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20.05.2020

Vernetzen und austauschen: digitale Branchendialoge

Land Brandenburg
Der Informationsbedarf, aber auch der Wunsch nach Erfahrungsaustausch, ist in der Krisensituation sehr hoch. Den persönlichen Kontakt ersetzen dabei digitale Formate, in denen TouristikerInnen mit Experten und der Politik diskutieren können.

Der „Branchendialog Tourismus“, bei dem Wirtschaftsminister Jörg Steinbach und Vertreter der touristischen Spitzenverbände der Branche am heutigen Mittwoch Rede und Antwort standen, fand in dieser Form bereits zum dritten Mal seit Beginn der Corona Krise statt.

Bei zwei weiteren Branchen-Dialogen, wurden die spezifischen Fragestellungen der Tagungswirtschaft (MICE-Branche) sowie der Thermen, Bäder und der Kur- und Erholungsorte diskutiert. Beide Themen kamen auch heute zur Sprache.

Der heutige Blick richtete sich besonders auf die aktuelle Situation und die Herausforderungen, denen sich die Branche in den nächsten Monaten stellen muss. Minister Steinbach dankte allen Beteiligten, dass sie zum großen Teil an ihren Beschäftigten festgehalten haben und dazu das Instrument des Kurzarbeitergelds genutzt haben.

Seitens der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg verwies Barbara Nitsche darauf, dass die Lage sich trotz der nun stattfindenden Wiedereröffnungen noch keinesfalls entspannt hat und nach wie vor ein Zuschussfonds zur Rettung der Branche notwendig sei. Unterstrichen wurde dies u.a. auch vom Campingverband, der auf die ganz spezifische Situation der Campingbranche hinwies: Bereits jetzt sind 80 Prozent der Mitarbeitenden wieder in Lohn und Brot. Allerdings haben diese Unternehmen keinerlei Möglichkeit, entstandene Verluste im Herbst oder Winter auszugleichen.

Minister Steinbach erklärte, dass die Länder mit dem Bund zu einem Konjunkturprogramm in intensiven Gesprächen sind und man für Mitte Juni eine Entscheidung erwarte. Für spezifische Aspekte, die das Bundesprogramm möglicherweise nicht erfasse, stellte er ein zusätzliches  Landesprogramm in Aussicht, das vor allen Dingen Umsatzeinbußen kompensieren soll, die im Laufe des Jahres durch die wirtschaftliche Tätigkeit nicht ausgeglichen werden können. Steinbach stellte klar, dass es sich dabei um ein Anschlussprogramm handelt, da das Sofortprogramm definitiv am 31. Mai endet.

Der Blick wurde auch auf die Situation auf dem Ausbildungsmarkt gerichtet. Sebastian Riesner sprach für die Gewerkschaft Nahrung- und Genussmittel davon, dass besondere Anstrengungen unternommen werden müssen, um das Angebot an Ausbildungsplätzen aufrecht zu erhalten, da sich ansonsten der Fachkräftemangel weiter verschärfen würde. Minister Steinbach erklärte, dass dies im Fokus sei, da es bereits jetzt auch schon einen Einbruch der Nachfrage gäbe.

Daniel Reuner lenkte für den DEHOGA Brandenburg den Blick besonders auf den Tagungs- und Veranstaltungsbereich, für den es bisher keine Eröffnungsperspektive gibt. Viele Hotels und Gastronomiebetriebe sind von Veranstaltungen abhängig. Außerdem haben viele Betriebe in den letzten Jahren stark in den Tagungsbereich investiert. Hier zeigte sich Minister Steinbach vorsichtig optimistisch, dass ab Mitte Juni Lockerungen, z.B. für Tagungen und Veranstaltungen bis 50 Personen, möglich sein könnten. Für dieses Segment ist dies ein erster Lichtblick.

Für Thermen und Bäder und damit auch für die Kur- und Gesundheitsorte kam die erfreuliche Nachricht bereits gestern: Ab dem 13. Juni dürfen sie unter strengen Hygieneauflagen wieder öffnen. Ein wichtiges Signal, denn sie gehören zu den ganzjährigen touristischen Kern-Angeboten und leisten außerdem einen starken Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation der eigenen Bevölkerung. Für den Gesundheits- und Kurorteverband wies Janas Fink daher darauf hin, dass die Betriebe bereits sehr weit mit ihren Konzepten für den Wiedereinstieg sind, die sie mit Unterstützung von Experten erstellen. Sollte das Land eigene Leitlinien planen, so wünsche man sich unbedingt, mit der spezifischen Kompetenz einbezogen zu werden.

Den weiteren Saisonverlauf nahm Daniel Sebastian Menzel für den Landestourismusverband Brandenburg in den Blick: Gäste aus dem eigenen Land verstärkt anzusprechen und die Wintermonate in den Mittelpunkt der Aktivitäten zu rücken, sei aus Sicht der Reiseregionen nun der richtige Weg. TMB-Geschäftsführer Dieter Hütte kündigte an, dass der Herbst und der Winter definitiv Marketingschwerpunkte sein werden.

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