Jahresberichte

Statistische Jahres-Berichte für den Tourismus in Brandenburg (Ebenen: Land, Reiseregionen, Gemeinden, Kreise) des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg mit Ergebnissen für Gästeankünfte, Übernachtungen, Auslastung, Aufenthaltsdauer, Betriebsarten, usw. (in Betrieben ≥ 10 Betten inkl. Camping)

Jahresberichte zum "Tourismus" in Brandenburg

Zum Berichtskreis der amtlichen Tourismusstatistik gehören alle Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Gästebetten sowie alle Campingplätze für Urlaubscamping mit zehn und mehr Stellplätzen, und zwar unabhängig davon, ob die Beherbergung Hauptzweck (z. B. bei Hotels, Pensionen) oder nur Nebenzweck des Betriebes (z. B. bei Schulungsheimen oder bei Vorsorge- und Rehabilitationskliniken) ist.

  • Die jeweiligen Jahresberichte zum Tourismus in Brandenburg sind im Dezember-Bericht beim Amt für Statistik Berlin-Brandenburg integriert. Dort sind jeweils die Ergebnisse für die Entwicklungen von Januar bis Dezember dargestellt. 
  • Online sind in der Tourismus-Statistik (siehe Handel, Gastgewerbe, Tourismus) des Landesamtes unter der Rubrik "Basisdaten" und "Regionaldaten" die wichtigsten Eckwerte zum letzten Tourismusjahr tabellarisch auf einen Blick aufbereitet. Zudem liefert die Rubrik "Zeitreihen" Jahresrückblicke.
  • Zudem veröffentlicht das Amt für Statistik Berlin Brandenburg partiell "Faltblätter zur Tourismusstatistik Brandenburg", wo zentrale Entwicklungen über einen längeren Zeitraum grafisch aufbereitet sind.

Zum ARCHIV:

Das Tourismusjahr 2020

Ergebnisse für Brandenburg - Jahr 2020

Das Tourismusjahr 2020 endet für Brandenburg wie auch für jede andere deutsche Destination negativ. Mit dem Jahresergebnis für die Übernachtungen in 2020 fällt das Reiseland Brandenburg auf das Niveau von 2008 zurück. Insgesamt verzeichnete Brandenburg nur 3.260.834 Gäste, die 10.135.096 Übernachtungen buchten. Die Übernachtungen brachen um 3,8 Mio. (bzw. -27,5%) und die Ankünfte um 1,97 Mio. (bzw. -37,7%) im Vergleich zu 2019 ein. 

  • zu den Marktforschungsnews Mrz. 2021 als Ergebnis-Charts mit den ausführlichen Jahresergebnissen für den Brandenburg-Tourismus 2020 in Chartform (hier)
  • Pressemitteilung zum Tourismusjahr 2020 (AfS) vom 01.03.2021 hier | ... zum Campingurlaub 2020 (AfS) vom 01.03.2021 hier
  • Aktueller Flyer Tourismus in Brandenburg 2015-2020 (und Gastgewerbe) des Landesamtes für Statistik Berlin-Brandennburg hier
  • zum Statistischen Bericht Brandenburg für das Jahr 2020 (Jan.-Dez.) fürs Land, Regionen, Kreise inkl. Detailergebnisse für Dezember hier
  • zum Statistischen Bericht Brandenburg für das Jahr 2020 der Gemeinden hier

Das Jahr 2020 und die Corona-Pandemie

Die Startbedingungen für den Tourismus in Brandenburg zum Jahresbeginn 2020 waren entschieden günstig. Das Jahr 2019 zeigte die bisher höchste gemessene Nachfrage und seit dem Jahr 2005 jährliche Zuwachsraten bei den Übernachtungen von durchschnittlich 2,8% - in 2018 und 2019 sogar Zuwächse bei den Übernachtungen von 3,5% bzw. 3,2%. Auch begann das Jahr 2020 im Januar und Februar optimistisch und mit Zuwächsen von 3,7% bzw. 5,0%. 

