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23.11.2018

Rückblick: Brandenburgischer Tourismustag 2018 in Cottbus

Land Brandenburg
Zwei Tage trafen sich die Brandenburger Touristiker auf dem Brandenburgischen Tourismustag in Cottbus. Ein Rückblick.

Drei Tage nach dem Gewinn des Deutschen Tourismuspreis in Bonn, war der Erfolg bei der wichtigsten Auszeichnung der deutschen Tourismuswirtschaft auch auf dem Brandenburgischen Tourismustag in Cottbus in aller Munde. Die beiden Pokale für den ersten und dritten Platz hatten einen Ehrenplatz auf der Bühne.

Premiere für den Wirtschaftsminister

Seinen ersten Brandenburgischen Tourismustag erlebte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach. Seit knapp zwei Monaten im Amt, nahm er den Brandenburger Erfolg beim Deutschen Tourismuspreis zum Anlass, den Tourismus als wichtigen Bestandteil der Brandenburger Wirtschaft zu würdigen. „Ich möchte die Branche mit ihnen weiterentwickeln“, so der Minister. Als ehemaliger Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) kennt er die Lausitz. Sein Grußwort nutzte der Wirtschaftsminister auch, um die Bedeutung des Tourismus für den bevorstehenden Strukturwandel in der Lausitz herauszustellen. Auch wenn, so Steinbach, der Tourismus diese Herausforderung nicht allein stemmen könne.

Die Vorträge: Emotional führen, Leistungsdiamanten und Erlebnisse als neue Währung

Die Reihe der Vorträge des ersten Tages eröffnete Hansjörg Falz. Der Chefredakteur des „Merian“ sagte, heute müssten Erlebnisse im Mittelpunkt eines Angebotes stehen, die die Sehnsucht der Gäste nach dem Besonderen erfüllen. Besonders für den Typus des „neuen Gastes“, der heute mehr als einmal im Jahr in den Urlaub fährt, sei dies entscheidend. Das sind in Deutschland immerhin 30 Millionen Menschen.

Lars Bolle (DER Touristik Central Europe GmbH) schaute in seinem Vortrag auf die Frage, welche Bedeutung Markenbildung im Tourismus hat. Vor dem Hintergrund des Markenprozesses in Brandenburg, bot sein Vortrag die Gelegenheit zu überprüfen, wie weit die Brandenburger Tourismuswirtschaft in diesem Prozess bereits gekommen ist. Den Brandenburger Markenprozess lobte der Fachmann ausdrücklich. Der Gast von heute, so Bollle, habe immer einen Informationsvorsprung. Umso wichtiger ist es, dass die Marke für eine klare Positionierung und eine deutliche Botschaft stehe. Darin eingeschlossen ist das Bekenntnis, diesen Markenprozess ständig zu überprüfen.

Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) richtet den Blick in die Zukunft. Wie sieht unsere Arbeitswelt in einigen Jahren aus. Wie schaffen es Unternehmen, Mitarbeiter zu halten und neue zu bekommen? Die Herausforderungen seien immens, so Rump, weil gerade mehrere Trends parallel abliefen. Demografischer Wandel sowie die technische und gesellschaftliche Entwicklung sorgen dafür, dass die Veränderung der Normalzustand ist. Für Unternehmen und Mitarbeiter ist es dabei essentiell wichtig, so die Expertin, eine Strategie zu haben, um nicht die Orientierung zu verlieren. Künftig geht es laut Rump um Personalgestaltung und nicht Personalverwaltung, wenn die sogenannten „Leistungsdiamanten“ gefunden werden wollen.

Marcus Smola (Best Western Hotels Central Europe) hatte in seinem Vortrag nicht nur musikalische Momente eingebaut, sondern auch Antworten auf die Frage, wie wichtig emotionales Führen von Mitarbeitern für den Erfolg eines Unternehmens ist. Schließlich, so der Hotelmanager, würden 70 Prozent der Hotelgäste nicht wiederkommen, weil sie mit einem Mitarbeiter unzufrieden gewesen sind. Smola berichtete von seinem Auftritt in der Fernsehsendung „Undercover Boss“. Er arbeitete unerkannt in sechs Hotels seines Unternehmens mit und machte interessante Erfahrungen, die er mit den Tagungsgästen teilte. Sein Resümee: Es gibt viele Möglichkeiten, einem Mitarbeiter seine Wertschätzung zu zeigen und keinen Grund es nicht zu tun. Und die meisten kosten nichts, so Marcus Smola.

ServiceQualität Deutschland: Brandenburg liegt vorn

In dem Wort Qualität steckt auch das Wort Qual. Jeden Tag gute Qualität anzubieten, ist vielleicht keine Qual, aber auf jeden Fall eine Herausforderung. Eine gute Tradition ist es, dass auf dem Brandenburgischen Tourismustag Unternehmen mit dem Siegel „ServiceQualität Deutschland“ ausgezeichnet werden. Elf Unternehmen erhielten das Qualitätssiegel in den Stufen eins bis drei durch die ServiceQualität Deutschland. Inzwischen tragen 350 Unternehmen in Brandenburg das „ServiceQ“. Damit liegt Brandenburg deutschlandweit an der Spitze. Das dies immer noch gesteigert werden kann, zeigt der Spreewald. Die Reiseregion ist die erste Qualitätsregion in Deutschland. Das Bekenntnis zur Qualitätsregion haben die Betriebe aus Burg, Lübben, Lübbenau und der Gemeinde Schwielochsee gemeinsam unterzeichnet und in einem Kriterienkatalog festgeschrieben. Im Mittelpunkt stehen dabei für alle eine hohe Kundenorientierung, Servicequalität und das Thema „Nachhaltigkeit“.

Mit der i-Marke können sich bundesweit Touristinformationen einem Qualitätscheck durch den Deutschen Tourismusverband unterziehen. In Brandenburg sind bereits 74 Tourist Informationen mit dem roten „i“ ausgezeichnet. Deutschlandweit steht Brandenburg damit an dritter Stelle nach Niedersachsen und Baden-Württemberg. Neu hinzukommen jetzt in Brandenburg die Tourist Informationen in Caputh, Eberswalde, Kloster Chorin, Oranienburg und Peitz. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Brandenburg verlieh auf dem Tourismustag sein Qualitätssiegel „Brandenburger Gastlichkeit“. 70 Betriebe gingen an den Start, um das begehrte Siegel auch in den kommenden Jahren führen zu können. Das spricht für die hohe Serviceorientierung der Brandenburger Gastronomie. Dabei punkten die zertifizierten Unternehmen zunehmend mit regionalen Produkten, gutem Service und schönem Ambiente bei Testern und Gästen.

Barcamp: Wundertüte mit Erkenntnisgewinn

Für den zweite Tag sollte es eine Premiere geben: ein Barcamp. Mit Kristine Honig von Tourismuszukunft gab es die Moderatorin, die den Teilnehmern die Angst vor dem Mitmachen erfolgreich nahm. Als es an die Präsentation und Abstimmung über die Themen ging, bildete sich am Mikrofon eine veritable Schlange. Auch diejenigen, die mit einer skeptischen Einstellung in den Tag gingen, dürften am Ende überrascht gewesen sein. Es gab lebhafte Diskussionen, konstruktiven Austausch und konkrete Verabredungen, wie Dinge angegangen werden sollen.

Impressionen vom Brandenburgischen Tourismustag gibt es in dieser Bildergalerie.

Ein Rückblick auf den Tourismustag in Twitter-Tweets.

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