Förderung der ländlichen Entwicklung (LEADER)

Stärkung der Leistungsfähigkeit des ländlichen Raums durch Erhalt/Schaffung von Arbeitsplätzen, Verbesserung bzw. Sicherung der Lebensperspektiven aller im ländlichen Raum lebenden Altersgruppen sowie Unterstützung einer regionalen nachhaltigen Entwicklung

Förderung der ländlichen Entwicklung (LEADER)

Wer wird gefördert?

  • juristische Personen des öffentlichen Rechts (Gemeinden, Gemeindeverbände)
  • natürliche Personen (Einzelpersonen, Personengesellschaften und Personengemeinschaften) und juristische Personen des privaten Rechts (u. a. eingetragene Vereine, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Aktiengesellschaft, Stiftungen)
  • lokale Aktionsgruppen (LAG) als rechtsfähige Zusammenschlüsse von Akteuren im ländlichen Raum

Was wird gefördert?

  • Unterstützung lokaler Akteure
  • nationale und transnationale Kooperationen lokaler Aktionsgruppen und Vorbereitung von Kooperationen
  • Umsetzung von investiven Vorhaben im Rahmen der regionalen Entwicklungsstrategie, z. B.:
    • zur Stärkung der regionalen Wirtschaft
    • zur Grundversorgung und ländlichen Infrastrukturentwicklung
    • zum Erhalt und zur Entwicklung der Dörfer und Landstädte, der Freizeit- und Tourismusinfrastruktur und des kulturellen Erbes

Wie hoch ist die Förderung?

  • Die Höhe der Förderung ist abhängig von der Art des Zuwendungsempfängers und dem Fördergegenstand.
  • Einzelheiten sind der Richtlinie zu entnehmen

Wie wird der Antrag eingereicht?

  • Antragsstellung beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF)

Praxisbeispiel: Alwine – Landhaus an den Spreewiesen

"Für die Realisierung meines Projektes „Bau einer Pension mit Café und Sauna“ auf einem Grundstück in Raßmannsdorf erhielt ich Unterstützung durch das Förderprogramm GRW und LEADER. Zunächst habe ich die Ostbrandenburgische Wirtschaftsfördergesellschaft mbH in Fürstenwalde (OWF) kontaktiert, diesen Hinweis hatte ich von einer Baufirma. Während des gesamten Prozesses standen mir die Ansprechpartner der OWF mit Rat und Tat zur Seite und haben sich immer wieder für mich eingesetzt. Die Antragstellung verlief problemlos. Die IHK, der Tourismusverband und das Arbeitsamt, von denen man Stellungnahmen beibringen musste, haben umgehend geantwortet. Besonders positiv in Erinnerung sind mir die Mitarbeiter der ILB und des LELF geblieben, die mich bei allen Fragen unterstützt haben. Aber auch die Gemeinde Rietz-Neuendorf sowie der Bürgermeister und seine Mitarbeiter bestärkten mich in meinem Vorhaben.

Beim nächsten Mal würde ich allerdings eine Beratungsfirma beauftragen, die für die LEADER-Förderung den ganzen Prozess der Antragsstellung, Einholung von drei vergleichbaren Angeboten und insbesondere die Abrechnung übernimmt. Leider habe ich von dieser Möglichkeit zu spät erfahren. Der Zeitaufwand ist schon sehr hoch, ebenso die Gefahr, Fehler zu machen, die zu Kürzungen der Fördermittel führen können."

Alwine – Landhaus an den Spreewiesen // Ralf Moede

E-mail: kontakt@landhaus-alwine.de // Internet: Landhaus Alwine

Praxisbeispiel: Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen – B&B in Ribbeck

"Seit wir 2001 nach Ribbeck kamen, liegt uns der Erhalt der Dorfstruktur mit seinen zahlreichen historischen, zum Teil recht verfallenen Gebäuden sehr am Herzen. Auch der Kuhstall im ehemaligen Wirtschaftshof des Gutes ist ein solches Gebäude. Mit der Realisierung unseres Projekts konnten wir dazu beitragen, dieses großvolumige Gebäude wieder einer Nutzung zuzuführen. Unser Engagement war wie eine Initialzündung. Herr von Ribbeck, der ursprüngliche Besitzer, entwickelte daraufhin Pläne für den restlichen Gebäudeteil. Das Dachgeschoss des ehemaligen Kuhstalls wurde zu einem Bed & Breakfast ausgebaut. Da das Projekt zur Entwicklung in Ribbeck, zum Erhalt der historischen Baukultur des Guts und zur Arbeitsplatzschaffung beiträgt, wurde es von der LAG Havelland e.V. für das LEADER-Förderprogramm ausgewählt. Die Bewilligung erhielten wir im Jahr 2016 mit einer Förderquote von 45 Prozent. Die Fertigstellung erfolgte im Sommer 2017.

Ein Um- und Ausbau wäre ohne Förderung für uns nicht möglich gewesen. Aufgrund unseres beruflichen Hintergrundes als Architekten sind meinem Mann und mir Fördermöglichkeiten und Abläufe bekannt. Im Laufe der Jahre ist der gesamte Förderablauf anspruchsvoller geworden was Anzahl und Umfang der benötigten Unterlagen anbelangt. Die „doppelte“ Beantragung (über die LAG und beim Ministerium) ist aufwendig. Wir sind dennoch sehr dankbar über die erfolgte Förderung und vor allem für die geduldige und hilfsbereite Begleitung durch die Bearbeiter bei den Förderstellen."

Ribbeck B&B // Arndt Hermann

E-Mail: info@fuchshase.org // Internet: Fuchshase

Weitere Informationen

Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft

Merkblatt des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg: „Touristische Vorhaben“

Mittelherkunft: Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), Bund und Land Brandenburg