Mit dem Auftreten der Corona-Pandemie und den beiden Lockdowns inkl. Beherbergungsverboten in den Monaten Mitte März bis Mitte Mai sowie im November und Dezember wurden diese guten Entwicklungen außerordentlich gebremst. Ab Mai bis Oktober waren zwar Reisen wieder möglich und auch mit erhöhter Nachfrage für Inlandsreisen, jedoch mit einem begrenzten Angebot (Thema: Abstands- und Hygieneregeln, verringerte Kapazitäten) und in manchen Monaten mit verhaltenem Reiseaufkommen (Thema: Verunsicherungen der Gäste). 

Im Jahr 2020 gab es im Vergleich zu den Vorjahren ein ungewöhnliches Reiseverhalten, eine stark sensbible Nachfrage sowie stark veränderte Rahmenbedingungen und damit einhergehend außerordentliche Herausforderungen für die Tourismusanbieter. Dies wirkte sich stark auf die Ergebnisse der Ankünfte und Übernachtungen in den gewerblichen Beherbergungsbetrieben in Brandenburg aus. 

Die "Reiseanalyse Trendstudie 2030" der FUR Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. lässt optimistisch in die Zukunft blicken: "Wenn der Tourismus in 2021 wieder Fahrt aufnimmt, dann tut er das zwar unter anderen Rahmenbedingungen, aber mit den gleichen Personen als Nachfrager, die weitgehend ihre Vorlieben für Destinationstypen, Urlaubsreisearten oder Organisationsformen beibehalten."

Einzig ungewiss ist, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Angebotsstrukturen vor Ort haben wird. Manche Effekte wie z.B. Insolvenzen und Betriebsschließungen sowie damit mögliche dauerhafte wirtschaftliche Schäden, Langfristfolgen auf die MICE-Branche oder den Incoming-Tourismus, Spätfolgen wie Finanzprobleme öffentlicher Haushalte, Investitionsstaus oder eine Verschärfung der Situation auf dem touristischen Arbeitsmarkt, werden erst später beziffert werden können. Umso wichtiger ist es, einen aktuellen fundierten Blick auf die Situation 2020 zu werfen und auch das Jahr 2019 als Referenzjahr heranzuziehen, um somit auf die Zeit unmittelbar vor Krisenbeginn zu schauen.

Januar bis Dezember 2020

Das Jahr 2020 startete mit +57 Tsd. Übernachtungen im Januar und Februar otimistisch. Im 1. Lockdown von Mitte März bis Mitte Mai 2020 erreichten die Rückgänge der gewerblichen Übernachtungen durch das Beherbergungsverbot einen Tiefststand von -79% (-898 Tsd. Übernachtungen) im Monat April. Aber auch im Monat Mai waren die absoluten Rückgänge trotz erster Lockerungen zu Mitte des Monats hoch: -66% bzw. -919 Tsd. Übernachtungen, was der höchste absolute Rückgang im Jahr 2020 war. So kam das Beherbergungsgewerbe trotz Aufhebung des Beherbergungsverbotes Mitte/Ende Mai nur schwer aus den Negativzahlen heraus. So zeigt die Amtliche Statistik Verluste bei den Übernachtungen von -2,9 Mio. in den Monaten März bis Juli 2020.

Im Sommer 2020 (ab Juli) erholte sich die touristische Nachfrage in Brandenburg als eine Seen- und Outdoor orientierte Destination recht gut (Juli + Aug. = +88 Tsd.). Vor allem auch angesichts der Sommerferien, und damit der Haupturlaubsreisezeit vieler Touristen, sowie auch durch die in der Corona-Pandemie stark angewachsenen Inlandsnachfrage. Zudem waren die autarken Unterkunftsformen wie Ferienwohnungen/-häuser, Apartments oder Campingplätze besonders gefragt, wo es gerade in den Sommermonaten in Brandenburg große Bettenkapazitäten gab (in Summe ca. 60 Tsd. jeweils im Jul. Aug., Sept. | zum Vergleich: Hotellerie ca. 45 Tsd.). 

Die Verluste verschärften sich durch den 2. Lockdown ab November und kamen auf ähnliche Tiefstwerte wie im Monat April. Hier konnten im 4. Quartal 2020 ca. 1,1 Mio. weniger Übernachtungen generiert werden.

