GRW-G Große Richtlinie

Stärkung der brandenburgischen Wirtschaft sowie Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen durch Förderung von Unternehmen mit überregionalem Absatzmarkt

GRW-G Große Richtlinie

Wer wird gefördert?

Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, einschließlich des Tourismusgewerbes:

  • wenn mehr als 50 Prozent des Umsatzes überregional erbracht wird und kein Ausschlusstatbestand vorliegt

Was wird gefördert?

  • bei kleinen und mittleren Unternehmen:
    • Errichtung einer neuen oder Erweiterung einer bestehenden Betriebsstätte
    • Übernahme einer stillgelegten oder von Stilllegung bedrohten Betriebsstätte unter Marktbedingungen durch einen unabhängigen Investor
    • Diversifizierung der Produktion einer Betriebsstätte in neue zusätzliche Produkte
    • grundlegende Änderung des Produktionsverfahrens einer Betriebsstätte
  • bei großen Unternehmen:
    • Errichtung einer neuen Betriebsstätte
    • Übernahme einer stillgelegten oder von Stilllegung bedrohten Betriebsstätte unter Marktbedingungen durch einen unabhängigen Investor, wenn die neue Tätigkeit eine andere ist, als vor der Übernahme
    • Diversifizierung der Tätigkeit einer Betriebsstätte, wenn die neue Tätigkeit eine andere ist
  • Vorhaben mit förderfähigen Ausgaben von mind. 100.000 EUR und touristische Vorhaben in den Bereichen Gesundheitstourismus in staatlich anerkannten Kurund Erholungsorten, Rad- und Wassertourismus sowie innovative Vorhaben und Vorhaben, die zur Ergänzung bereits vorhandener touristischer Produkte beitragen

Wie hoch ist die Förderung?

  • sachkapitalbezogener oder lohnkostenbezogener Zuschuss auf die zuwendungsfähigen Ausgaben
  • Höchstsatz 15 Prozent (bis 31.12.2017, ab 01.01.2018: 10 Prozent)
  • möglicher Zuschlag für mittlere Unternehmen von 10 Prozent, für kleine Unternehmen von 20 Prozent
  • in den Landkreisen Spree-Neiße, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Uckermark und Barnim sowie Frankfurt (Oder) und Cottbus kann ein Zuschlag von 5 Prozent (ab 01.01.2018 von 10 Prozent) gewährt werden

Wie wird der Antrag eingereicht?

  • Antragstellung bei der ILB

Praxisbeispiel: Von der historischen Ruine zum nachhaltigen Bio-Hotel

"Im Jahre 2000 kaufte ich in Nauen/Brandenburg eine Ruine, eine ziemlich große, aber historisch bedeutende Ruine, das Landgut der früheren Eisenbahnerdynastie der Borsigs, das einzige erhaltene landwirtschaftliche Mustergut Deutschlands. Nach langen Jahren der Planung kristallisierte sich 2006 endlich eine authentische Nutzung heraus. Auf dem Landgut hatte sich der Kreisauer Kreis mehrfach getroffen und die Borsigs feierten viele traditionelle Feste mit ihren Mitarbeitern. So entstand das Konzept zu einem touristischen Anlaufpunkt für Meetings, Incentives Congresse und Events (MICE).

Da das Objekt in einer strukturschwachen Region lag, war klar: Ohne Fördermittel geht an diesem Ort nichts. Bei der Suche nach geeigneten Fördermaßnahmen bekam ich Unterstützung von befreundeten Unternehmen, aber auch vom Landkreis Havelland und recht bald auch von der Politik. Es stellte sich heraus, dass eine Leader-Förderung durch das Landwirtschaftsministerium und eine GRW-Förderung durch das Wirtschaftsministerium für den ersten Bauabschnitt passen würden.

Die Abwicklung selbst war unproblematisch, trotz der Beteiligung des Wirtschaftsprüfers, der Hausbank und der Prüfung der einzelnen Mittelabrufe. Die buchhalterische Präzision und Korrektheit waren immer meine oberste Handlungsmaxime. Immerhin handelt es sich bei den Fördermitteln um Gelder aller Steuerzahler.

Bald wurde eine Hotelerweiterung nötig. Diese zweite Fördermaßnahme erhöhte das Fördervolumen auf ca. 5 Mio. EUR, ausschließlich GRW-Mittel, bestehend aus EU-Mitteln und Mitteln des Landes Brandenburg. Das lief absolut unproblematisch. So habe ich mit Unterstützung der EU, des Landes Brandenburg, des Landkreises und vieler anderer Unterstützer 18 Millionen Euro hoffentlich nicht in, sondern auf den Märkischen Sand gesetzt.

Letztlich wurde die Maßnahme ein voller Erfolg: Ich hatte mich verpflichtet, mindestens zwanzig Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Mittlerweile haben wir 150 Mitarbeiter, davon 56 Vollzeitkräfte und vier Auszubildende."

Landgut Stober // Michael Stober

E-Mail: info@landgut-stober.de // Internet: Landgut Stober

Weitere Informationen

Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB)

Telefonische Beratung bei der ILB unter 0331 660-2211

Mittelherkunft: Bund, Land Brandenburg