Förderdialog 2019: Innovationen & Investitionen im Tourismus

Auf der halbtägigen Konferenz im Auengeschoss der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) kamen am 31.01.2019 mehr als 170 TeilnehmerInnen aus Unternehmen, Organisationen und Institutionen der Tourismuswirtschaft zusammen. Eine Fülle verschiedener Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten wurden auf der Veranstaltung vorgestellt. Lesen Sie hier einen Rückblick auf die Veranstaltung, mit den Präsentationen zum Download.

Dass der brandenburgische Tourismus eine Erfolgsgeschichte ist, machte Kerstin Jöntgen, Vorstand der ILB und gebürtige Brandenburgerin, in ihrem Grußwort deutlich. Mit mehr als 13 Millionen Übernachtungen 2017 (die Zahlen für 2018 lagen zur Veranstaltung noch nicht vor), einer direkten und indirekten Bruttowertschöpfung von mehr als 6 Milliarden Euro und mehr als 100.000 Beschäftigten gehört die Tourismuswirtschaft zu den wichtigsten märkischen Branchen. 

Im ersten Block der Veranstaltung "Gründen + Investieren" stellte Ulrike Wohlert, Projektmanagerin bei der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg (WFBB), anschließend die passgenauen Beratungs- und Coachinglösungen für innovative Gründerinnen und Gründer in der Vorgründungsphase, aber auch für Unternehmensnachfolger vor. Dabei ging sie unter anderem auf die Programme Gründung innovativ, Förderung unternehmerischen Know-Hows und die Möglichkeiten im Rahmen von Innovationen brauchen Mut ein. 

Tobias Wienand aus dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hatte das bewährte und strukturell bedeutsame Programm LEADER mitgebracht, mit dem mehr als 1.000 Projekte in der aktuellen Förderperiode nicht nur im Tourismus unterstützt wurden. Anschaulich erläuterte er den Antragsprozess, der seinen Dreh- und Angelpunkt immer in den Lokalen Aktionsgruppen im Land Brandenburg hat und mit dem Projekte mit bis zu 45 % Zuschuss unterstützt werden.

Den ersten Teil der Veranstaltung schloss Tilo Hönisch, langjähriger Förderberater der ILB, mit einer Präsentation zu den Neuigkeiten innerhalb der GRW-G-Förderung ab. Als gutes, einfaches Instrument der Finanzierung erweist sich neben dem klassischen Zuschussprogramm der GRW-Förderung, das seine Ursprünge im Marshall-Plan hat und seit fast 30 Jahren auch in Brandenburg Anwendung findet, der Mikrokredit Brandenburg als geeignet, um ein zinsgünstiges Darlehen bis zu 25.000 Euro ohne große Sicherheiten aufnehmen zu können. Sicherlich ein Bereich, in dem klassische Bankkredite oder auch Förderprogramme bisher nicht so richtig greifen konnten.

Aber um Innovationen im Tourismus hervorzubringen, braucht es nicht nur Geld, sondern manchmal auch nur frische Ideen und die richtigen PartnerInnen zur richtigen Zeit. Prof. Dr. Hartmut Rein von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), stellvertretend für die anderen Hochschulen in Brandenburg und Berlin, machte deutlich, dass in der Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und mit Studierenden jede Menge Potenziale und Chancen liegen. Ob als PraktikantInnen, als Werkstudierende, im Rahmen von Projekt- und Abschlussarbeiten oder sogar kleineren und größeren Forschungsprojekten: was die Hochschulen bisher schon für den Tourismus in Brandenburg geleistet haben, ist beachtlich. 

Martin Brinkmann, Förderberater der ILB, hatte dazu die passenden Förderprogramme mitgebracht. Mit den Brandenburger Innovationsfachkräften, einer Richtlinie die die Arbeit von Studierenden und Absolventen in Unternehmen finanziell unterstützt, oder der Weiterbildungsrichtlinie, die hilft Beschäftigte von Unternehmen, aber auch Vereinen o.a. mit neuem Wissen auszustatten, ist das Land Brandenburg hervorragend aufgestellt, wenn es darum geht, Wissen in Unternehmen zu bringen. 

Aber auch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen über die Zusammenarbeit mit Studierenden hinaus wird vom Land Brandenburg gefördert, wie Dr. Jens Unruh, Teamleiter bei der WFBB, deutlich macht. Mit dem Brandenburger Innovationsgutschein steht ein Instrument zur Verfügung, das die erstmalige Zusammenarbeit mit bis zu 5.000,00 Euro bezuschusst (100 %-Förderung), aber auch für weitere und größere Kooperationsprojekte mit bis zu 50 % Zuschuss der Gesamtausgaben ermöglicht. Eine Besonderheit stellte Dr. Unruh dabei heraus. Mit dem Innovationsgutschein sind seit letztem Jahr auch Digitalisierungsmaßnahmen, d.h. Beratungs-, Implementierungs- und Schulungsleistungen, förderfähig, ein Tatbestand, der im Tourismus bisher noch viel zu selten genutzt wird.

Mit dem Programm Erasmus für Jungunternehmer, das in Brandenburg vom Centrum für Innovation und Technologie in Forst gemanagt wird und das von Immo Böke, Projektmanager im Enterprise Europe Network vorgestellt wurde, existiert ein Hilfsmittel, das den internationalen Austausch zwischen ausländischen GründerInnen und etablierten Unternehmen in Brandenburg zum Ziel hat.

In der anschließenden Interviewrunde teilten Kathrin Gommert, Freizeit- und Bildungsstätte Blankensee, Christian Rex, Paulinen Hof Seminarhotel, und Lutz Lange, Ölmühle Wittenberge ihre Erfahrungen mit Förderprojekten. Es wurde deutlich, dass die Beantragung, Abrechnung und Verwendung von Fördermitteln professioneller Unterstützung bedarf, je nach Größe und Aufwand der Programme.

Den letzten Vortrag des Tages hielt Barbara Nitsche zu den City-Offensiven der IHK Potsdam und IHK Ostbrandenburg sowie zum Wettbewerb Region Zukunft, mit denen deutlich wurde, dass über das klassische Darlehens- und Zuschussgeschäft im Land Brandenburg und den damit verbundenen weitreichenden Unterstützungen für die Tourismuswirtschaft, ein Blick über den Tellerrand immer lohnt, wenn man aus seiner Idee eine Innovation machen will.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an die PartnerInnen bei der Landesregierung Brandenburg, Investitionsbank des Landes Brandenburg, Wirtschaftsförderung Land Brandenburg, den Transferstellen der Technischen Hochschule Brandenburg, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, der Fachhochschule Potsdam sowie der IHK Potsdam.