Die Inlandsübernachtungen zeigten aufgrund des insgesamt hohen Anteils an den Gesamtübernachtungen (im Ø 92%) die größten absoluten Rückgänge mit -3,3 Mio. bzw. -25,3%. Die prozentualen Verringerungen bei den ausländischen Übernach-tungen lagen mit -53,9% sehr hoch und betrugen absolut -572 Tsd. Es gab demzufolge nur halb so viele ausländische Übernachtungen in 2020 wie in 2019 und die Inlands-Übernachtungen minimierten sich um ein Viertel. 

Entwicklung im Gastgewerbe 2020 (Beschäftigung und Umsatz)

Neben der touristischen Übernachtungsstatistik gibt es auch Statistische Berichte für das GASTGEWERBE mit Umsatz -und Beschäftigtenzahlen in den Bereichen Beherbung und Gastronomie.

  • Link zu 2020er-Zahlen (Dezember-Bericht): Umsatz und Beschäftigung im Gastgewerbe im Land Brandenburg Dezember 2020 (Nominaler und realer Umsatz; Beschäftigte; Voll- und Teilzeitbeschäftigte) -> siehe auch www.statistik-berlin-brandenburg.de | Statistiken | Handel, Gastgewerbe, Tourismus
  • Im aktuellen Marktforschungsnewsletter März 2021 sind auf den Folien 50 und 52 der Umsatz und die Beschäftigung in den Jahren 2019 & 2020 pro Monat in Brandenburg abgebildet
  • Ebenso greift das Faltblatt Tourismus des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg ein paar Grundlagen der amtlichen Statistik zu diesem Thema auf

Darüber hinaus hat der DEHOGA-Bundesverband für das 4. Quartal 2020 und damit für das JAHR 2020 die deutschlandweiten Umsatz- und Beschäftigungsentwicklungen im Gastgewerbe veröffentlicht.

Exkurs: Umsatzausfälle Reiseland Brandenburg (März bis August 2020, dwif)

Über das dwif wurde im Rahmen des dwif-Corona-Kompass eine Umsatzausfallberechnung für den Tourismus in Brandenburg für die Monate März bis August 2020 durchgeführt. 

Allein die Nachfrageausfälle in den Monaten März bis August 2020 kosten den Brandenburg-Tourismus rund 1,05 Mrd. € und hierbei sind noch nicht einmal die Fahrtkosten für die An- und Abreise sowie die notwendigen Vorleistungen berücksichtigt. Der Übernachtungstourismus (inkl. Privatquartiere, Freizeitwohnsitze, Touristik und Dauercamping, Reisemobilisten, VFR*) hat daran einen Anteil von 46 Prozent (0,48 Mrd. €), während der Tagestourismus (Tagesausflüge und -geschäftsreisen) einen Anteil von 54 Prozent (0,57 Mrd. €) aufweist.

* Übernachtungen in den Privathaushalten der Einheimischen durch Freund*innen, Verwandte & Bekannte

Neben den akuten Effekten während des Lockdowns war auch nach der Öffnung der Beherbergungsbetriebe ein extremer Nachfrageverluste bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Im August 2020 wurde jedoch mit 1,84 Mio. statistisch erfassten Übernachtungen der Vorjahreswert (August 2019: 1,75 Mio. Übernachtungen) erstmals wieder übertroffen. Der positive Trend ist in weiten Teilen den Sommerferien zu verdanken.

Nach dem bundesweiten Lockdown hat sich der Tagestourismus sehr schnell und stark erholt – so schnell, dass bereits im August 2020 ein höheres Tagesreisevolumen als noch im August 2019 registriert werden konnte – trotz einem massiv rückläufigen Tagesgeschäftreisemarkt. Vor allem Outdooraktivitäten wie Wandern, Radfahren, Baden sowie (Spazier-)Fahrten ins Blaue erlebten einen absoluten Boom.

Nach derzeitigen Berechnungen hat der Tourismus in Brandenburg von März bis August 2020 wöchentlich Umsatzeinbußen von knapp 41 Mio. € hinnehmen müssen.

