Touristische Qualitätsstrategie des Landes Brandenburg

Die Touristische Qualitätsstrategie des Landes Brandenburg finden Sie hier als fortlaufendes Living Paper, da dieses Thema ständigen Entwicklungen ausgesetzt und niemals als „abgeschlossen“ zu betrachten ist.

Qualität im brandenburgischen Tourismus

Qualität ist neben Preis und Service für die Kundenentscheidung von grundsätzlicher Bedeutung. Der laufende Markenprozess in Verbindung mit der Entwicklung von Leitprodukten im Rahmen der Urlaubswelten rückt das Thema Qualität nach ganz oben auf die Agenda. Nur eine konkurrenzfähige Produkt- und Servicequalität, die auch vom Kunden so wahrgenommen wird, ermöglicht eine erfolgreiche Markenführung.

Gemeinsam mit den Fachverbänden auf Bundes- und Landesebene, den Regionen und touristischen Dienstleistern wurden Instrumente zur Qualitätsentwicklung und -sicherung entwickelt bzw. ausgewählt, die Bestandteile der Qualitätsstrategie sind. Neben der Qualifizierung von touristischen Dienstleistern sind das u.a. die Klassifizierung bzw. Zertifizierung von Betrieben. Um Transparenz und Orientierung für den Gast zu schaffen, wird in Brandenburg überwiegend auf bundesweite Siegel folgender Klassifizierungen bzw. Zertifizierungen gesetzt:

  • branchenübergreifend für alle Dienstleistungsbetriebe: ServiceQualität Deutschland
  • Hotellerie: DEHOGA-Hotelklassifizierung
  • Gästehäuser, Gasthöfe, Pensionen: DEHOGA-G-Klassifizierung
  • Ferienhäuser/-wohnungen und Privatzimmer: DTV-Klassifizierung
  • Gastronomie: DEHOGA-Siegel Brandenburger Gastlichkeit
  • Campingplätze: BVCD/DTV-Klassifizierung
  • Marinas, Sportboothäfen: ADAC-Klassifizierung, Gelbe Welle
  • Unterkünfte für Kinder- und Jugendreisen: QMJ – Qualitätsmanagement Kinder- und Jugendreisen des BundesForum Kinder- und Jugendreisen e. V.
  • Reiseveranstalter Kinder- und Jugendreisen: Rahmenbedingungen Reisebegleitung – „Sicher Gut!“ des BundesForum Kinder- und Jugendreisen e. V.
  • Tourist-Informationen: i-Marke des DTV
  • Betriebe des Kanutourismus: QMW Kanu – Qualitätsmanagement Wassertourismus
  • Kanu des Bundesverbandes Kanu e. V./DTV
  • radfahrerfreundliche Betriebe: Bett & Bike (ADFC)
  • Gastgeber und Gastronomie: Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland
  • naturtouristische Anbieter: Partner der Nationalen Naturlandschaften

Die Markenstrategie erfordert es jedoch, über die „bloße“ Anwendung von Klassifizierungen/Zertifizierungen hinauszugehen. Die Verknüpfung von Qualität und Service und vor allem Qualität vom Kunden her zu denken sind Ansätze für eine Fortschreibung der Qualitätsstrategie entlang der Marke. Kompass für dieses Neu-Denken sind dabei die im strategischen Ziel „Gästenutzen“ der Landestourismuskonzeption (LTK) definierten operativen Ziele über alle Handlungsfelder hinweg. Erst Kundenbegeisterung „auf ganzer Linie – entlang der gesamten Servicekette“ sichert nachhaltigen Erfolg und löst das Versprechen der Marke Brandenburg ein.

Deshalb wollten wir in 2018 gemeinsam mit den Partnern in den Verbänden und Organisationen einen praxisnahen Leitfaden entwickeln, der Orientierung zur Qualitätsentwicklung für alle Touristiker gibt. Davon sind wir jedoch abgekommen, denn Leitfäden gibt es schon viele und wir wollen den Touristikern Handreichungen zur Verfügung stellen, die sie genau dort abholen, wo sie stehen und was sie brauchen.

Im Tourismusnetzwerk sollen sich in 2020 alle Materialien zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Dazu wurden bzw. werden gerade folgende Dinge erarbeitet:

  • Branchenspezifische Serviceketten für unsere zentralen Zielgruppen, z.B.
    • Gastronomie für gesellige Familien (diese steht im SQD-Online-Tool den gastronomischen Betrieben schon zur Verfügung)
    • Ferienhäuser /-wohnungen für gesellige Familien
    • Camping für gesellige Familien
    • Hotellerie für gesellige Familien
    • Freizeiteinrichtungen für gesellige Familien
    • Tourist-Informationen für gesellige Familien
    • Camping für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
    • Camping für genussorientierte Natururlauber
    • Hotellerie für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

Da die „geselligen Familien“ in den nächsten drei Jahren im Fokus der TMB-Marketingaktivitäten stehen, wird hier ein besonderer Fokus darauf gelegt.

  • Eine Best-Practice-Datenbank im Tourismusnetzwerk wird sukzessive mit Inhalten gefüllt. Eine Selektion nach Branche (z.B. ich habe einen Gastronomiebetrieb) und Zielgruppe (z.B. meine zentrale Zielgruppe sind die genussorientierten Natururlauber) wird hier möglich sein. Hier sind zwei unterschiedliche „Formate“ angedacht:
    • „Quick Wins“: kleine, schnell umsetzbare Serviceideen, die die entsprechende Zielgruppe erfreuen / begeistern
    • Erfolgsgeschichten/Beispiele, die vom Cluster „aufwändiger aufbereitet“ werden: Fotos, Interview mit Unternehmen bzgl. Projektidee, Herausforderung, Problemlage, Finanzierung, Zeitstrahl, ….
  • Die Zielgruppen-Steckbriefe der Tourismusmarke Brandenburg werden derzeit finalisiert, um sie „leicht verdaulich“ und anschaubar darzustellen.

All diese Maßnahmen dienen der Orientierung, Inspiration und dem Wissenstransfer bzgl. der  anzustrebenden Qualität, die unsere touristischen Zielgruppen erwarten / sich wünschen. Die angedachten Maßnahmen werden ständig weiter entwickelt und es kommen neue Ideen dazu, wie dieses Thema noch klarer und einfacher transportiert werden kann.

Karola Borchert

Tourismusakademie Brandenburg

0331-29873-785 karola.borchert@tourismusakademie-brandenburg.de

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