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05.08.2019

"Urlaubssteuer" gekippt

Deutschland
Hotel & Unterkünfte
Der Bundesfinanzhof hat am Montag eine für Reiseveranstalter wegweisende Entscheidung getroffen. Danach darf der Einkauf von Hotelübernachtungen nicht gewerbesteuerlich hinzugerechnet werden.

Geklagt hatte der Münstersche Reiseveranstalter Frosch Sportreisen gegen einen Steuerbescheid aus dem Jahr 2008 und erhält damit nach 6 Jahren Rechtsstreit endlich Klarheit. Denn die Finanzgerichte hatten in der Vergangenheit diesbezüglich keineswegs einheitlich gesprochen. Konkret stand die Frage im Raum, ob das Vorhalten von Hotelkontingenten durch Reiseveranstalter steuerlich als Anlagevermögen oder als Umlaufvermögen des Unternehmens zu behandeln ist. Im ersten Fall müssten diese zur Gewerbesteuer hinzugerechnet werden. Dem erteilte der Bundesfinanzhof nun eine Absage. „Über Jahre haben wir uns gefühlt wie die letzten Gallier, die sich gegen eine unverständliche Steuerpraxis stemmen. Dabei haben uns der Prozess und die möglichen Folgen bis aufs äußerste strapaziert. Umso mehr sind wir nun erleichtert, dass der BFH für uns und die Kolleginnen und Kollegen im deutschen Tourismus eine klare Entscheidung getroffen hat“, begrüßt Frosch-Geschäftsführer Holger Schweins das Urteil. Verschiedene Reiseverbände hatten sich einstimmig gegen die sogenannte Urlaubssteuer und für rechtliche Klarheit ausgesprochen.

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