Zum Vergleich (2019/2020): Der Bruttoumsatz für den Zeitraum März bis August 2019 betrug rund 2,69 Mrd. € (Übernachtungstourismus: 1,31 Mrd. € | Tagestourismus: 1,38 Mrd. €), für denselben Zeitraum 2020 1,64 Mrd. € (Übernachtungstourismus: 0,82 Mrd. € | Tagestourismus: 0,82 Mrd. €). Die Differenz ist der ausgewiesene Umsatzausfall (1,05 Mrd. € | Übernachtungstourismus: 0,48 Mrd € | Tagestourismus: 0,57 Mrd. €).

  • Zur TMB-Pressemeldung "Tourismus in Corona-Zeiten: Zahlen zu Umsatzausfällen der Branche für Brandenburg liegen für März bis August 2020 vor" vom 06.11.2020 HIER
  • Zu den Präsentationscharts "DWIF-CORONA-KOMPASS - UMSATZAUSFALLBERECHNUNG für den Tourismus in BRANDENBURG März bis August 2020" HIER
  • Zum dwif-Corona-Kompass und den "Umsatzverlusten in den Destinationen in Deutschland für März bis Dezember 2020" vom 09.02.2021 HIER

Methodik: Quelle dwif

Basis der BERECHNUNG zum Umsatzausfall ist das Nachfragevolumen je Segment pro Monat in einem Normaljahr. Hierzu hat das dwif die jeweils aktuell verfügbaren Daten angesetzt. Grundlage hierfür: amtliche Beherbergungsstatistik; Untersuchungen zur ökonomischen Bedeutung des Tourismus in Brandenburg; dwif-Tagesreisenmonitor. Darauf aufbauend wurde das Nachfragevolumen für die Monate März bis August 2020 für den Tages- und Übernachtungstourismus quantifiziert. Diese touristischen Aufenthaltstage wurden dann mit den Ausgaben der Gäste vor Ort multipliziert. Hierzu wurden für jedes Segment individuelle Nachfragerückgänge pro Monat auf Basis vorliegender Erkenntnisse und Einschätzungen angesetzt. Der Umsatzausfall berechnet sich aus den Ausgaben der Gäste pro Tag. 

Tagesausflüge haben zwar beispielsweise in Teilen der Lockdown-Phase noch stattgefunden, jedoch wurde während des Ausflugs (fast) nichts ausgegeben und entsprechend wurden auch keine Umsätze generiert. Aufbauend auf der ausbleibenden Nachfrage und der im Rahmen der diversen dwif-Wirtschaftsfaktor Tourismusstudien in und für Brandenburg ermittelten „normalen“ Ausgabewerte hat das dwif den Umsatzausfall für die Monate März bis August 2020 berechnet. Nicht berücksichtigt sind hierbei die Fahrtkosten für die An- und Abreise.

Die BERECHNUNG zum Umsatzausfall beruht auf den rückläufigen, extrem reduzierten bzw. gänzlich ausbleibenden

  • Übernachtungen in gewerbl. Beherbergungsbetrieben*
  • Übernachtungen in privaten Beherbergungsbetrieben (Privatquartiere)*
  • Übernachtungen in Freizeitwohnsitzen*
  • Übernachtungen von Touristikcamper*innen*
  • Übernachtungen von Dauercamper*innen*
  • Übernachtungen von Reisemobilisten*innen*
  • Unentgeltliche Übernachtungen in den Privathaushalten der Einheimischen durch Freund*innen, Verwandte & Bekannte (VFR)*
  • Tagesreisen: Tagesausflüge und Tagesgeschäftsreisen der Deutschen (nur aus dem Inland!)

* aus dem In- und Ausland

Exkurs: Szenarien für die Tourismusprognose Brandenburg - mögliche Folgen der Corona-Krise (dwif)

Über das dwif fand im Rahmen des dwif-Corona-Kompass eine Bearbeitung von Szenarien für die Tourismusprognose für  Brandenburg statt. Ziel war es, auf Basis der individuellen Ausgangssituation des Tourismus in Brandenburg, die möglichen Folgen der Corona-Krise auf der Angebots- und Nachfrageseite im Tourismus und im Freizeitbereich für den Zeitraum September 2020 bis Dezember 2021 in Form dreier Szenarien abzuschätzen.

