Projektbeschreibung

Beteiligungsprozess zur Zukunft des Biesenthaler Stadtwaldes

in Umsetzung
01.03.2021 - 01.03.2022
Ein innovativer Beteiligungsprozess zur Entwicklung des Stadtwaldes in Zukunft, der im Anschluss auch in andere Kommunen in Brandenburg und darüber hinaus verbreitet wird, die vor ähnlichen Konflikten und komplexen Herausforderungen rund um ihre Körperschaftswälder stehen.

Über das Projekt

Der Biesenthaler Stadtwald wird von vielen Bürger:innen sehr geschätzt – sei es zum Spazierengehen, Genuss von Natur und frischer Luft, Sporttreiben, Spielen oder Jagen. Gleichzeitig dient der Wald der Holzproduktion und sichert durch die Bildung von Grundwasser die Trinkwasserversorgung der Stadt. Jedoch werfen die Trockenheit der letzten Jahre, hohe Aufwendungen für den notwendigen Waldumbau sowie die unterschiedlichen Nutzungsansprüche die komplexe Frage auf, wie der Wald in den kommenden Jahrzehnten am besten genutzt, geschützt und gestaltet werden soll.

Die Stadtverordnetenversammlung (SVV) beschloss am 18.06.2020, dass alle Bürger:innen Biesenthals die Möglichkeit haben sollten, eng in die politische Entscheidungsfindung der Stadt zur Entwicklung des Stadtwaldes eingebunden zu werden und die Durchführung eines wissenschaftlich informierten Beratungs- und Beteiligungsprozesses, um gemeinsam Handlungsoptionen für die Zukunft des Biesenthaler Stadtwaldes zu erarbeiten. Diese Handlungsoptionen sind die Grundlage für die zukünftigen Entscheidungen der SVV zum Biesenthaler Stadtwald.

Ein innovativer Beteiligungsprozess für das zukünftige Waldmanagement in Biesenthal

Den Kern des Verfahrens bildet der Bürger:innenrat, der aus 18 repräsentativ ausgewählten Bürger:innen der Stadt Biesenthal besteht und im Laufe des Projektes dreimal zusammenkommt. Flankiert wird das Gremium von einem eng verknüpften Beratungsprozess mit Amt/Politik und Interessensgruppen wie z.B. Umweltschutz- oder Jagdverbände. Auf der Grundlage der so gemeinsam erarbeiteten Handlungsalternativen trifft die Stadtverordnetenversammlung im Frühjahr 2022 die politische Entscheidung. Der gesamte Prozess wird wissenschaftlich begleitet.

Drei Phasen kennzeichnen das Deliberationsverfahren:

  • Erfassung der vielfältigen relevanten Ausgangsprobleme und (vorläufigen) Ziele und Bedürfnisse zur jeweiligen Waldsituation aus unterschiedlichen Perspektiven: Bürger:innenrat, lokale Ineressensvertreter:innen mit Waldbezug sowie Wissenschaft.
  • Gemeinsame Bewertung von alternativen Handlungsoptionen im Lichte ihrer diversen Auswirkungen – dadurch ggf. Anpassung der ursprünglichen Ziele.
  • Gemeinsame abschließende Bewertung der Handlungsoptionen und Übergabe der Entscheidung an die Stadtverordnetenversammlung.

Spannender Wissenstransfer

Eigens für den Beteiligungsprozess wurden Materialien entwickelt um den Bürger*innen das Waldwissen und die möglichen, vielfältigen Auswirkungen von verschiedenen Handlungsoptionen (Zukunftspfade) verständlich zu vermitteln.

  • virtuelle Waldführung: Erfahren Sie mehr über seine Eigenschaften und Herausforderungen, und entdecken Sie dabei auch Antworten auf Fragen des 1. Bürger:innenrats
  • Tablet-Anwendung für die Zukunftspfade

Alle Informationen finden Sie auf der Projektwebseitehttps://www.civilog.de/waldbrandenburg/projekt

Sie möchten selbst einen Beteiligungsprozess in Ihrer Kommune durchführen? Dann schreiben Sie Martin Kowarsch (Mercator Research Institute for Global Commons and Climate Change).

Themen
Best Practice, Strategien, Wissenschaft & Praxis
Projektträger
HNEE - Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Träger und Förderprogramme
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
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