake News und Datenjournalismus bis hin zu Virtuellen Realitäten und Cyberwar. Ein Gesamtüberblick wäre viel zu lang, dass das kein Mensch lesen und das widerspräche ja dem Thema der Messe – darum hier die Zusammenfassung. Es steht für die Ungeduld, für das Flüchtige. Die Programmmacher der Konferenz wollten es mal mit dem Gegenteil probieren: Ausführlich sein. Genau hinschauen, statt Oberflächlichkeiten auszutauschen. Genau deswegen auch Moby Dick XXL: Über unseren Köpfen hing die gesamte englische Ausgabe des Autors Herman Melville auf Plane ausgedruckt, über 600 Meter lang. Warum? Weil wahrscheinlich alle den Roman kennen und auch wissen, worum es geht, aber auch nur sehr wenige diesen Roman komplett gelesen haben. Für all diejenigen gab es auch die Möglichkeit, beim silent Fehlerlesen, mitten im Getümmel auf dem re:aders corner, die deutsche Version so lange zu lesen, bis er/sie einen Fehler macht. Dann wurde gewechselt. Der Gewinner hat über 46 Minuten gelesen, ich hab es nur ca 13 Minuten geschafft, aber auch das kam mir ewig lang vor. Die umstehenden Besucher schnappten sich Kopfhörer und konnten dem Lesenden lauschen. Auch eine schöne Möglichkeit zum sinnvollen Pausieren. Überhaupt waren Kopfhörer ein unübersehbares Accessoire, denn auf großem Raum mussten ja viele Inhalte besprochen werden, die Geräuschkulisse war tatsächlich, angesichts der unglaublichen Menge an Leuten, erträglich.

Über 600 sessions und workshops und Panels und Fachkonferenzen und Präsentationen und Insides und Diskussionsrunden und livestreams zu unterschiedlichsten Themen wurden uns geboten. Nicht zu vergessen, die mutigen Aussteller. Branche? Irrelevant. Gemeinsamkeit? Digitalisierung. Überall sah man Menschen jeglicher Façon mit den A2 großen Programmplänen stehend und sich Sessions aussuchend; Europas größte Digitalmesse kann also auch noch analog.

Sessions wie "Ländlich, digital, sucht...", "Bei uns heißt Siri Mira", "#KI mach Arbeit", "Smart Country Brandenburg", "Arzt oder App? wem vertraue ich?", "Mit 5G wird Milch und Honig fließen", "Give Plants a Voice: Digitally translating Nature´s needs", "Was haben die Simpsons mit Big Data zu tun", "Too late, didn´t react - Kann Deutschland den Anschluss bei der Digitalisierung noch schaffen?", "Mindfulness: the super skill for the Digital Age" oder "Public Value: Jeder behauptet ihn zu liefern, doch wer finaziert ihn und entscheidet darüber?" zeigen nur im Ansatz die Varietät der Themen, die ich besucht habe oder wenigstens einen kurzen Blick hineinwerfen wollte. 

Bezeichnend für die Digitalkonferenz war, dass man selbst vor Ort nicht alle Initiativen mitbekommt und tatsächlich auf die diversen social media Kanäle angewiesen ist, die über alles berichten, was man nicht selbst erleben kann. Allen voran Twitter: Über 68.000 (!!) Tweets wurden innerhalb der drei Tage abgesetzt. Die re:publica ist jünger geworden, die junge Generation motiviert sich, erhebt sich, bildet sich und uns weiter. Man muss nicht "irgendwas mit Medien" machen, um wenigstens einmal in seinem Leben diesem Spektakel beigewohnt zu haben. 

Mein persönliches highlight war der langersehnte Auftritt von `unserem´ Mann im All: Alexander Gerst ließ uns an seinen Erfahrungen teilhaben, zeigte uns seinen Blick auf die Erde, ermutigte die jüngsten selber Astronaut werden zu können: "Wenn ich das kann, könnt ihr das auch!" 

Und warum Bohemian Rhapsody? Seit Jahren ist es Tradition, die re:publica mit diesem Song zu beenden. Und Queen sind schließlich die Größten.

Geschafft, glücklich, todmüde und mit einem vollgestopften Kopf war dann die re:publica vorbei. Ich komme wieder!

re:publica THE MOST INSPIRING FESTIVAL FOR THE DIGITAL SOCIETY

 

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Julia Egloff

TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH/ Projektmanagerin Digitalisierung, "MeinBrandenburg"

Clustermanagement Tourismus

0331-29873579 julia.egloff@reiseland-brandenburg.de