Die Szenarien beruhen auf umfassenden, Brandenburg-spezifischen Werten zur ökonomischen Bedeutung des Tourismus sowie aus weiteren Primärstudien des dwif. Daraus wurden drei Szenarien entwickelt: eine Obere, eine Mittlere und eine Untere Variante. Aus den Szenarien ist erstmals eine direkte Monetarisierung der landesweiten Effekte abzulesen. Betrachtet wurden ausschließlich die ökonomischen Effekte des Tourismus in Brandenburg als Zieldestination (ohne Verkehrsleistungen z.B. für An- und Abreise, ohne Umsätze von Reisemittlern oder -veranstaltern und ohne Effekte durch Outgoing- Tourismus).

Die Szenariobetrachtung erhebt nicht den Anspruch umfassender Lösungsansätze für alle Fragestellungen rund um die Recovery des Tourismus in Brandenburg. Dazu waren die Rahmenbedingungen zum Erstellungszeitpunkt im November 2020 in vielen Bereichen noch zu volatil. Allerdings liefert sie einen wichtigen Beitrag zur Orientierung in Form von „Wenn, dann…“-Ansätzen (gesundheits-) politischer Maßnahmen. Zudem geben die Hintergrundinformationen zu Segmentspezifischen Regenerationsansätzen, Rahmenbedingungen und Handlungsbedarfen zusätzliche Ansatzpunkte für die Ableitung von wirtschaftlichen und politischen Maßnahmen zur Recovery des Tourismus in Brandenburg.

  • Zu den Präsentationscharts "DWIF-CORONA-KOMPASS - SZENARIEN ZUR TOURISMUSENTWICKLUNG IN BRANDENBURG IM ZUGE DER CORONA-PANDEMIE" HIER

Erkenntnisse zum Tourismusjahr 2020

Die Regionen kamen ganz unterschiedlich durch die Krise. Echte „Krisen-Gewinner“ unter den Destinationen gibt es weder im Deutschland- noch im Brandenburg-Tourismus. „Nur“ weniger stark betroffene Destinationen - und dies abhängig von der Angebotsstruktur.

Seenregionen, ländlich geprägte Regionen und jene mit weniger Angebotsvielfalt + hoher Saisonalität liegen vorn

  • Laut dwif schnitten Regionen an der Küste (im Ø -20,1 Prozent) oder in Seengebieten (-23,1 Prozent) vielfach besser ab als Regionen in anderen Destinationstypen.
  • Das Lausitzer Seenland (-7,2 Prozent | Camping + Kleinstanbieter) führt neben der Mecklenburgische Schweiz und Seenplatte (-11,1 Prozent) das deutschlandweite Destinationsranking an und schnitt auch in Brandenburg am besten ab.
  • Das Lausitzer Seenland verfügt über zahlreiche autarke Unterkunftsformen wie Camping sowie Ferienwohnungen und -häuser sowie viele Outdoorangebote. Hier gibt es zudem weniger große Hotels und kaum Gruppen- und Tagungshäuser.

Reiseregionen mit hohen Marktanteilen und hohen Bettenangebot haben hohe absolute Verluste

  • Seenland Oder-Spree, Spreewald, Ruppiner Seenland sind seit Jahren die TOP 3 bei den Übernachtungen in Brandenburg. Demzufolge haben diese drei Regionen hohe Übernachtungsanteile, eine hohe Angebotsvielfalt (so u.a. auch „schwächelnde“ Unterkunftsformen wie große Hotels und Gruppenunterkünfte) und eine hohes Bettenangebot. Entsprechend hoch sind hier die Volumen-Verluste in 2020.

hoher Auslands-/Incominganteil wirkte sich nachteilig aus

  • Die Reisebeschränkungen in 2020 sorgen für starke prozentuale aber auch absolute Verluste im Incomingtourismus - vor allem in jenen Gemeinden und Regionen mit hohen Anteilen an Auslandsgästen.
  • Regionen wie Dahme-Seenland und Fläming sind u.a. besonders durch die Rückgänge beim Incoming betroffen (Thema Flughafen und große Tagungshäuser).
  • Aber auch bei Auslandsgästen beliebte Ziele wie Potsdam und Ausflugsgemeinden wie Lübbenau, Werder (H.) oder Brandenburg (H.) zeigen hier hohe Verluste im Incoming.

