Projektbeschreibung

KlimaCent - Etablierung eines Klimaschutzbeitragsfonds in der nationalen Tourismusindustrie (2017 – 2019)

in Umsetzung
- 31.12.2019

Ziel des Forschungsvorhabens KlimaCent ist ein innovatives Finanzierungs- und

 

 

 

Steuerungsmodell, durch das nationale Klimaschutzaktivitäten in der Tourismusbranche realisiert werden sollen: In den inländischen Tourismusregionen sollen Klimabeiträge generiert werden, die wiederum genutzt werden, um in ebendiesen Regionen Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Fraunhofer UMSICHT, myclimate Deutschland gGmbH, BTU Cottbus, Tourismusverband Lausitzer Senland sowie der Gemeinde und

 

 

 

Kurverwaltung Juist, erarbeitet innerhalb einer dreijährigen Laufzeit das Modell.

 

 

 

Hintergrund:

 

 

 

Mit dem Energiekonzept 2010 hat sich die Bundesrepublik Deutschland ambitionierte Ziele zur Reduktion von Emissionen gesetzt: Bis zum Jahr 2020 sollen die Emissionen um mindestens 40 % gegenüber 1990 gemindert werden, bis 2050 soll eine Reduktion der Emissionen um 80 bis 95 % (im Vergleich zu 1990) erreicht werden. Diese ambitionierten Ziele sind nur durch Beteiligung aller klimarelevanten Branchen zu erreichen. Auch der Tourismus ist hiervon betroffen.

 

 

 

Derzeit besteht für Reisende die Möglichkeit, Emissionen, die beispielsweise beim Fliegen entstehen, zu kompensieren. Mit einem den Emissionen angepassten Geldbetrag werden Solar-, Wasserkraft-, Biomasse- oder Energiesparprojekte, die keine Treibhausgase verursachen oder die deren Ausstoß reduzieren, finanziert. Dies geschieht üblicherweise in Entwicklungsländern. Man spricht hierbei von Kompensation, da Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, anderswo eingespart werden. Die Reise wird daher „klimaneutral“. Der Vorteil dieser Kompensation ergibt sich daraus, dass Emissionen in Entwicklungsländern einfacher und kostengünstiger zu reduzieren sind, als hierzulande. Gleichzeitig werden wirtschaftlich schwache Regionen gefördert, die Projekte tragen also auch zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung bei. Kritiker sprechen jedoch von einem „modernen Ablasshandel“, da sich Touristen durch das Zahlen derartiger Kompensationsbeiträge von ihrem schlechten Gewissen freikaufen würden. Gleichzeitig tragen die geförderten Projekte nicht dazu bei, dass das Reisen selbst klimaschonender wird.

 

 

 

Das Projekt KlimaCent verfolgt einen neuen, innovativen Ansatz:

 

 

 

Erstmalig sollen Klimaschutzbeiträge in den nationalen Tourismusdestinationen generiert werden. Hierbei können beispielsweise Produkte und Dienstleitungen, die durch die lokalen Unternehmen angeboten werden, mit einem Aufschlag versehen werden, der in den Beitragsfonds eingezahlt wird, etwa Bootsfahrten oder Hotelübernachtungen. Diese Produkte und Dienstleistungen sollen gleichzeitig beworben werden, um eine höhere Akzeptanz für den Fonds zu erreichen und ein gesteigertes Bewusstsein für die Klimawirkung des Reisens bei den Touristen zu schaffen. Die Identifikation und Ausgestaltung von Produkttypen, Ausprägungen, die Dokumentation (u.a. mögliche Urkunde für die Touristen,

 

 

 

Geschäftsreisenden, Tagungsteilnehmern etc.) und die Art der Informationen sind Teil des Projekts KlimaCent und werden innerhalb des Projekts erarbeitet.

 

 

 

Neben der Generierung der Geldmittel in den nationalen Tourismusregionen sollen diese Mittel dazu genutzt werden, Projekte zu fördern, die in den Regionen selbst Treibhausgasemissionen einsparen. Damit trägt KlimaCent zur tatsächlichen Reduktion in Deutschland und damit zu den gesteckten Zielen des Energiekonzepts 2010 bei. Die Tourismusregionen werden nachhaltiger und können mit den geförderten Projekten werben, damit profitieren auch die lokalen Unternehmen. Zusätzlich wird hier ebenfalls eine größere Akzeptanz bei den Beitragszahlern, also den Touristen erreicht. Schlussendlich soll durch diesen branchennahen Ansatz die gesamte Tourismusbranche nachhaltiger werden.

 

 

 

Projektverlauf:

 

 

 

Der Beitragsfonds wird bis Ende 2018 entwickelt und im Folgejahr in den Modellregionen Insel Juist und Lausitzer Seenland erprobt. Institutionalisiert in einer branchennahen Plattform, soll „KlimaCent“ eine branchenweite Beteiligung generieren und sich in der Folge deutschlandweit etablieren.

 

 

 

Das Projekt umfasst vier Arbeitsschwerpunkte:

 

 

 

(1) Im Generierungsansatz werden Beitragsmodelle zur Bereitstellung finanzieller Ressourcen identifiziert und diskutiert.

 

 

 

(2) Im Transformationsansatz erfolgt der Neubau des Steuerungsmodells hin zu einem nachhaltigen Ansatz

 

 

 

(3) Im Verwertungsansatz werden Produkte ausgearbeitet und die branchengerechte Institutionalisierung des Klimabeitragsfonds forciert

 

 

 

(4) Im Integrationsansatz wird das Gesamtmodell in den Transformationsräumen Juist und Lausitzer Seenland erprobt und messbare Treibhausgasminderungen erzielt.

 

 

 

 

 

 

 

Themen
Best Practice, Finanzierung, Innovation, Marketing, Nachhaltigkeit, Projekte, Strategien, Studien & Publikationen, Wissenschaft & Praxis
Projektträger
BKBV Kontakt Brandenburgischer Kurorte- und Bäderverband e.V.
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Kathrin Winkler

Geschäftsführerin

Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V.

03573-725300-13 winkler@lausitzerseenland.de