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10.09.2019

Rückblick: Der Brandenburgische Tourismustag und das Sparkassen-Tourismusbarometer in Neuruppin

Land Brandenburg, Ruppiner Seenland
Brandenburgischer Tourismustag und Sparkassen-Tourismusbarometer: Zum ersten Mal fanden die beiden zentralen Branchentreffen der Brandenburger Touristiker zusammen statt. Zu den beiden Veranstaltungen am 21. und 22. August kamen rund 350 Teilnehmer in die Kulturkirche Neuruppin. An beiden Tagen ging es in den Workshops, im Politiktalk und im Eröffnungsvortrag um die Mobilität im Tourismus und wie diese künftig organisiert sein sollte.

In seinem Eröffnungsvortrag sprach Stephan Rammler über die Mobilität der Zukunft, die im Wesentlichen von vier großen Megatrends getragen wird. „Ich bin kein Spinner, ich bin Wissenschaftler und stelle Ihnen Entwicklungen vor“, stellte er an den Anfang seines Vortrages. Die Zukunft ist für ihn die vernetzte Mobilität, die mit den Möglichkeiten der Digitalisierung auch zu schaffen sei. Dorthin zu kommen sei jedoch schwierig. Urbane Zentren seien im Vorteil gegenüber ländlichen Regionen. Für eine nachhaltige Mobilität bedeutet dies, dem Auto seine Vorrangstellung wegzunehmen. Für Rammler hat die Politik nicht Gestaltungskraft die Mobilitätswende umzusetzen. Stattdessen müssten die Kommunen und Landkreise ihre Möglichkeiten nutzen.

Politiker sprechen über Mobilität

Kurz vor der Landtagswahl bot das Forum „Freizeit- und Urlaubsmobilität“ Politikern aller im Landtag vertretenen Parteien die Möglichkeit, ihre Vorstellungen von Mobilität in Brandenburg vorzustellen. In der Runde vertreten waren Mike Bischoff (SPD), Thomas Domres (Die Linke), Frank Bommert (CDU), Ursula Nonnenmacher (Bündnis 90/Die Grünen), Axel Graf Bülow (FDP) und Arnd Heymann (AfD).

Für Frank Bommert (CDU) müsse der öffentliche Nahverkehr erst zuverlässig funktionieren, um Leute zum Umstieg zu bewegen. Dass die verschiedenen Verkehrsträger besser vertaktet werden müssten, ist für Thomas Domres (Die Linke) unerlässlich. Eine Ausbau des Schienenverkehrs in der nächsten Legislaturperiode forderte Frank Graf Bülow (FDP). Mit Blick auf die Dauerbaustelle an der Schleuse Zaaren wurde fraktionsübergreifend eine bessere Abstimmung zwischen Land und Bund gefordert. Einen Koordinator für den Ausbau der Wasserstraßen sowie ein eigener Posten im Landeshaushalt waren nur zwei der Vorschläge, die geäußert wurden. Ursula Nonnenmacher (Bündnis90/Die Grünen) machte den Vorschlag, dass das Land Brandenburg die Wasserstraßen vom Bund übernehmen könnte, die nicht mehr für den Güterverkehr benötigt werden. Mike Bischoff (SPD) verwies auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Brandenburg in den kommenden Jahren. Arnd Heymann (AfD) betonte, der ländliche Raum brauche andere Lösungen als die Städte und brachte die Fahrgemeinschaften ins Spiel, mit denen der Verkehr privater Pkw reduziert werden könnte.

Zur Sprache kamen auch die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten zwischen Bund und Ländern bei Straßen, Schienen- und Wasserwegen. Einig waren sich die Politiker, dass sich etwas ändern muss. Auf den Punkt brachte es Stephan Rammler.: „Es ist Zeit für Sachpolitik und keine Machtpolitik.“ Dazu gab es Beifall aus dem Publikum. 