Städtedestinationen und Gemeinden mit Fokus Geschäftsreisen (Tagung, MICE) haben es schwer

  • Es fehlten in den Städten vor allem auch die Geschäftsreisenden (-> digitale Formate) und auch das MICE-Segment wurde in 2020 scherpunktmäßig in die virtuelle Welt verlagert.
  • Viele Tagungshäuser befinden sich in Potsdam bzw. im Seenland Oder-Spree, Fläming oder Ruppiner Seenland. Aber auch Messeorte wie Cottbus oder Gemeinden nahe des Flughafens profitierten in der Vergangenheit von Geschäftsreisenden.  
  • Potsdam hat im Gemeinderanking 2020 die höchsten absoluten Übernachtungsverluste (-462 Tsd.). Unter den 20 Gemeinden mit den höchsten absoluten Verlusten an Übernachtungen sind allein 12 „Städte“. Die 20 Gemeinden mit den höchsten absoluten Verlusten in 2020 haben in Summe 2,3 Mio. (bzw. 60%) Rückgänge an Übernachtungen (insges. in BB -3,84 Mio.).

Autarke Unterkunftsformen liegen im Trend

  • Autarke Unterkunftsformen haben durch die Corona-Pandemie einen weiteren Schub bekommen. Gründe liegen u.a. im Trend der Individualisierung. Zudem lassen sich hier auch Abstands- und Hygieneregeln besser als in anderen Unterkunftsformen einhalten.
  • Das Campingsegment und Ferienwohnungen/-häuser sind demnach die Gewinner. In Brandenburg konnte die Campingbranche mit den Jahresergebnissen 2020 sogar Pluszahlen vermelden.
  • Die Hotellerie („große Hotels“/ Tagungshäuser & auch Wellnesshäuser) sowie Gruppenunterkünfte haben die höchste Rückgänge.

Ausblick 2021 ff

Die derzeit zahlreichen Studien & Erhebungen am Markt betonen mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten oft ein einheitliches Bild und gewisse Schwerpunkte:

  • Eine Rückkehr der touristischen Aktivitäten auf das Niveau von 2019 wird nicht vor 2022 erwartet. Die Erholung der Tourismusbranche wird stark von den politischen Rahmenbedingungen, den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie, erfolgreichen Impfstrategien und echten Perspektiven abhängen.
  • Die allgemeine Reiselust ist ungetrübt. Denn Urlaubsreisen waren und bleiben für die meisten Deutschen ein unverzichtbarer Bestandteil der Lebensqualität und ein Ausdruck für Freiheit. 
  • Gehaltseinbußen oder fehlende finanzielle Rücklagen potentieller Gäste spielen offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Eine stabil wahrgenommene individuelle wirtschaftliche Situation ist eine wichtige Vorbedingung für den Urlaubstourismus.
  • Ausreichende finanzielle Mittel, genug Zeit für Urlaub und auch Urlaubslust scheinen demnach vorhanden zu sein.
  • Die Krise mit ihren Reiseeinschränkungen und Reisewarnungen fürs Ausland ist ein guter Ausgangspunkt für eine „Neuaufstellung" des Inlands-Tourismus. Denn "Nahziele" profitieren und somit steht Deutschland im Fokus der deutschen Urlaubsreisenden.
  • Der Trend zu kurzfristigen Buchungen wird durch die Unklarheiten, Unsicherheiten und Bedenken verstärkt und führt zum Abwarten bei der konkreten Reiseplanung und -buchung. Anbieter müssen bei Lockerungen der Restriktionen auf einen Buchungsansturm vorbereitet sein. 
  • In Bezug auf Reiseart, Verkehrsmittel, Reisedauer oder Destination (wobei Deutschland als Reiseziel mittelfristig beliebter werden könnte) knüpfen die Deutschen voraussichtlich an ihre alten Reisegewohnheiten an. Die Corona-Pandemie wird wohl nur kleine Verschiebungen im Reiseverhalten bewirken.
  • Urlaubsreisen mit dem Auto im eigenen Land sowie Camping und Übernachtungen in autarken, individuellen Unterkunftsformen wie Ferienwohnungen/-häuser sowie Appartments dürften wie schon 2020 an Beliebtheit zunehmen. Hier lassen sich auch Abstands- und Hygieneregeln besser als in anderen Unterkunftsformen einhalten. 
  • Urlaub auf dem Land und in Seengebieten sowie Outdoor-Aktivitäten (Camping, Wasser-, Wander- oder Radtourismus) gewinnen an Beliebtheit. Die Schere zwischen Ferienregionen und Städten geht weiter auseinander.
  • Beim Tagestourismus ist ebenfalls mit einer Verlagerung auf „naturnahe" bzw. "Outdoor-Aktivitäten“ und Tagesausflüge im näheren Wohnumfeld zu rechnen. An gewissen Orten und zu gewissen Zeiten werden Besucherlenkung und Parkraummanagement wichtig werden.
  • Die durch die Corona-Pandemie beschleunigte Digitalisierung des Reisegeschäfts wird bei der Urlaubsplanung und -buchung anhalten. Zudem werden Geschäftsreisen zukünftig noch stärker von der Nutzung digitaler Konferenz- und Kommunikationstools beeinflusst sein.
  • Die Nachfrage der Gäste wird in Zukunft stärker auf Sicherheit und Hygiene liegen und der Gast erwartet kulante Storno- und Rückerstattungsbedingungen. Abstands- und Hygienekonzepte sollten die Einrichtungen langfristig anlegen. Auch ist eine aktuelle und transparente Kommunikation von Maßnahmen bzw. Reglementierungen für die Besucher wichtig. 

