Projektbeschreibung

Deliberative Kommunikation für erholungsbasierte Nutzungskonflikte im Wald

in Umsetzung
01.09.2022 - 31.08.2025

Hintergrund

Der Wald ist für viele Menschen ein wichtiger Ort für die Freizeitgestaltung und Erholung. Immer häufiger werden dort ganz unterschiedliche Aktivitäten ausgeübt. Nicht selten kommt es dabei zwischen Erholungsuchenden und der Forstwirtschaft, der Jagd oder dem Naturschutz aufgrund verschiedener Nutzungsinteressen zu Konflikten. Partizipative und deliberative Kommunikationsprozesse scheinen vor diesem Hintergrund wichtig und könnten höhere Zufriedenheit für alle Beteiligten generieren.

Projektziele

Ziel des Verbundprojekts ist es, Nutzungskonflikte im Wald durch aktive Dialog- und Beteiligungsprozesse vermeiden und entschärfen zu helfen, sowie Empathie für divergierende Nutzungsinteressen zwischen den Waldnutzenden und für den Naturraum Wald zu fördern. Kooperation, kollektive Verantwortungsübernahme und Selbstverpflichtung sind dabei wichtige Faktoren. Das Vertrauen in Entscheidungsprozesse und die Akzeptanz von Managementmaßnahmen im Wald können so erhöht werden. Langfristig sollen deliberative Kommunikationswege zwischen Waldnutzenden als Instrument des partizipativen Waldmanagements etabliert und gemeinschaftsbasierte Lösungsansätze in Entscheidungsstrukturen eingebaut werden. Auf der Basis von vier Kommunikationskampagnen soll dazu erforscht werden, welche kommunikativen Formate, Kanäle und Inhalte für die Konfliktlösung förderlich sind bzw. wie konkret deliberative Kommunikation im Waldmanagement aussehen kann.

Aufgabenteilung

Am Verbundprojekt sind die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR), die Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) sowie die Bodensee-Stiftung beteiligt. Die HFR hat dabei die Leitung des Projektes übernommen. Die HdM verantwortet vorrangig die Konzeption, Durchführung und Evaluation der Kampagnen sowie die Entwicklung von Video-Tutorials. Die Bodensee-Stiftung ist insbesondere für den Transfer der Ergebnisse in die Gesellschaft entscheidend. HFR und BodenseeStiftung entwickeln zudem die notwendigen empirischen Erhebungsinstrumente und verantworten die Durchführung der Datenerhebung sowie deren Auswertung.

Projektablauf

Im Rahmen einer deutschlandweiten Online-Befragung von institutionellen Vertreter:innen unterschiedlicher Organisationen aus den Bereichen Tourismus, Freizeit, Forst und Naturschutz, sowie deren Mitgliedern, Ehrenamtlichen und Beschäftigten als Waldnutzende, sollen prototypische Konflikttypen sowie Treiber von Konflikten im Wald identifiziert werden. Anschließend werden über eine Expertengruppe exemplarisch vier Fallregionen ausgewählt, in denen die identifizierten Konflikttypen vorliegen. Für die Fallregionen werden Informationen zu Wegedaten, forstliche Bestandsdaten sowie Informationen zu Erholungsinfrastrukturen zusammengestellt. Besucherzählungen und -befragungen sowie Experteninterviews ermöglichen eine genaue Beschreibung der fallbezogenen Konfliktsituationen. Ergänzend dazu wird anhand einer Analyse der medialen Berichterstattung die Rolle der Medien bei der Entstehung und Bewältigung von erholungsbasierten Konflikten im Wald untersucht. Dominierende Storylines und Rahmungen sollen identifiziert, verglichen und in Bezug zu den erhobenen Daten gesetzt werden. Aufeinander aufbauend wird in den Fallregionen für jeden der vier Konflikttypen eine kommunikative Kampagne konzipiert und im Feld getestet. Die vier Kampagnen werden evaluiert und sukzessiv verbessert. Zentrale Frage hierbei ist, welche Aspekte und Kanäle der Kampagne den lösungsorientierten Dialog fördern und verstetigen können. Die Ergebnisse werden in einer fallübergreifenden Abschlussveranstaltung mit den Stakeholdern der Regionen und Vertreter:innen aus Verbänden, der Forstwirtschaft, Erholungssuchenden und Medien reflektiert. Über Zwischenergebnisse und aktuelle Meldungen aus dem Projekt wird auf einer eigenen Projekthomepage sowie über Veröffentlichungen in den Medien und Publikationen in einschlägigen Fachmagazinen berichtet.

Output

Aus den Kampagnen werden vier Video-Tutorials entstehen, die Empfehlungen enthalten, wie dialogorientierte, partizipative Kommunikation zwischen allen Waldnutzenden bestmöglich initiiert und umgesetzt werden kann. Dabei werden die in den Fallregionen erworbenen Erkenntnisse in möglichst konkrete, aber allgemeingültige Handlungsempfehlungen überführt und den an Erholung im Wald beteiligten Akteur:innen sowie Medienakteur:innen für ihre berufliche Praxis an die Hand gegeben. Gleichermaßen werden sie der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Themen
Nachhaltigkeit, Weiterbildung, Wissenschaft & Praxis
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