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13.12.2018

Steinbach: "Brandenburg-Tourismus positioniert sich erfolgreich in einer immer digitaler werdenden Welt"

Land Brandenburg
Als Wirtschaftsminister ist Jörg Steinbach auch für den Tourismus in Brandenburg zuständig. Wir haben mit ihm über den Erfolg beim Deutschen Tourismuspreis, seine Erfahrungen als Hochschullehrer im neuen Job und seine Tipps für einen Brandenburg-Urlaub gesprochen.

Herr Wirtschaftsminister, Sie sind knapp 100 Tage im Amt. Welchen Eindruck haben Sie bislang von der Brandenburgischen Tourismuswirtschaft gewinnen können?

Das war ein spannender Einstieg.  Die Sitzung des Tourismusbeirats und der Tag der brandenburgischen Tourismuswirtschaft in Cottbus waren gute Gelegenheiten, mich mit einem für mich neuen Thema auseinanderzusetzen – jedenfalls aus der Perspektive des zuständigen Ministers und nicht des Nutzers. Natürlich hatte ich die gute Entwicklung der Branche in Brandenburg in den vergangenen Jahren bereits registriert. Trotzdem ist mir einiges noch bewusster geworden. Dazu zählt vor allem die Rolle des Tourismus für den ländlichen Raum – nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch als Impulsgeber für Lebensqualität und die Daseinsvorsorge. 

Brandenburg hat beim diesjährigen Deutschen Tourismuspreis den 1. und 3. Preis geholt. Welche Ausstrahlung hat dieser Erfolg beim wichtigsten Preis der deutschen Tourismusbranche für das Bild des Brandenburg-Tourismus in Deutschland?

Die Preise zeigen, dass das Reiseziel Brandenburg im Deutschlandtourismus mittlerweile vorne mitspielt. Wir haben Unternehmen und Verbände mit hohem Innovationspotenzial. Das wird nicht nur in der Tourismusbranche selbst zur Kenntnis genommen. Ich werde überall auf diesen Erfolg angesprochen. Insofern sind interessante  Tourismusangebote auch gut für das Image unseres Landes und Werbung für Ansiedlungen in weiteren Branchen. 

Das tolle Abschneiden beim Deutschen Tourismuspreis war nur dank des Miteinanders vieler touristischer Akteure möglich. Der Erfolg zeigt, dass sich diese enge Zusammenarbeit lohnt – und noch weiter intensiviert werden sollte. Die Grundlagen dafür haben wir mit der gemeinsam entwickelten Landestourismuskonzeption und der touristischen Marke Brandenburg geschaffen.. 

Das Reiseland Brandenburg kann sich erfolgreich in einer immer digitaler werdenden Welt positionieren, das belegen die Preise. Wir sollten diesen Wettbewerbsvorsprung nutzen, indem sich alle Akteure - von den einzelnen Unternehmerinnen und Unternehmern über die Kommunen  und Regionen bis hin zu den Verbänden – mit ihrer eigenen Identität auch weiterhin in die Zusammenarbeit einbringen. Die Landesregierung wird diesen Prozess auch zukünftig begleiten. 

Als Minister für Wirtschaft und Energie müssen Sie auch den kommenden Strukturwandel in der Lausitz moderieren und steuern. Welche Rolle kann dabei der Tourismus spielen?  

Es muss klar sein, dass Tourismus Industriearbeitsplätze nicht eins zu eins ersetzen kann. Deshalb  werden wir uns weiterhin um industrielle Ansiedlungen bemühen. Gleichwohl hat der Tourismus auch für die Lausitz wichtige Funktionen. 
Zum einen schafft er neue Arbeitsplätze. Zum anderen ist er wichtig für das Image der Region, macht sichtbar, wie aus einer Bergbaufolgelandschaft  ein attraktiver, lebenswerter Landstrich werden kann.  Diese Entwicklung und die damit verbundenen Perspektiven sind auch wichtig für die Menschen, die auch zukünftig mit Stolz in ihrer Lausitz leben möchten. 

Die Bundeskanzlerin betont oft, wie ihr Physikstudium ihr bei der Lösung schwieriger politischer Sachverhalt hilft. Wie ist es bei Ihnen? Was nehmen Sie aus Ihrer Hochschulzeit mit in die neue Aufgabe als Wirtschaftsminister?

… dass klare Strukturen und Prozesse unverzichtbar   sind. Vor diesem Hintergrund kann ich bereits jetzt feststellen, dass der Tourismus in Brandenburg gut aufgestellt ist. Es gibt mit der Landestourismuskonzeption eine solide strategische Basis, zu deren Umsetzung sich die touristischen Akteure auf einen gemeinsamen Regieplan verständigt haben. Die touristische Marke Brandenburg ist klar definiert und wird modern kommuniziert. Es war ein Kriterium für den Deutschen Tourismuspreis, dass hier über viele Jahre hinweg Grundlagen geschaffen wurden, um die zweifelsfrei digitaler werdende Zukunft des Tourismus zu sichern. Ein anderes Kriterium war die intensive Zusammenarbeit der Akteure. Hier sehe ich auch unser aller Aufgabe für die Zukunft: Wir brauchen transparente und abgestimmte Prozesse. Gerade die kleinen Unternehmen werden die immer komplexeren Anforderungen – die Unternehmensführung, die Digitalisierung, die Fachkräftesicherung und vieles mehr – sonst nicht bewältigen können.

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen Besuch und müssten ein Besuchsprogramm entwerfen. Welche Brandenburger Orte und Sehenswürdigkeiten würden Sie immer zeigen?

Natürlich den Spreewald. Aufgrund meiner mehrjährigen Tätigkeit in Cottbus habe ich eine intensive  Beziehung zu der Region und der Spreewald ist international  bekannt. Aber auch die Landschaft der Lausitz im Wandel ist ein spannendes Thema, das man so nicht unbedingt in einem touristischen Besuchsprogramm erwartet. Umso überraschter sind die Reaktionen meiner Gäste. Da habe ich überaus positive Erfahrungen machen dürfen.

Attraktive Kulturstätten und Naturlandschaften prägen das touristische Erlebnis in Brandenburg. Einen Besuch lohnen unsere Städte mit historischen Stadtkernen wie Neuruppin oder Werder und die im ganzen Land verteilten Schlösser und Herrenhäuser, zum Beispiel das Schloss Rheinsberg. Dazu haben wir eine ganze Reihe freundlicher Gastgeberinnen und Gastgeber. Ich halte die brandenburgische Küche für deutlich besser als ihren Ruf. 

Wer Erholung in unberührter Natur sucht, sollte unbedingt mit dem Boot in einem der märkischen Wasserreviere unterwegs sein. Manchmal sind es die vermeintlich kleinen Dinge, die einen besonderen Reiz ausüben: Das Wasser hat durchgehend hohe Badequalität. Erfahrene Bootsurlauber wissen, dass das international nicht selbstverständlich ist. 

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