Quellen: aktuellen Studien & Erhebungen (siehe: NEUSTE Zahlen & Informationen zum Brandenburg- bzw. Deutschland-Tourismus hier im Tourismusnetzwerk)

 

PLUS siehe oben / darüber: Szenarien für die Tourismusprognose Brandenburg - mögliche Folgen der Corona-Krise (dwif) - Abschätzung der Folgen der Corona-Krise auf der Angebots- und Nachfrageseite im Tourismus und im Freizeitbereich für den Zeitraum September 2020 bis Dezember 2021 in Form dreier Szenarien ...

Ältere Daten und Deutschland-Daten

Jahr 2019

Das Tourismusjahr 2019 endet für Brandenburg zum wiederholten Male positiv. Die Übernachtungen (+3,2%) und Ankünfte (+3,5%) in Betrieben mit zehn und mehr Betten konnten im Vergleich zum Vorjahr weiter gesteigert werden. Insgesamt verzeichnete Brandenburg 5.230.025 Gäste, die 13.974.886 Übernachtungen buchten. Die Übernachtungen legten um ca. 0,4 Mio. und die Ankünfte um 0,2 Mio. im Vergleich zu 2018 zu.

Ohne große Veränderung liegt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer aller Gäste in Brandenburg bei 2,7 Tagen. Dieser Wert bleibt seit 2010 konstant. Die durchschnittliche Auslastung der Betten bzw. Schlafgelegenheiten in Beherbergungsbetrieben, d.h. inklusive Camping, lag 2019 bei 34,9% (2018: 34,3%).

  • Pressemitteilungen vom 20.02.2020 hier
  • Aktueller Flyer Tourismus Brandenburg 2014-2019 des Landesamtes für Statistik Berlin-Brandennburg hier
  • zu den Marktforschungsnews Mrz. 2020 mit den Jahresergebnissen für den Brandenburg-Tourismus 2019 hier
  • zum Statistischen Bericht Brandenburg für das Jahr 2019 (Jan.-Dez.) fürs Land, Regionen, Kreise inkl. Detailergebnisse für Dezember hier
  • zum Statistischen Bericht Brandenburg für das Jahr 2019 der Gemeinden hier

 

Neben der touristischen Übernachtungsstatistik gibt es auch Statistische Berichte für das Gastgewerbe mit Umsatz -und Beschäftigtenzahlen in den Bereichen Beherbung und Gastronomie

  • hier 2019er und 2018er-Zahlen: Umsatz und Beschäftigung im Gastgewerbe im Land Brandenburg Dezember 2019 (Nominaler und realer Umsatz; Beschäftigte; Voll- und Teilzeitbeschäftigte)

Jahr 2018

Mit 13,5 Millionen Übernachtungen hat Brandenburg 2018 seinen eigenen Rekord vom Vorjahr übertroffen. Bei der Zahl der Gäste konnte erstmals die fünf Millionen-Marke überschritten werden und stieg auf fast 5,1 Millionen. Bei den Übernachtungen wurde bereits zum 14. Mal in Folge der Rekord vom Vorjahr überboten. 

