Projektbeschreibung

Weiterentwicklung des "Radnetz Deutschland"

in Umsetzung
01.05.2020 - 31.12.2023

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur stellt bis 2023 45 Mio. EUR für den Ausbau und die Erweiterung des “Radnetzes Deutschland” zur Verfügung. Eigens dafür ist beim Bundesamt für Güterverkehr eine Geschäftsstelle geschaffen worden, die ihre Arbeit im Sommer 2020 aufnahm. Grundlage der Arbeit sollen Verwaltungsvereinbarungen mit den Bundesländern bzw. den dort ansässigen Verkehrsressortssein. Die Geschäftsstelle soll koordinierende Aufgaben in folgenden Arbeitsbereichen übernehmen:

 

Infrastruktur, u.a.

 

  • Netzwerke mit regionalen Tourismusorganisationen und Landkreisen zur touristischen Radnetzplanung

  • Einführung eines Qualitätsmanagements (einheitliche Mindestqualitätsstandards unter Nutzung bestehender Regelwerke wie ERA, FGSV und Qualitätskriterien des ADFC

  • Standards für den Ausbau, die Beschilderung etc. 

  • Möblierung: Radstätten und Radabstellanlagen mit verschiedenen Funktionen

  • investive Maßnahmen (inklusive stationsübergreifender Verleihsysteme und Ladestationen etc.)

 

Digitalisierung u.a.

 

  • Radroutenplaner Deutschland (RRP-D)

  • Einbringen von (kommunalen- und Landes)Datenbeständen zur Radrouteninfrastruktur

  • der Bund unterstützt die Länder beim Ausbau der digitalen Angebote zum Radverkehr

  • der Bund fördert die (Weiter-)Entwicklung von Technologien und Methoden zur automatisierten Datenerhebung im Radverkehr über gezielte Projektaufrufe

  • Errichtung von Zählstellen zur Messung von Verkehrsströmen

 

Marketing

 

  • Ausschreibung eines Marketingkonzeptes durch die Geschäftsstelle

  • Vorschläge und Ideen für das Marketingkonzept prüfen

 

Das “Radnetz Deutschland (RN-D)” ist dabei lt. Bund definiert als ein Netz von Radrouten mit nationaler Bedeutung. Es besteht aus den D-Routen 1 bis 12, dem Radweg Deutsche Einheit (RDE), dem Iron Curtain Trail (ICT) sowie den im Zuge der Nachverdichtung des Radnetzes Deutschland durch die Länder festgelegten Hauptrouten der Länder. 

 

Als nächste Schritte innerhalb des Projektes sind geplant:

 

  1. Bestandserfassung (durch Lieferung aktueller Befahrungsdaten bzw. Befahrung mit Datenerfassung)
  2. Qualitativer Ausbau und Mängelbeseitigung
  3. Pflege und Unterhaltung der Infrastruktur und ganzjährige Nutzbarkeit (Aufgabe Baulastträger)
  4. Koordination Iron Curtain Trail (ICT) und Radweg Deutsche Einheit (RDE)

 

Eine Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Tourismusverbandes, des ADFC-Bundesverbandes und Landesmarketingorganisationen hat zu mehreren Punkten bereits Gespräche mit dem Bund geführt. Wichtige Positionen der Vertreter*innen sind:

 

  • dass die drei Säulen Infrastruktur, Digitalisierung, Marketing gemeinsam und aufeinander aufbauend betrachtet und bearbeitet werden müssen

  • Marketing muss als gesamtheitlicher Ansatz gesehen werden, es ist mehr als die Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen. Neben den 3 Säulen braucht es eine Sicherung der Qualität sowohl der Infrastruktur vor Ort, als auch der Daten und übergreifende Koordination.

  • Das Marketing für das Radnetz Deutschland ist kein Ersatz des Marketings einzelner Radfernwege, die als eigenständige Produkte erfolgreich seit Jahren agieren. Es muss vielmehr in bestehende Marketinginstrumente eingebunden werden und befördert die Akzeptanz bei Gästen und Einwohnern zur Stärkung des Radverkehrs.

  • Der Fokus des Marketings für das Radnetz Deutschland muss auf dem überregionalen/länderübergreifenden Netzcharakter und der herausragenden Qualität liegen.

 

Die Herausforderung bei einer wirksamen Etablierung des “Radroutennetzes Deutschland” sind aus Sicht der o.g. Akteure:

 

  • Genauer Verlauf aller D-Routen unklar

  • wenig valide Aussagen zur aktuellen Qualität vor Ort, valide Daten sind nicht  flächendeckend vorhanden

  • Ausbau und Infrastruktur sehr heterogen (wo bekannt)

  • der Gast/ Nutzer findet keine verlässlichen Informationen

  • verantwortliche Akteure finden keine notwendigen Zuarbeiten

  • keine eindeutigen Zuständigkeiten

  • keine Sichtbarkeit als „Gesamtangebot“ nach außen

 

Bei einer Bund-Länder-Besprechung Anfang Oktober wurde Folgendes für die finanzielle Förderung des RD-Routennetzes festgelegt:

 

  • Förderanträge können durch Dritte (Kommunen, Landkreise, etc.) direkt beim BAG gestellt werden (Das Land muss bestätigen, dass die beantragte Maßnahme sinnvoll ist)
  • Das Förderprogramm richtet sich direkt an Landkreise, Kommunen und Dritte, die am D-Netz liegen (in Brandenburg: D 3, D 10, D 11 und D 12).
  • Die Mittel fließen direkt vom Bund an die Antragsteller.
  • die Zuwendungen erfolgen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen

 

Fristen:

 

  • Anträge für nicht infrastrukturelle Maßnahmen bis 31.03.2021, Anträge für infrastrukturelle Maßnahmen bis 31.05.2021
  • falls zum 31.05.2021 Anträge nicht in Höhe von 45 Mio. € vorliegen, dann sind Anträge auch darüber hinaus möglich
  • wichtig: Maßnahmen müssen bis 31.12.2023 abgeschlossen sein!

 

Förderquoten:

 

  • bis 31.12.2021:  80 % Grundförderung, 90 % für strukturschwache Regionen (Kohleregionen), 100 % für finanzschwache Kommunen
  • ab 01.01.2022: 75 % Grundförderung, 90% für strukturschwache Regionen und finanzschwache Kommunen
Themen
Digitalisierung, Finanzierung, Förderung, Infrastruktur, Marketing, Mobilität, Politik & Verwaltung, Projekte, Qualität
Tourismus
Radtourismus, Sport & Aktiv
Projektträger
Bundesamt für Güterverkehr
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