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12.06.2020

Startschuss für Ideenwettbewerb "Kulturelle Heimat Lausitz"

Elbe-Elster-Land, Lausitzer Seenland
Architektur & Baukultur, Industriekultur, Kulturtourismus
Kulturministerin Manja Schüle hat mit Partnern den Startschuss für den Ideenwettbewerb ‘Kulturelle Heimat Lausitz‘ sowie einen Ausblick zur Weiterentwicklung der Kultur bei der Strukturentwicklung gegeben. Rund 1 Million Euro stehen für Kultur-Projekte zur Verfügung.

Pressgespräch im Schlosspark Branitz in Cottbus zur Vorstellung des Ideenwettbewerbs "Kulturelle Heimat Lausitz"

„Wir haben eine großartige Kulturlandschaft in der Lausitz – mit Theatern, Museen, Schlössern, Industrieanlagen und dem einzigartigen Erbe der Sorben und Wenden. Deshalb spielt Kultur auch eine tragende Rolle im Prozess des Strukturwandels in den Braunkohleregionen Brandenburgs und Sachsens. Sie ist der Schlüssel, um regionale Identität zu stärken, neue Beschäftigungspotenziale zu erschließen, Strahlkraft für die Lausitz zu entwickeln. Mein Ziel: Die Lausitz als eigenständige und attraktive KulturRegion weit über die Landes- und Ländergrenzen hinaus bekannt machen. Meine Vision: Die Lausitz soll als Region des Wandels und an der Schnittstelle zwischen West- und Osteuropa in den kommenden 10 bis 15 Jahren Kulturhauptstadt Europas werden“, sagte Kulturministerin Manja Schüle bei der Vorstellung des Wettbewerbs im Rahmen eines Pressegesprächs im Schlosspark Branitz. 

Der Ideenwettbewerb ‘Kulturelle Heimat Lausitz‘ und die weiteren geplanten Projekte – vom Kulturplan Lausitz über das Lausitz Festival bis zum Kulturland-Themenjahr 2021 zur Industriekultur - sollen dazu beitragen, die vorhandenen Potenziale noch stärker zu vernetzen. Dafür werden engagierte Mitstreiter*innen mit kreativen Ideen für wegweisende Projekte, nachhaltige Konzepte und praktische Soforthilfen vor Ort gesucht.

Neuer Beauftragter für Kulturentwicklung in der Lausitz ernannt

Um den Prozess des Strukturwandels durch Kultur  zu befördern, wurde Dr. Uwe Koch zum Beauftragten des Ministeriums für die Kulturentwicklung in der Lausitz ernannt. Er soll den Austausch mit Kultur-Akteuren weiter intensivieren, Menschen für die Projekte und damit für die Region begeistern und sie ermuntern, an der Kulturentwicklung vor Ort mitzuwirken. Der Ideenwettbewerb wird durch den Verein ‘IBA-Studierhaus Lausitzer Seenland‘ e.V. betreut.

Das Kulturministerium schreibt den Ideenwettbewerb ‘Kulturelle Heimat Lausitz‘ mit Unterstützung des Vereins ‘IBA-Studierhaus Lausitzer Seenland‘ aus. Er ist Teil des Sofortmaßnahmenprogramms des Bundes zur Strukturstärkung in den Braunkohlegebieten. Mit Hilfe des Wettbewerbs sollen in den Jahren 2020 und 2021 kleinere repräsentative sowie strategisch angelegte Projekte gefördert werden, die die Kulturlandschaft der Lausitz unterstützen und Zukunftsperspektiven entwickeln.

Das Förderprogramm ist für alle Sparten und Themen der Kultur offen (Darstellende Kunst, Musik, Bildende Kunst, Museen/Denkmalpflege, Erinnerungskultur, Industriekultur, Literatur, Bibliotheken/Archive, Kulturelle Bildung, Soziokultur, Popkultur, Film/Medien, Kultur- und Kreativwirtschaft, Kulturtourismus). Aufbauend auf den historischen Bezügen und dem heutigen Kulturleben, können und sollen mit den Projektanträgen auch gänzlich neue Formate entwickelt werden. Zudem sind ausdrücklich Seite 3 spartenübergreifende sowie interdisziplinäre Projekte willkommen.

Es gibt zwei Fördertöpfe: Für kleine Vor-Ort-Projekte wie Kunstprojekte, Kulturaktionen und Netzwerkprojekte, stehen jeweils bis zu 2.000 Euro bereit. Für größere strategische Projektideen fließen bis zu 150.000 Euro. Die Projekte werden zu 100 Prozent gefördert. Die ausgewählten Vorhaben sollen dazu beitragen, die regionale Identität und die Attraktivität des Kulturangebotes in der Lausitz zu stärken sowie den Kulturtourismus, die kulturelle Bildung und das bürgerschaftliche Engagement weiter zu entwickeln.

Anträge können bis zum 14. August 2020 eingereicht werden. Die Antragsformulare sowie weitere Informationen sind ab sofort unter www.kulturwettbewerb-lausitz.de online abrufbar.

Weitere Projekte und Initiativen zur weiteren Entwicklung und Stärkung der Kultur im Rahmen des Strukturwandels in der Lausitz: Mit dem ‘Kulturplan Lausitz‘ will das brandenburgische Kulturministerium in Abstimmung mit Sachsen länderübergreifend für Nieder- und Oberlausitz bis 2021 sowohl eine langfristige Strategie als auch konkrete Projekte und entsprechende Machbarkeitsstudien für die Kultur in der Lausitz entwickeln. Dazu läuft derzeit die europaweite Ausschreibung. Im Sommer wird ein Partner ausgewählt, der in enger Abstimmung mit den beiden Ländern und den Akteuren vor Ort aus Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft diese Strategie erarbeitet. Der ‘Kulturplan Lausitz‘ wird mit 500.000 Euro aus Sofortmaßnahmenprogramms des Bundes finanziert.

Gemeinsam mit Sachsen und Kulturakteuren in der Region wird ein länder- und spartenübergreifendes Lausitz Festival geplant. Der Bund finanziert das Projekt mit rund vier Millionen Euro. Abhängig von der weiteren Entwicklung in der CoronaPandemie könnte das Festival im Herbst stattfinden.

Gemeinsam mit Partnern vor Ort entwickelt das Kulturministerium das immaterielle Kulturerbe der Sorben/Wenden im deutsch-slawischen Kontext weiter und identifiziert kulturtouristische Potentiale. Dafür stehen bis 2021 insgesamt 1,5 Millionen Euro aus dem Sofortprogramms des Bundes zu Verfügung.

Der Bund plant in enger Abstimmung mit den Ländern ein Förderprogramm zur Industriekultur, das über das Strukturstärkungsgesetz finanziert werden soll. Ziel: Industriegebäude und -anlagen sollen zu lebendigen Kulturorten umgestaltet werden. Dafür laufen derzeit die Vorbereitungen.

Im kommenden Jahr beschäftigt sich auch das Themenjahr von Kulturland mit Industriekultur in Brandenburg. Hier wird die Lausitz eine zentrale Rolle spielen. Das Land fördert die Kulturland-Projekte jedes Jahr mit mehreren 100.000 Euro.

Weitere Infos: www.mwfk.de

 

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