Fragen zum Kurzarbeitergeld

Häufige Fragen zum Antragsverfahren und zur Abrechnung des Kurzarbeitergeldes.

Können arbeitsunfähig erkrankte Arbeitnehmer*innen (AN) Kurzarbeitergeld (Kug) erhalten?

Ja, auch arbeitsunfähig erkrankte AN haben einen Anspruch auf Kug, wenn die Arbeitsunfähigkeit während des Bezuges von Kug
eintritt und solange Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts im Krankheitsfall besteht. Das Kug wird in der Höhe gezahlt, wie
Arbeitsausfälle ohne die Erkrankung des AN eingetreten wären.

Erhalten gekündigte Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld?

Nein, gekündigte AN haben ab dem Zugang der Kündigung bzw. dem Abschluss des Aufhebungsvertrages keinen Anspruch auf
Kug.

Können geringfügig Beschäftigte, Studenten und Minijobber auch Kug erhalten?

Nein. Voraussetzung ist eine versicherungspflichtige Beschäftigung.

Können Altersrentner Kurzarbeitergeld erhalten?

Es besteht kein Kug-Anspruch. AN, die die Regelaltersrente erreicht haben, sind versicherungsfrei beschäftigt.

Wie werden AN mit Bezug von Krankengeld, AN in Mutterschutz und Elternzeit vom Kug betroffen?

Diese AN haben keinen Anspruch auf Kug für die genannten Zeiträume.

Mindesterfordernisse werden erfüllt: Haben AN, mit weniger als 10 % Entgeltausfall auch Anspruch?

Ja, die Mindesterfordernisse sind auf betrieblicher Ebene zu erfüllen. Wird diese Größenordnung des Arbeitsausfalls erreicht, kann Kug auch an AN gezahlt werden, die weniger als 10% Entgeltausfall haben.

Wie wird das Kurzarbeitergeld berechnet?

Für die Berechnung des Kug ist der pauschalierte Nettoentgeltausfall maßgebend, der aus den zum Kug-Bezug berechtigenden Gründen (§ 106 Abs. 1 SGB III) eintritt.

Zur Ermittlung des Entgeltausfalls sind 5 Teilschritte erforderlich:
1. Feststellung des Soll-Entgeltes,
2. Feststellung des Ist-Entgeltes,
3. Feststellung der Leistungsgruppe und des Leistungssatzes.
4. Ermittlung der rechnerischen Leistungssätze, die aus den pauschalierten Nettoentgelten für das Soll-Entgelt und für das
Ist-Entgelt nach den Leistungssätzen 1 und 2 errechnet wurden und in der Tabelle zur Berechnung des Kug
abgedruckt sind,
5. Ermittlung des Unterschiedsbetrages zwischen den aus der Tabelle abgelesenen rechnerischen Leistungssätzen für dasSoll-Entgelt und für das Ist-Entgelt.
Das Ergebnis stellt das Kug dar.

ZurTabelle der Bundesagentur für Arbeit zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes

Wie wird das Soll-Entgelt ermittelt?

Das Soll-Entgelt ist das Bruttoarbeitsentgelt, das der AN ohne den Arbeitsausfall (ohne Berücksichtigung von Entgelt für Mehrarbeit und Einmalzahlungen) bei Vollarbeit im Monat erzielt hätte. In der Regel ist dies das vereinbarte Gehalt oder der Stundenlohn
für die Monatsarbeitszeit.

Was ist wenn das Soll-Entgelt nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann?

Zum Beispiel wenn die Höhe des Arbeitsentgelts ausschließlich von dem Arbeitsergebnis und nicht von der Arbeitszeit abhängt, z.B. bei Akkordlohn?

Ist in Ausnahmefällen eine Bestimmung des Soll-Entgelts nicht möglich, kann als Soll-Entgelt das Arbeitsentgelt herangezogen werden, das der AN in den letzten 3 abgerechneten Kalendermonaten vor Beginn des Arbeitsausfalls durchschnittlich erzielt hat.

Zu den weiterführenden Informationen der Agentur für Arbeit.