Touristinformation Lübbenau besteht Tour-Cert-Check

Ohne Qualität geht nichts im Tourismus. Bereits seit dem Jahr 2003 beteiligt sich das Land Brandenburg daher an der Qualitätsoffensive „ServiceQualität Deutschland“. Im Rahmen der Präsentation des Sparkassen-Tourismusbarometers für Brandenburg, am 22. August in der Neuruppiner Kulturkirche, wurden 15 Unternehmen und Tourismusorganisationen mit dem „ServiceQ“ ausgezeichnet. Ein neues Modul des Siegels „ServiceQualität Deutschland“ ist der TourCert-Check, einem Nachhaltigskeitssiegel für Unternehmen. Die Touristinformation Lübbenau absolvierte als erstes Brandenburger Unternehmen erfolgreich den TourCert-Check. Aktuell tragen damit nun 330 Unternehmen in Brandenburg das Siegel für ihr Qualitätsmanagement . Im Vergleich der östlichen Bundesländer liegt Brandenburg an der Spitze. Deutschlandweit haben derzeit mehr als 2.400 Unternehmen das Q-Siegel.

Steinbach findet klare Worte zur Schleusen Zaaren

„Moderne Infrastruktur und vielfältige Mobilitätsangebote sind die Basis für attraktive touristische Angebote – und damit unerlässlich für einen erfolgreichen Tourismus. Von solchen starken Infrastrukturen profitieren aber nicht nur unsere Gäste. Sie kommen auch der einheimischen Bevölkerung zu Gute.“ Das erklärte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach am Tag darauf bei der Vorstellung des Ostdeutschen Sparkassen-Tourismusbarometers.

Die Bedeutung touristischer Mobilität zeige sich aktuell beim Wassertourismus: „Die Sperrung der Schleuse Zaaren an zentraler Stelle in der Oberen Havelwasserstraße ist eine echte Konjunkturbremse. Der Bund muss sich endlich im Bundeshaushalt zu einer ordnungsgemäßen Unterhaltung seines Eigentums bekennen,“ forderte der Minister. „Brandenburg hat ein positives touristisches Image und hat sich auch im internationalen Wassertourismus gut etabliert. Der Eindruck, unsere Produkte nicht zuverlässig anbieten zu können, kann langanhaltende massive Auswirkungen haben. Der Bund muss daher schnell handeln. Über Jahre nur auf eine notwendige Grundgesetzänderung zu verweisen, ist den Unternehmern nicht mehr vermittelbar“, sagte Steinbach.

Das Sparkassen-Tourismusbarometer für Brandenburg

 „Zehn Jahre Übernachtungszuwachs hintereinander! Das hat seit 2008 kein anderes ostdeutsches Land geschafft. Und auch bei den ausländischen Gästen wird Brandenburg beliebter. Die Investitionen in kreative Angebote und hohe Qualität tragen Früchte“, sagte Dr. Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes bei der Vorstellung des Sparkassen-Tourismusbarometers Brandenburg. Er forderte die Touristiker auf, nicht nachzulassen: „Die künftigen Investitionen müssen darauf abzielen, die Zufriedenheit der Gäste weiter zu steigern und Schwachstellen im Angebot zu beseitigen. Das Thema Arbeitskräftemangel müssen alle relevanten Institutionen noch stärker als bisher gemeinsam angehen.“

Den anhaltenden Aufwärtstrend im Brandenburg-Tourismus bestätigt auch die nun vorliegende Halbjahresbilanz. Sie weist sowohl einen Anstieg der Zahl der Ankünfte Januar bis Juni 2019 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus als auch ein Plus bei der Zahl der Übernachtungen um 3,7 Prozent. Die Zufriedenheit der Gäste in Brandenburg nimmt weiter zu. Brandenburg erreichte 2018 einen Trust Score von 82,4 Punkten, 0,6 Punkte mehr als 2017, bleibt aber erneut hinter dem ostdeutschen Trust Score (83 Punkte) als auch hinter dem deutschlandweiten Wert (83,5 Punkte) zurück. Der Trust Score fasst Gästebewertungen auf rund 250 Onlineplattformen für Unterkunftsbetriebe zu einem Gesamtwert der Gästezufriedenheit zusammen, maximal 100 Punkte können erreicht werden.

Pressemitteilung des OSV Ostdeutscher Sparkassenverband

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