  • Aktueller Flyer Tourismus Brandenburg 2013-2018 des Landesamtes für Statistik Berlin-Brandennburg hier
  • zu den Marktforschungsnews Mrz. 2019 mit den Jahresergebnissen für den Brandenburg-Tourismus 2018 hier
  • zum Statistischen Bericht Brandenburg für das Jahr 2018 (Jan.-Dez.) fürs Land, Regionen, Kreise inkl. Detailergebnisse für Dezember hier
  • zum Statistischen Bericht Brandenburg für das Jahr 2018 der Gemeinden hier

ältere Berichte

Die jeweiligen Jahresberichte zum Tourismus in Brandenburg sind im Dezember-Bericht beim Amt für Statistik Berlin-Brandenburg integriert. Dort sind jeweils die Ergebnisse für die Entwicklungen von Januar bis Dezember ab dem Jahr 2018 dargestellt. Ältere Veröffentlichungen (ab 1991) finden Sie in der Statistischen Bibliothek (www.statistischebibliothek.de: Statistischer Bericht: Gäste, Übernachtungen und Beherbergungskapazität im Land Brandenburg). 

Die Jahresdaten der Amtlichen Tourismusstatistik plus stellenweise Zeitreihen-Entwicklungen sind auch in den Marktforschungs-Newslettern der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH aufbereitet:

  • hier Newsletter Nr. 7 (Jun 2018) mit amtlicher Statistik für das Jahr 2017
  • hier Newsletter Nr. 6 (Mai 2017) mit amtlicher Statistik für das Jahr 2016
  • hier Newsletter Nr. 5 (Mai 2016) mit amtlicher Statistik für das Jahr 2015
  • hier Newsletter Nr. 3 (Apr. 2015) mit amtlicher Statistik für das Jahr 2014

Darüber hinaus gibt es neben der amtlichen Tourismusstatistik auch Volumen- und Reiseverhaltensdaten der Inländer für Reisen nach Brandenburg aus der Datenquelle GfK DestinationMonitor. Hier bezieht die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH seit 2012 regelmäßig Berichte und veröffentlicht Kernergebnisse inkl. Zeitreihen als Marktforschungs-News. Mehr siehe HIER.

Deutschland-Tourismus

Statistischer Bericht Deutschland 2020 (erschienen im Feb. 2021 | Statistisches Bundesamt - Destatis)

Statistischer Bericht Deutschland 2019 (erschienen im Feb. 2020 | Statistisches Bundesamt - Destatis)

Statistischer Bericht Deutschland 2018 (Statistisches Bundesamt - Destatis)

 

Zudem finden Sie in der Datenbank GENESIS-Online Tourismusdaten nach Bundesländern (454 Fachstatistiken Handel, Gastgewerbe, Tourismus)

 

ältere Statistische Berichte: 1988 ff

  • in der Statistischen Bibliothek (www.statistischebibliothek.de)
  • Start | Periodikum / Zeitschrift | Tourismus in Zahlen
  • Zitierform: Tourismus in Zahlen. Wiesbaden. Statist. Bundesamt.

Statistische Bibliothek

Statistische Monats- und Jahres-Berichte zum Tourismus im Land Brandenburg sind hier archiviert:

  1. Statistischer Bericht / G / IV / 1 - Gäste, Übernachtungen und Beherbergungskapazität im Land Brandenburg (Land, Regionen, Kommunen) (ab Mai 1998)
  2. Statistischer Bericht / G / IV / 8 - Tourismus im Land Brandenburg nach Gemeinden (ab Jan. 2016)

Statistische Jahresberichte zu Umsatz und Beschäftigung im Gastgewerbe in Brandenburg sind hier archiviert:

  1. Statistischer Bericht / G / IV / 4 - Umsatz, Beschäftigung und Investitionen im Gastgewerbe im Land  (ab 2013)
  2. Statistischer Bericht / G / IV / 3 - Umsatz und Beschäftigung im Gastgewerbe im Land Brandenburg (ab 2012)

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