Wie wird das Kug für Leiharbeitnehmerinnen berechnet?

Angesichts der besonderen Situation von Leiharbeitnerhmerinnen mit wechselnden Einsätzen und Wechseln zwischen Einsatz- und verleihfreien Zeiten, ist bei der Berechnung des Kug als Soll-Entgelt der durchschnittliche Verdienst der letzten 3 vor dem Arbeitsausfall abgerechneten Monate zu Grunde zu legen. Soll-Entgelt ist der Bruttoarbeitslohn, den die AN ohne den Arbeitsausfall verdient hätte. Zusätzlich für Mehrarbeit gezahlte Lohnbestandteile sind abzuziehen. Einmalzahlungen werden bei der Berechnung des Soll-Entgelts nicht berücksichtigt.

Wie wird das Ist-Entgelt berechnet?

Ist-Entgelt ist das im jeweiligen Monat tatsächlich erzielte gesamte beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt (einschließlich Entgelt für Mehrarbeit).

Wie erfolgt bei AN mit Lohnsteuerklasse V oder VI die Berücksichtigung von Kinderfreibeträgen?

(da diese nicht in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen hinterlegt sind)

Der AG, der Betriebsrat oder der AN kann einen formlosen Antrag auf Berücksichtigung des erhöhten Leistungssatzes stellen (z.B. als Anlage zum Kug-Antrag). Der Antrag soll Name, Vorname und Geburtsdatum des Leistungsempfängers sowie des zu berücksichtigenden Kindes enthalten. Als Nachweis ist dem Antrag ein Auszug der elektronischen Lohnsteuerkarte des Ehegatten beizufügen. Die Arbeitsagentur erstellt dem AG eine Bescheinigung über die Berücksichtigung der Kinder, es kann der erhöhte Leistungssatz 1 berücksichtigt werden.

Wie wird das Kug für Auszubildende berechnet, wenn die Ausbildungsvergütung 325 EUR nicht übersteigt

Da für diese Auszubildenden keine Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind, ist eine besondere Tabelle zur Berechnung des
Kug zu berücksichtigen. Zur Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes (Kug) für Beschäftigte, die keine Sozialversicherungsbeiträge zu tragen haben.

Wird Kug für Feiertage und Urlaub gezahlt?

Nein, für diese Tage besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Kug. Ausnahme: Wird in einem Betrieb üblicherweise kontinuierlich
auch an Feiertagen durchgehend gearbeitet, kann in diesen Betrieben für Feiertage eine Kug-Zahlung erfolgen.

Wie erfolgt eine Anrechnung von Nebeneinkommen bei Aufnahme einer Nebenbeschäftigung?

Wer während der Kurzarbeit eine Beschäftigung in einem systemrelevanten Bereich wie bspw. in der Pflege aufnimmt, müsse sich
das dabei verdiente Entgelt nicht auf das Kurzarbeitergeld anrechnen lassen. Für die Nebentätigkeit müssten außerdem keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt werden. Das neue Gesamteinkommen darf das bisherige Nettoeinkommen allerdings nicht übersteigen.
Übersteigt das Arbeitsentgelt den anrechnungsfreien Betrag, dann erfolgt eine Anrechnung und erst dann reduziert sich das Kurzarbeitergeld. Für die neue Beschäftigung braucht keine
Arbeitslosenversicherung entrichtet werden.

Bei Aufnahme einer Nebenbeschäftigung in einem systemrelevanten Bereich bleibt das Nebeneinkommen in der Zeit vom 01.04.2020 bis 31.10.2020 anrechnungsfrei -> Das bedeutet: es erfolgt in diesen Berufen keine Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld, solange die Summe aus Kurzarbeitslohn + Kurzarbeitergeld + Nebenverdienst den ursprünglichen Lohn nicht übersteigt.  Dies gilt unabhängig davon, ob der Nebenjob geringfügig ist oder nicht. Nur, wenn die Beschäftigten in Kurzarbeit durch den Nebenjob mehr verdienen als vorher, erfolgt eine Anrechnung.

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